Global Alliance Powerfuels wirbt für mehr alternative Kraftstoffe im Luftverkehr

Power to Liquid Impulskampagne
PRESSEMITTEILUNG, MONTREAL/BERLIN

Wichtigster Schritt: weltweite Beimischungsquote von mindestens 2 Prozent / Vorreiternationen sollten zusätzliche Programme auflegen / Analyse informiert über Kosten und Maßnahmen

Positionspapier: Powerfuels in Aviation

Die Global Alliance Powerfuels – ein branchenübergreifender Zusammenschluss von Unternehmen und Verbänden – hat die Mitgliedstaaten der Zivilluftfahrtorganisation der Vereinten Nationen ICAO dazu aufgerufen, strombasierte, erneuerbare Kraftstoffe (Powerfuels) in den Fokus ihrer Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsstrategie zu rücken. Für den Einstieg sollte das Ziel sein, eine weltweite Quote zur Beimischung von Powerfuels in Höhe von mindestens 2 Prozent zu beschließen. Die Kosten dafür wären schon heute gut vertretbar. Der Preis für ein Flugticket würde sich entsprechend der Beimischungsquote erhöhen: bei einer Beimischung von 2 Prozent um 2 Prozent, bei 10 Prozent um 10 Prozent, bei 50 Prozent um 50 Prozent. Das zeigt eine Analyse, die die Global Alliance zur 40. Versammlung der ICAO im kanadischen Montreal veröffentlich hat.

Andreas Kuhlmann, Sprecher der Global Alliance Powerfuels und Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Energie-Agentur (dena): „Powerfuels sind der Schlüssel für den Klimaschutz im Luftverkehr. Die bisherigen Instrumente zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen in diesem Sektor reichen bei weitem nicht aus. Die Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen in anderen Sektoren ist nur ein Ausgleichsmechanismus und nachhaltige Biokraftstoffe sind für den Luftverkehr sehr begrenzt verfügbar. Deshalb sollte die ICAO Powerfuels in ihre Nachhaltigkeitsstrategie aufnehmen und zeitnah Beimischungsquoten einführen. Einzelne Staaten und Regionen sollten darüber hinaus aktiv werden, um die Entwicklung zu beschleunigen, zum Beispiel durch eigene Quotenregelungen und Anreizprogramme für Fluglinien, Flughäfen und Kraftstoffproduzenten. Die Bundesregierung sollte zum Beispiel die Gelegenheit nutzen, mit dem Klimaschutzprogramm 2030 die geplante Erhöhung der Luftverkehrssteuer für die Förderung der Produktion von Powerfuels-Flugkraftstoffen einzusetzen.“

Kosten überschaubar: 10 Prozent Beimischung bedeutet 10 Prozent höhere Flugpreise

Der Markt für Powerfuels steht noch am Anfang. Erste Projekte zum Aufbau der Powerfuels-Produktion für den Luftverkehr laufen zum Beispiel in den Niederlanden, in Norwegen und Deutschland. Wie die Analyse der Global Alliance zeigt, könnte der Markt durch eine regional oder sogar weltweit verpflichtende Beimischungsquote schnell wachsen. Der Preis pro Liter würde rasch abnehmen und könnte bis 2050 auf fast einen Euro sinken.

Selbst bei Kosten von 2,40 Euro pro Liter Powerfuels-Kerosin, die nach Schätzungen schon in naher Zukunft erreichbar wären, ließen sich die Emissionen spürbar senken, ohne dass Flugtickets erheblich teurer würden. Ein typischer Urlaubsflug von Berlin nach Mallorca kostet beispielsweise 145 Euro. Bei einer Beimischungsquote von 2 Prozent würde das Ticket 3 Euro teurer werden, bei einer Beimischungsquote von 10 Prozent 15 Euro. Ein Langstreckenflug von Berlin nach Peking für 525 Euro würde bei einem Powerfuels-Anteil von 2 Prozent 11 Euro teurer werden; bei einem Anteil von 10 Prozent 53 Euro.

Das CO2-Reduktionspotenzial von Powerfuels-Kerosin hängt stark davon ab, welcher Strommix und welche CO2-Quellen bei der Produktion zum Einsatz kommen. Nach sehr konservativen Schätzungen könnte es im Vergleich zu fossilem Kerosin etwa 75 Prozent betragen. Bei einer weltweiten Beimischungsquote von 2 Prozent könnten somit rund 14 Millionen Tonnen CO2 im Jahr eingespart werden; bei einer Beimischungsquote von 10 Prozent rund 68 Millionen Tonnen CO2. Das wäre mehr als der jährliche Treibhausgasausstoß eines Landes wie Irland.

Rahmenbedingungen für Powerfuels schaffen

Die aktuellen Rahmenbedingungen in der internationalen Luftfahrt sind aus Sicht der Global Alliance nicht geeignet, effektive Anreize für den Einsatz von Powerfuels zu geben. Die ICAO hat den Reduktionsmechanismus CORSIA eingerichtet, der garantieren soll, dass die Emissionen im Luftverkehr ab 2020 nicht weiter steigen. Der Schwerpunkt liegt dabei aber auf der Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen in anderen Sektoren. Dieses Instrument könnte so weiterentwickelt werden, dass auch Investitionen in Powerfuels attraktiv werden. Die nächste ICAO-Konferenz zu alternativen Kraftstoffen im Luftverkehr sollte dafür die Grundlagen schaffen. Vorreiternationen sollten jedoch schon vorher aktiv werden.

Auf nationaler Ebene könnte ein Teil der Einnahmen aus Steuern und Abgaben im Luftverkehr für Powerfuels-Programme genutzt werden. Der europäische Emissionshandel bezieht zwar den Luftverkehr mit ein, aber bei einem Preis von unter 30 Euro pro Tonne CO2 entstehen für die Luftverkehrswirtschaft noch keine Anreize, in Powerfuels zu investieren. Schweden und Norwegen sind dabei, Beimischungsquoten für Bio-Kraftstoffe im Flugbenzin einzuführen. Solche Quotenregelugen sollten auf Powerfuels erweitert werden.

Die deutsche Regierung hat in ihrem neuen Klimapaket angekündigt, die Rahmenbedingungen für die Produktion von strombasierten Kraftstoffen zu verbessern. Zur Diskussion steht auch, die Einführung einer Quote für Powerfuels-Kerosin zu untersuchen. Die parallel angekündigte Anhebung der Luftverkehrssteuer sollte dann jedoch nicht ausschließlich für die Bahn, sondern auch für die Förderung erster Powerfuels-Kerosin-Anlagen genutzt werden. Zusammen mit den Bundesländern, der Industrie und den Gewerkschaften hat sich die Bundesregierung außerdem vorgenommen, eine industriepolitische Initiative für Powerfuels in der Europäischen Union auf den Weg zu bringen. So steht es im Leipziger Statement zur Zukunft der Luftfahrt, das die deutschen Stakeholder im August vorgelegt haben. Die Global Alliance unterstützt dieses Vorhaben ausdrücklich.

Die Analyse „Powerfuels in Aviation“ (auf Englisch) sowie weitere Informationen zur Global Alliance Powerfuels sind online zu finden unter www.powerfuels.org (auf Englisch).

Über die Global Alliance Powerfuels

Powerfuels sind gasförmige oder flüssige Kraft-, Brenn- und Grundstoffe, die mithilfe von Strom aus erneuerbaren Energien wie Wind- oder Solarkraft erzeugt werden. Der Strom treibt einen Elektrolyseprozess an, mit dem aus Wasser Wasserstoff gewonnen wird. Der Wasserstoff kann entweder direkt genutzt oder zu Energieträgern weiterverarbeitet werden, die je nach Bedarf Gas oder Öl ersetzen, sei es als Kraftstoff im Verkehr, als Brennstoff zur Erzeugung von Wärme und Strom oder als Grundstoff in der chemischen Industrie. Bekannt sind die Umwandlungsverfahren unter Begriffen wie Power to Gas (Strom zu Gas) und Power to Liquid (Strom zu Flüssigkeit).

Die Global Alliance Powerfuels verfolgt das Ziel, einen globalen Markt für strombasierte Kraft- und Brennstoffe aus erneuerbaren Energien aufzubauen. Sie informiert über die Potenziale, gibt Empfehlungen zur Entwicklung geeigneter Rahmenbedingungen und stößt Pilotprojekte an. Gegründet wurde sie Ende 2018 von international agierenden Unternehmen und Verbänden aus den Branchen Energie und erneuerbare Energien, Fahrzeugwirtschaft und Luftfahrt, Chemie und Mineralöl sowie Maschinen- und Anlagenbau. Die dena koordiniert als Initiator die Aktivitäten der Global Alliance.

Quelle: dena


 

Vereinigung Cockpit – Förderung klimaneutraler Kraftstoffe mit Power-to-Liquid-Verfahren

Donnerstag, 19 September 2019

Finanzierungskreislauf für klimafreundlichen Luftverkehr statt Augenwischerei mit Steuererhöhungen

– Rein fiskalische Maßnahmen werden keine Verbesserung für den Klimaschutz bringen, wenn nicht gleichzeigt in umweltfreundlichere Technologien und Kraftstoffe inverstiert wird. – Wir erwarten von der Politik besonnene klimapolitische Maßnahmen, die auch zur Versachlichung der gesellschaftlichen Debatte beitragen müssen.

Am 20. September will die Bundesregierung im Klimakabinett grundsätzliche Weichenstellungen zum Klimaschutz beschließen. Die Vereinigung Cockpit (VC) fordert die Regierungsparteien auf, mit klugen Maßnahmen zu einer echten Reduktion von CO2 beizutragen, statt erneut nur die Steuern zu erhöhen.

„Rein fiskalische Maßnahmen werden keine Verbesserung für den Klimaschutz bringen, wenn nicht gleichzeigt in umweltfreundlichere Technologien und Kraftstoffe investiert wird“, so Markus Wahl, Präsident der Vereinigung Cockpit. „Wir brauchen einen Finanzierungskreislauf, in dem Einnahmen aus dem Luftverkehr effektiv der Weiterentwicklung in Richtung eines CO2-neutralen Luftverkehrs zugute kommen. Ökologischer Wandel, soziale Verantwortung und technischer Fortschritt müssen Hand in Hand gehen.”

Die Vereinigung Cockpit bekennt sich in ihrer Klimaschutz-Policy klar zu einem nachhaltigen und langfristig klimaneutralen Flugverkehr und schlägt konkrete Maßnahmen vor, u.A.:

– Einsparung von Emissionen durch effiziente Luftraumorganisation
Mit einem echten europäischen Luftraum (Single-European-Sky) und besserer Zuteilung des oberen Luftraums lassen sich 10% Emissionen einsparen, allein durch das Vermeiden von Umwegen und aufgrund der Möglichkeit, im oberen Luftraum treibstoffeffizienter zu fliegen.

– Förderung klimaneutraler Kraftstoffe mit Power-to-Liquid-Verfahren
Seit 2011 werden in Deutschland jährlich 1,2 Mrd. Euro über die Luftverkehrsabgabe erhoben. Diese Sonderbelastung könnte in einem Finanzierungskreislauf die Förderung von Power-to-Liquid Kraftstoffen effektiv voranbringen.

Förderung klimaneutraler Kraftstoffe mit Power-to-Liquid-Verfahren

Steuerliche Lenkungsmaßnahmen dürfen nur eingeführt werden, wenn sie international koordiniert und wettbewerbsneutral stattfinden. Das wäre im Falle einer erneuten deutschen Insellösung nicht der Fall.

Einnahmen aus diesen Abgaben müssen zweckgebunden für Klimaschutzmaßnahmen im Luftverkehr eingesetzt werden. Markus Wahl weiter: „Ein nationaler Alleingang ist weder ökologisch noch ökonomisch sinnvoll. Er würde zu Abwanderungsbewegungen ins benachbarte europäische Ausland und zu massiven Wettbewerbsnachteilen für die deutschen Fluggesellschaften führen, die den Wirtschaftsstandort Deutschland und Arbeitsplätze in der Luftfahrt bedrohen.“

Die Luftverkehrsbranche hat sich bereits 2016 im internationalen Abkommen CORSIA (Carbon Offsetting and Reduction Scheme for International Aviation) auf die globale Regulierung ihrer Treibhaus-Emissionen verständigt, das in mehreren Stufen von der Internationen Zivilluftfahrtsorganisation ICAO umgesetzt wird.

Wir erwarten von der Politik besonnene klimapolitische Maßnahmen, die auch zur Versachlichung der gesellschaftlichen Debatte beitragen müssen.

Quelle: Vereinigung Cockpit


 

Kopernikus-Projekt P2X

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

2.09.2019 15:01

2. Roadmap des Kopernikus-Projektes P2X erschienen

Welchen Beitrag PtX-Produkte für die Energiewende leisten können, analysiert die 2. Roadmap des Kopernikus-Projektes P2X. Sie betrachtet sowohl technologische Fragestellungen als auch Aspekte von Nachhaltigkeit und sozialer Akzeptanz.

„PtX-Energieträger werden einen zentralen Beitrag für die Energiewende leisten können und müssen. Die Technologien müssen nun schnell in einem industriell relevanten Umfeld erprobt werden, um die Voraussetzung für einen großtechnischen Einsatz zu schaffen“, sagte Prof. Kurt Wagemann, Koordinator des Projekts P2X, anlässlich der Veröffentlichung der 2. Roadmap: „Optionen für ein nachhaltiges Energiesystem mit Power-to-X Technologien Nachhaltigkeitseffekte – Potenziale – Entwicklungsmöglichkeiten“ des Kopernikus-Projektes „Power-to-X“: Flexible Nutzung erneuerbarer Ressourcen (P2X).

Die Roadmap begleitet und bewertet die technologischen Entwicklungen im P2X-Projekt hinsichtlich ihres potenziellen Beitrages zur Energiewende. Dabei werden sowohl der technologische Fortschritt innerhalb des Projektes als auch die wechselnden Anforderungen für mögliche Anwendungsbereiche im Kontext der Energiewende berücksichtigt. Der Fokus der 2. Roadmap liegt auf der Frage der Entwicklungen bzgl. der Nachhaltigkeit der Verfahren und Produkte, ihrer techno-ökonomischen Bewertung und Aspekte der sozialen Akzeptanz. Darüber hinaus werden intensiv Aspekte der Systemkompatibilität und die Betrachtung von Potenzialen auf der Herstellungs- und Anwendungsseite diskutiert.

Die wesentlichen Aussagen sind:
• PtX-Produkte können nur dann zur Treibhausgasreduktion beitragen, wenn fast ausschließlich erneuerbarer Strom für ihre Herstellung verwendet wird.
• PtX-Produkte werden auch absehbar deutlich teurer als ihre fossile Referenz bleiben.
• Eine breite Markteinführung setzt eine zügige Weiterentwicklung und Erprobung im relevanten Umfeld voraus.
• Eine Einschätzung der Akzeptanz ist aufgrund des teilweise noch niedrigen technischen Entwicklungsstandes und damit einhergehenden geringen Sichtbarkeit schwierig.
• Für eine erfolgreiche Umsetzung müssen sich Angebot und Nachfrage parallel entwickeln. Dabei spielen regulatorische Rahmenbedingungen eine entscheidende Rolle.

Das Projekt entwickelt stoffliche Power-to-X-Technologien zur Herstellung synthetischer Chemieroh- und Kraftstoffe, um auf Basis erneuerbarer Energien im Kontext der Energiewende stoffliche Energieträger und Rohstoffe bereitzustellen.

Die 2. Roadmap ist elektronisch auf https://dechema.de/studien.html sowie den Webseiten der beteiligten Projektpartner verfügbar.
Gedruckte Exemplare sind auf Anfrage bei der DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V. (roadmap-p2x(at)echema.de) erhältlich.

Quelle: idw

Rolls-Royce unterstützt Power-to-X-Initiative in Brandenburg

nachhaltige Luftfahrt

16.08.2019

  • Geschäftsbereich Power Systems unterzeichnet Absichtserklärung zum Bau einer Demonstrationsanlage zur Herstellung synthetischer Kraftstoffe
  • Schell: „Wir elektrifizieren das Gesamtsystem inklusive des Kraftstoffs“
  • Wichtiger Schritt zur Sektorkopplung und zur Dekarbonisierung von Antrieb und Energieerzeugung

Rolls-Royce wird die Erforschung von grünen Kraftstoffen in der ostdeutschen Region Lausitz zusammen mit dem Land Brandenburg, der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus sowie weiteren industriellen Partnern unterstützen. Das haben die Beteiligten in einer Absichtserklärung (Letter of Intent) vereinbart. Diese wurde seitens Rolls-Royce von Andreas Schell, dem Vorstandsvorsitzenden von Rolls-Royce Power Systems, unterschrieben. Der Letter of Intent wurde von Bundesumweltministerin Svenja Schulze und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke am 16. August in Cottbus vorgestellt.

Vorgesehen sind die Einrichtung eines Power-to-X-Kompetenzzentrums an der Technischen Universität Cottbus-Senftenberg und der Aufbau einer Demonstrationsanlage zur Herstellung synthetischer Kraftstoffe sowie chemischer Stoffe mit Hilfe von elektrischer Energie aus Photovoltaik und Windkraftanlagen. Die Region Lausitz hat als bisherige Kohle- und Chemieregion große Kompetenzen, die für den Aufbau eines Power-to-X-Kompetenzzentrums nützlich sind.

„Bei der Energiewende und der Nutzung erneuerbarer Energien spielen synthetische Kraftstoffe eine entscheidende Rolle. Sie sind ein wesentliches Element in der dringend notwendigen Sektorkopplung, also der engen Verzahnung einzelner Teile des Energiesystems, beispielsweise Elektrizität, Mobilität sowie Wärme und Kälte. Wir elektrifizieren das Gesamtsystem für Antrieb und Energie inklusive des Kraftstoffs, indem wir ihn mit erneuerbaren Energien klimaneutral herstellen“, sagt Schell.

Dr. Petar Pelemis, Leiter des Bereichs Strategie und Produktmanagement beim Geschäftsbereich Power Systems von Rolls-Royce, betont: „Power-To-X-Kraftstoffe ersetzen nicht nur fossile Brennstoffe, sondern sie können problemlos gelagert und transportiert werden. Mit ihnen können uns Antrieb und Energieerzeugung CO2-neutral gelingen, wie wir es in unserem Green- und Hightech-Programm unter dem Stichwort Dekarbonisierung skizziert haben.“ Rolls-Royce ist zum einen interessiert am Einsatz der synthetischen Kraftstoffe in Gas- und Dieselmotoren sowie in Flugzeugturbinen und will zum anderen auch seine Erfahrungen und Kompetenzen als Anbieter von Komplettlösungen zur Energieversorgung in das Projekt einbringen.

nachhaltige Luftfahrt

Rolls-Royce unterstützt Power-to-X-Initiative in Brandenburg: Dr. Petar Pelemis (links), Mitglied der Executive Leadership Group von Rolls-Royce und Leiter der Strategie und des Produktmanagements des Geschäftsbereichs Power Systems, übergab zusammen mit Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (zweiter von rechts) eine Absichtserklärung zur Herstellung synthetischer Kraftstoffe mit Hilfe erneuerbarer Energiequellen an Bundesumweltministerin Svenja Schulze (rechts). In der Absichtserklärung unterstützen unter anderem Industrieunternehmen wie Rolls-Royce, die brandenburgische Landesregierung und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt die Aktivitäten der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg auf dem Gebiet der Herstellung synthetischer Kraftstoffe. Geplant sind der Aufbau eines wissenschaftlichen Kompetenzzentrums und einer Demonstrationsanlage. Zu den Unterzeichnern gehört auch die Lufthansa-Group, vertreten durch Kay Lindemann (zweiter von links).

Im laufenden Betrieb einer künftigen Power-to-X-Demonstrationsanlage lassen sich Erkenntnisse gewinnen zum Einsatz synthetischer Kraftstoffe für Mobilität zu Lande, zu Wasser und in der Luft sowie zur Wärme- und Stromerzeugung und wie sich die CO2-Bilanz eines solchen Verfahrens gestaltet.

Zu den weiteren Unterzeichnern der Absichtserklärung gehören das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), das Chemieunternehmen BASF, die Lufthansa-Group sowie der Elektrolysespezialist Sunfire.

Brandenburg und Rolls-Royce verbindet eine langjährige Partnerschaft. Erst im Juli hatte Rolls-Royce Deutschland mit der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg eine Zusammenarbeit zur Erforschung und Entwicklung hybridelektrischer Energie- und Antriebssysteme für die Luftfahrt vorgestellt.

Quelle: Rolls-Royce

Wie wir morgen fliegen: verantwortungsbewusst und nachhaltig

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

Gemeinsame Erklärung der Mitglieder des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL)

Die Nachfrage nach Luftverkehr wächst mit der Wohlstandsentwicklung in vielen anderen Staaten der Welt weiter: Luftverkehr führt Menschen weltweit zusammen, ermöglicht den eilbedürftigen Transport werthaltiger Güter, bedeutet Entwicklungshilfe für viele Länder und ermöglicht es den Menschen, andere Länder und Kulturen kennenzulernen. Das ist alles unverzichtbar in einer freien und globalisierten Welt. Dabei hat der Luftverkehr an den weltweiten CO2-Emissionen einen Anteil von 2,8 Prozent. Deswegen sagen wir: Klimaschutz geht uns alle an und wir müssen handeln, nachhaltig und wirkungsvoll.

Maßnahmen für den Klimaschutz gemeinsam vorantreiben

Wir sehen die Frage, wie der Luftverkehr nachhaltiger und besser in Einklang mit dem Klimaschutz gebracht werden kann, als eine der zentralen gemeinsamen Herausforderungen von Luftverkehrswirtschaft, Politik und Gesellschaft. Wir wollen auf diese Herausforderung mit konkreten Maßnahmen antworten. Dies ist unsere Agenda:

1. Das CO2-neutrale Fliegen ermöglichen

Wir wollen erreichen, dass die luftverkehrsbedingten CO2-Emissionen auf null sinken. Wir wissen, dass dieses Ziel nur erreichbar ist, wenn das fossile Kerosin durch regenerative Kraftstoffe ersetzt wird. Die derzeit auch ökologisch beste Lösung ist ein Kraftstoff, der im sogenannten„Power-to-Liquid“-Verfahren gewonnen wird.

Um hier Fortschritte zu erzielen, bedarf es gemeinsamer Anstrengungen von Politik und Wirtschaft:

  • Wir sind bereit, uns bei Pilotprojekten zum Aufbau industrieller Anlagen zur Herstellung des Power-to-Liquid-Kraftstoffs zu beteiligen.
  • Wir brauchen eine Roadmap für den Aufbau von entsprechenden Produktionsanlagen und für die Bereitstellung eines regenerativen Kraftstoffs zu wettbewerbsfähigen Preisen. Dabei ist es Aufgabe der UN-Luftfahrtorganisation ICAO, hierfür die Rahmenbedingungen international zu setzen, damit eine hinreichende Nachfrage nach einem regenerativen Kraftstoff im weltweiten Luftverkehr sichergestellt werden kann.
  • Die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten sollten in einer gemeinsamen industriepolitischen Initiative die Voraussetzungen für ein hinreichendes Angebot von Produktionsanlagen und Kraftstoff schaffen und die ICAO bei der Setzung der erforderlichen Rahmenbedingungen für die Nachfrage unterstützen.
  • Wir schlagen vor, dass die Bundesregierung die Einnahmen aus der Luftverkehrsteuer zugunsten der Markteinführung regenerativer Kraftstoffe verwendet. Derzeit nimmt der Staat pro Jahr rund 1,2 Mrd. Euro Luftverkehrsteuer ein, ohne dass das Steueraufkommen gezielt für klimapolitische Zwecke im Luftverkehr eingesetzt wird.

2. Schon heute die Kompensation der Klimawirkung von Flügen erleichtern und ausweiten

Bereits heute besteht die Möglichkeit, dass Fluggäste die Klimawirkung ihres jeweiligen Fluges gegen einen Aufpreis kompensieren und damit klimaneutral fliegen. Von dieser Möglichkeit machen derzeit nur sehr wenige Personen Gebrauch.

  • Wir werden deswegen die Angebote an die Kunden zu einer Kompensation der Klimawirkung ihrer Flüge erleichtern. Um die Fluggäste besser auf diese Angebote aufmerksam zu machen und entsprechende Entscheidungen zu erleichtern, wollen wir Angebote zur Kompensation oder Förderung nachhaltiger Umweltprojekte bereits in den Buchungsprozess implementieren.
  • Wir schlagen gleichzeitig vor, dass der Gesetzgeber die bestehende steuerliche Absetzbarkeit von Klimakompensation so weiterentwickelt, dass sie nicht nur für Privatpersonen sondern auch für Geschäftskunden nutzbar wird.

3. Im europäischen Luftraum CO2-Emissionen senken:

Die Weiterentwicklung eines „Single European Sky“ ist aktiver Klimaschutz: Bereits mit der Optimierung der Flüge im deutschen Luftraum konnten und können wir Umwege und damit Treibstoffverbrauch reduzieren. Mit der Optimierung von Flugwegen im gesamten europäischen Luftraum könnten bis zu 10 Prozent Treibstoff und Emissionen eingespart werden. Dazu bedarf es mehr grenzüberschreitender Kooperation der nationalen Flugsicherungsorganisationen, mehr Automatisierung der Lotsendienste und mehr Flexibilität beim Lotseneinsatz.

Wir halten es daher für erforderlich, dass die EU und ihre Mitgliedstaaten das Regulierungssystem der Flugsicherung in Europa neu justieren und die Einführung neuer Technologien zur Erleichterung der Lotsentätigkeit vorantreiben.

4. Wir investieren in energieeffizienten Luftverkehr

Mit unseren Investitionen in energieeffiziente Flugzeuge und Flugverfahren haben wir die CO2- Emissionen pro Personenkilometer auf unseren Flügen seit 1990 um 43 Prozent senken können. In diesem Sinne werden wir unsere Investitionen in klimaschützende Technologien fortführen:

  • Wir werden unsere Flugzeugflotten weiter erneuern und mit energieeffizienteren Flugzeugen ausstatten. Mit diesen Investitionen werden wir die spezifischen CO2-Emissionen jährlich weiter senken und dazu regelmäßig die Reduktionsschritte reporten. Jede neue Flugzeuggeneration verbrennt 25 Prozent weniger Kerosin und emittiert entsprechend weniger. Heute verbrauchen die Flugzeuge der deutschen Fluggesellschaften im Schnitt 3,58 Liter pro 100 Personenkilometer im Vergleich zu 6,3 Liter im Jahr 1990.
  • Die deutschen Flughäfen werden ihre eigenen CO2-Emissionen bereits bis 2030 um 50 Prozent reduzieren – unter anderem durch Investitionen in energieeffiziente Gebäude und elektrisch betriebene Fahrzeuge. Darüber hinaus haben sich 190 europäische Flughäfen, darunter auch die größten deutschen Airports, verpflichtet, ihre CO2-Emissionen weiter zu reduzieren mit dem verbindlichen Ziel, bis 2050 vollständig CO2-neutral zu sein.

5. Das Schienennetz stärken, Intermodalität ermöglichen

Der inländische Luftverkehr hat gegenwärtig einen Anteil von 0,3 Prozent an den CO2-Emissionen in Deutschland. Innerdeutsche Flüge finden im Wesentlichen nur noch auf längeren Strecken statt, d.h. dort, wo die Bahnreisezeit es den Geschäftsreisenden nicht ermöglicht, einen Termin an einem Tag wahrzunehmen. Auf kurzen Strecken wird der Luftverkehr fast ausschließlich von international umsteigenden Passagieren genutzt.

In der Vergangenheit wurde bereits viel innerdeutscher Verkehr auf Bahn und Bus verlagert, und in der Folge wurden dann auch innerdeutsche Flugstrecken eingestellt. Eine erfolgreiche Verlagerung hat immer dann stattgefunden, wenn ein attraktives Angebot bestand, die ent- sprechende Infrastruktur vorhanden war und die Reisezeit bei der Bahn nicht länger als drei Stunden war.

Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, kann sich Verkehr von der Luft auf die Schiene verlagern:

  • Dazu bieten wir unseren Kunden bereits im Buchungsprozess die Bahnreise als Zubringer für ihre internationalen Flüge an.
  • Wo eine Fernbahnanbindung fehlt, wie am internationalen Drehkreuz in München, muss sie so bald wie möglich geschaffen werden.
  • Wo mittels attraktiver Schnellbahnverbindungen die Kunden überwiegend auf eine attraktive Verbindung mit der Bahn umsteigen, stellen wir den Luftverkehr ein, wie zum Beispiel zuletzt auf der Strecke Berlin-Nürnberg.

6. Klimaschutzmaßnahmen im Luftverkehr international realisieren

Im Luftverkehr, der international ist, sind nationale Alleingänge der falsche Weg. Insbesondere klimapolitische Regulierungen durch nationale Steuern, Abgaben oder Verbote sind ökologisch und ökonomisch kontraproduktiv. Denn solche Maßnahmen senken CO2-Emissionen nicht, son- dern verschieben sie lediglich in andere Regionen, wo diese Abgaben nicht erhoben werden, zu Lasten der jeweiligen Heimatindustrie. Der Flugverkehr wird nicht reduziert, sondern nur verlagert. Regulierungen im Luftverkehr sollten auf internationaler Ebene erfolgen, dann sind sie auch klimapolitisch wirksam.

In Deutschland gibt es mit der Luftverkehrsteuer bereits eine nationale Abgabe, die das Volumen der in Frankreich geplanten Steuer deutlich übersteigt. Unterschiedliche nationale Lösun- gen fördern nur Umgehungseffekte, inklusive zusätzlicher Umweltbelastungen.

Stattdessen unterstützen wir grenzüberschreitende, wettbewerbsneutrale Lösungen bei der CO2-Bepreisung, die auch tatsächlich etwas für den Klimaschutz bringen:

  • Wir halten den Emissionshandel als marktbasiertes Instrument zur Begrenzung und Reduktion der CO2-Emissionen und zur CO2-Bepreisung im Luftverkehr für die geeignetste Lösung. Wir finanzieren dies durch den Kauf der hierfür erforderlichen Emissionszertifi- kate. Mit der Einbeziehung des inländischen und europäischen Luftverkehrs in den Euro- päischen Emissionshandel wächst dieser Luftverkehr bereits seit 2012 CO2-neutral. Das heißt, dass seit mehr als sieben Jahren durch zusätzliche Flüge kein zusätzliches CO2 ent- steht. Bis 2030 wird darüber hinaus durch den Emissionshandel sichergestellt, dass ins- gesamt die CO2-Emissionen der einbezogenen Wirtschaftsbereiche (Energiewirtschaft, verarbeitendes Gewerbe, Luftverkehr) gegenüber dem Jahr 2005 um 43 Prozent reduziert werden.
  • Die Einbeziehung auch des weltweiten Luftverkehrs in den Emissionshandel ließ sich in der internationalen Staatengemeinschaft nicht durchsetzen. Stattdessen soll der welt- weite Luftverkehr ab 2021 dem international abgestimmten CO2-Kompensationssystem CORSIA unterliegen. Mit diesem System werden die wachstumsbedingten Emissionen dann auch im weltweiten Luftverkehr kompensiert werden. Damit ist dann auch das in- ternationale Luftverkehrswachstum CO2-neutral. Auch dieses System finanzieren die Fluggesellschaften durch den Erwerb entsprechender Kompensationszertifikate. Mit Hilfe der Politik wollen wir die noch zögerlichen Länder (u. a. China, Russland, Indien und Brasilien) gewinnen, sich diesem CO2-Kompensationssystem bereits ab 2021 anzuschließen.
Quelle: BDL

CO2-neutraler Treibstoff aus Luft und Sonnenlicht

Beitrag zum Klimaschutz

13.06.2019 | Medienmitteilung

Forschende der ETH Zürich haben die Technologie entwickelt, die aus Sonnenlicht und Luft flüssige Treibstoffe herstellt. Zum ersten Mal weltweit demonstrieren sie die gesamte thermochemische Prozesskette unter realen Bedingungen. Die neue solare Mini-Raffinerie steht auf dem Dach des Maschinenlaboratoriums der ETH Zürich.

CO2-neutrale Treibstoffe sind für eine nachhaltigere Luft- und Schifffahrt von zentraler Bedeutung. ETH-Forschende haben eine solare Anlage gebaut, mit der sich synthetische flüssige Treibstoffe herstellen lassen, die bei der Verbrennung nur so viel CO2 freisetzen, wie zuvor der Luft entnommen wurde. CO2 und Wasser werden direkt aus der Umgebungsluft abgeschieden und mit Solarenergie aufgespalten. Das Produkt ist Syngas, eine Mischung aus Wasserstoff und Kohlenmonoxid, welches anschliessend zu Kerosin, Methanol oder anderen Kohlenwasserstoffen verarbeitet wird. Diese können direkt in der bestehenden globalen Transportinfrastruktur verwendet werden.

«Mit dieser Anlage beweisen wir, dass die Herstellung von nachhaltigem Treibstoff aus Sonnenlicht und Luft auch unter realen Bedingungen funktioniert», erklärt Aldo Steinfeld, Professor für Erneuerbare Energieträger an der ETH Zürich, der die Technologie mit seiner Forschungsgruppe entwickelt hat, und betont die Besonderheit der Anlage: «Das thermochemische Verfahren nutzt das gesamte Sonnenspektrum und läuft bei hohen Temperaturen ab. Dies ermöglicht schnelle Reaktionsgeschwindigkeiten und einen hohen Wirkungsgrad.» Die Forschungsanlage steht mitten in Zürich und dient der ETH Zürich dazu, die Forschung an nachhaltigen Treibstoffen vor Ort voranzutreiben.

Kleine Demonstrationsanlage – grosses Potential

Die solare Mini-Raffinerie auf dem Dach der ETH beweist die Umsetzbarkeit der Technologie – selbst unter den klimatischen Verhältnissen in Zürich – und produziert rund einen Deziliter Treibstoff pro Tag. Steinfeld und seine Gruppe sind bereits daran, den Solarreaktor im grossen Massstab im Rahmen des EU-Projekts sun-to-liquid in der Nähe von Madrid zu testen. Zeitgleich mit der Zürcher Mini-Raffinerie wird die Madrider Solarturm-Anlage heute der Öffentlichkeit präsentiert.

Solare Mini-Raffinerie
Die Forschungsanlage steht auf dem Dach des ETH-Gebäudes an der Sonneggstrasse. (Bild: ETH Zürich / Alessandro Della Bella)

Das nächste Ziel ist, die Technologie auf industrielle Grösse zu skalieren und Wettbewerbsfähigkeit zu erreichen. «Eine Solaranlage von einem Quadratkilometer Fläche könnte pro Tag 20‘000 Liter Kerosin produzieren. Theoretisch kann man mit einer Anlage auf der Fläche der Schweiz oder eines Drittels der Mojave-Wüste in Kalifornien den Kerosin-Bedarf der gesamten Luftfahrt decken. «Ziel ist, dass wir in Zukunft mit unserer Technologie effizient nachhaltige Treibstoffe produzieren und so zur Verringerung des weltweiten CO2-Ausstosses beitragen», sagt Philipp Furler, Direktor (CTO) von Synhelion und ehemaliger Doktorand in Steinfelds Gruppe.

ETH Gas to Liquid Versuchsreaktor am Dienstag, 6.5.2019 in Zuerich. (ETH/Alessandro Della Bella)

Bereits zwei Spin-offs

Aus der Forschungsgruppe von Aldo Steinfeld sind zwei Spin-offs hervorgegangen: Synhelion entstand 2016 und arbeitet daran, die Technologie zur Herstellung von Solartreibstoffen auf den Markt zu bringen. Climeworks wurde bereits 2010 gegründet und kommerzialisiert die Technologie zur Abscheidung von CO2 direkt aus der Luft.

Quelle: ETH-Zürich

transportlogistic: Sachsen-Anhalt will ‘New Mobility’ fördern

Power-to-Liquid

Verkehrsminister Webel offen für neue Mobilitätskonzepte

München, 5. Juni 2019: Das Land Sachsen-Anhalt nutzte die Münchner Leitmesse für Logistik, Mobilität, IT und Supply Chain Management “transportlogistic 2019” (4. bis zum 7. Juni, 2019), um vor einem internationalen Fachpublikum Potenzial und Dynamik seiner Logistik- und Verkehrsdienstleistungsbranche herauszustellen.

Pressefrühstück mit Minister Webel

In einem Pressegespräch unterstrich Verkehrsminister Thomas Webel dabei das besondere Interesse des Landes an neuen, zukunftsweisenden Konzepten und Technologien zur Verbesserung der Nachhaltigkeit im Verkehr, insbesondere zur Reduzierung des CO2-Footprints. Das Land, so Webel, sei offen für innovative Lösungen und biete mit seiner speziellen Unternehmensstruktur schon heute beste Voraussetzungen für die Umsetzung entsprechender Konzepte.

Nachdem bereits vor Kurzem der bayerische Ministerpräsident Markus Söder die volle oder teilweise Befreiung von der Energiesteuer für alternative, EE-strombasierte, synthetische Treibstoffe in den Raum gestellt hatte, lag die Frage nahe, ob sich auch Sachsen-Anhalt dieser Vorstellung anschließen könnte. “Ja, auf jeden Fall!” antwortete Minister Webel. Man müsse alles tun, um auf Bundesebene die Einführung EE-strombasierter Treibstoffe zu erleichtern und schnell zu entsprechenden Einsparungen bei der CO2-Bilanz zu kommen. Steuererleichterungen seien so lange sinnvoll, bis EE-strombasierte Treibstoffe im Wettbewerb mit fossilen Treibstoffen bestehen könnten.

In diesem Zusammenhang verwies der Minister auch auf die erfreuliche Entwicklung der Airport-Region Leipzig-Halle zu einem der wichtigsten Drehkreuze für Luftfracht in Europa. Der Minister unterstrich dabei die besondere Bedeutung nachhaltiger Treibstoffe für den Luftverkehr, zumal die Luftfahrt die Ziele des Pariser Klimaabkommens nur über die zeitnahe Einführung CO2-armer und – im Idealfall – sogar CO2-neutraler Treibstoffe erreichen kann.

Die Kosten für synthetisches Jet A1 liegen derzeit jedoch noch – teils auch aufgrund der Energiesteuer – deutlich über denen fossilen Kerosins. Ein Fortfall oder eine Minderung der Besteuerung würden beispielsweise in der steuerpflichtigen Geschäftsluftfahrt nicht nur die Einführung klimaschonender Kraftstoffe erleichtern, sondern – in der Folge – auch deren Marktdurchdringung in der Gesamtluftfahrt erheblich beschleunigen.

Power-to-Liquid

Die IASA sieht sich durch das Statement von Minister Webel in ihren Bemühungen bestätigt, die Einführung EE-strombsierter Treibstoffe für die Luftfahrt zu forcieren. Als Verband für mehr Nachhaltigkeit in der Luftfahrt unterstützt IASA verschiedene Initiativen zur Entwicklung sogenannter Power-to-Liquid-Demonstrationsanlagen (Power-to-Liquid, PtL).

Mit PtL ist hier die Methode gemeint, aus Erneuerbaren Energien Wasserstoff zu erzeugen und mit CO2, das künftig aus der Atmosphäre gewonnen werden soll, synthetisches und klimaneutrales JetFuel zu produzieren. Mittels der sogenannten „Fischer-Tropsch-Synthese“ erzeugtes Kerosin ist in der Luftfahrt schon heute nach der internationalen Normierungsbehörde ASTM für eine bis zu 50-prozentige Beimischung zu fossilem Kerosin (blend) zugelassen. Der Kraftstoff ist „drop-in-fähig“, erfordert also keinerlei Modifikationen an Triebwerken oder Fluggerät.

"New Mobility" in Sachsen-Anhalt

Pressetermin mit Thomas Webel: Um über den Standort Sachsen-Anhalt und Konzepte zur “New Mobility” zu informieren, hatte der Minister für Landesentwicklung und Verkehr (hinten Mitte) zu einem Pressetermin an den Gemeinschaftsstand von Sachsen-Anhalt geladen. Für IASA nahm Michael Wühle in seiner Funktion als stellvertretender Chefredakteur des IASA-Journals teil. Wühle nutzte zugleich die Gelegenheit, um den Minister über IASA-Aktivitäten zur Förderung der PtL-Technologie für Flugtreibstoffe zu informieren.

Die Technologie zur Herstellung dieser innovativen Kraftstoffe ist in Deutschland vorhanden und weitestgehend marktreif. Mehr über die IASA und die Power-to-Liquid-Projekte erfahren Sie über unsere Homepage https://iasaev.org oder über unsere PtL-Projektseite www.power-to-liquid.org


 

Jetzt Produktion klimafreundliche Flugtreibstoffe fördern

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

IASA will Power-to-Liquid-Projekte (PtL) beschleunigen

Seit nunmehr fünf Jahren wirbt IASA für die Einführung klimafreundlicher, im Idealfall sogar CO2-neutraler Flugtreibstoffe auf sogenannter PtL-Basis. Die Aussicht auf eine mögliche Befreiung von der Energiesteuer ist geeignet, so IASA, die kommerzielle Realisierung von Power-to-Liquid-Projekten (PtL) erheblich zu beschleunigen. Mittels der sogenannten „Fischer-Tropsch-Synthese“ gewonnenes Kerosin ist schon heute nach der internationalen Normierungsbehörde ASTM für eine bis zu 50-prozentige Beimischung zu fossilem Kerosin (blend) in der Luftfahrt zugelassen. Der Kraftstoff ist „drop-in-fähig“, erfordert also keinerlei Modifikationen an Triebwerken oder Fluggerät. Die Technologie zur Herstellung dieser innovativen Kraftstoffe ist in Deutschland vorhanden und weitestgehend marktreif.

Die Kosten für synthetisches Kerosin liegen jedoch derzeit noch – teils auch aufgrund der Energiesteuer – deutlich über denen des fossilen Kerosins Jet A1. Ein Fortfall der Besteuerung würde die Einführung klimaschonender Kraftstoffe in den von der Steuer betroffenen Segmenten erleichtern und damit helfen, derartige Kraftstoffe auf breiter Basis einzuführen.

Die IASA unterstützt derzeit mehrere Demonstrationsprojekte in Deutschland zur Erzeugung von synthetischem, klimaneutralen Flugtreibstoff. Da in der Öffentlichkeit dieses klimaschonende und nachhaltige Verfahren noch weitgehend unbekannt ist, benötigen „PtL-Leuchtturmprojekte“ noch eine breite Unterstützung, insbesondere durch die Nutzer der Luftfahrt, die Passagiere. IASA appelliert  daher an alle Interessenten einer nachhaltigen Luftfahrt, entsprechende PtL-Initiativen und Projekte zu unterstützen. Für weitergehende Informationen siehe  https://iasaev.org oder www.power-to-liquid.org

Das Interview mit dem bayerischen Ministerpräsidenten, Dr. Markus Söder ist unter folgendem Link abrufbar: Mediathek des Bayerischen Fernsehens (BR)

Söder: Umstieg auf synthetische Kraftstoffe belohnen

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

Bayerischer Ministerpräsident will Energiewende im Verkehr beschleunigen

München, 30. Mai 2019: Der bayerische Ministerpräsident will die Energiewende im Verkehr beschleunigen. In der ‘Münchner Runde’ des Bayerischen Fernsehens sprach sich Dr. Markus Söder am 30. Mai für eine Steuerbefreiung EE-strombasierter synthetischer Kraftstoffe aus.

Schwerpunkt der Diskussion mit dem bayerischen Landesvater war das Ergebnis der Europawahl. Die Wahl, so Söder, habe verdeutlicht, dass die Mehrzahl der Wähler in Deutschland mehr Klimaschutz wolle. In diesem Kontext verwies Söder auch auf die Wirkungslosigkeit einer sogenannten Ökosteuer und die Tatsache, dass Steuern dieser Art nur dem Staat Einnahmen verschaffen, in Punkto CO2-Reduzierung aber wirkungslos bleiben.

Statt Verkehrsteilnehmer zu bestrafen will der bayerische Ministerpräsident Anreize für mehr Klimaschutz schaffen und klimafreundliches Verhalten belohnen. Man müsse dem Verkehrsteilnehmer klimafreundlichere Alternativen anbieten, wenn man eine schnelle Energiewende im Verkehr wünsche. In diesem Zusammenhang plädierte Söder für mehr Innovation im Verkehrssektor und vor allem für intelligente Anreizsysteme, die eine möglichst große Breitenwirkung erzielen. Söder: „Das Konzept zu glauben, mit Strafe etwas zu erreichen, halte ich für falsch! Wir müssen ein intelligentes Angebot der Anreize setzen!“  Dies gelte auch für den Umstieg auf synthetische, klimaneutrale Kraftstoffe, für die er sich – so Söder – am Ende eine komplette Steuerfreiheit vorstellen könne.

IASA begrüßt Söder Vorstoß

Als Verband zur Förderung der Nachhaltigkeit in der Luftfahrt begrüßt die IASA ausdrücklich den Vorstoß des bayerischen Ministerpräsidenten, klimafreundliche Kraftstoffe steuerlich zu begünstigen bzw. von der Energiesteuer freizustellen! Ein klares politisches Bekenntnis zu verantwortungsbewusster Mobilität sei aus Sicht der IASA heute wichtiger denn je. Wenn man Wettbewerbsfähigkeit, Wirtschaft und Wohlstand in unserem Land nicht gefährden wolle, führe der Weg zu mehr Klimaschutz vor allem über mehr Innovation und nicht über Verbote. Dies gelte insbesondere für den Luftverkehr, der noch auf lange Sicht auf Kraftstoffe hoher Energiedichte angewiesen sei – ein Problem, das sich derzeit nur über EE-strombasierte, CO2-arme bzw. CO2-neutrale Kraftstoffe aus Erneuerbaren Energien lösen lasse.

Förderung strombasierter Kraftstoffe

strombasierte Kraftstoffe

Landesflughafen fördert neue Verbindungen und emissionsarmes Fliegen

Flughafen Stuttgart, 09.05.2019

Am Flughafen Stuttgart gelten ab dem 01. Juli 2019 neue Preise für Starts und Landungen. Damit soll der Ausbau des Streckennetzes und der Einsatz innovativer Techniken wie z.B. elektrische Antriebe oder strombasierte Kraftstoffe gezielt gefördert werden. Dazu wird transparent gemacht, welche Unterstützung Airlines für neue Ziele erwarten dürfen. Eine neue Entgeltordnung wurde dafür Ende Januar 2019 beim Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg eingereicht und von der Behörde nun genehmigt.

Nachhaltigkeit und Klimaschutz fördern

Verkehrsminister Winfried Hermann, Aufsichtsratsvorsitzender des Flughafen Stuttgart, lobte die neue Entgeltordnung als wichtigen Beitrag zu Transparenz und Diskriminierungsfreiheit. Er sagte: „Darüber hinaus wird eszukünftig noch mehr darum gehen, Nachhaltigkeit und Klimaschutz durch entsprechende Entgeltanreize zufördern.“

Walter Schoefer, Sprecher der Geschäftsführung der Flughafen Stuttgart GmbH (FSG), begrüßte die Neufassung: „Wir haben gemeinsam mit unseren Airlinepartnern über viele Jahre hinweg unsere Konnektivität im Interesse der Menschen und des Wirtschaftsstandorts ausgebaut. Damit die Region auch zukünftig wettbewerbsfähig bleibt, müssen wir weiter an unserem Mobilitätsangebot arbeiten. Gleichzeitig muss das Fliegen so schnell wie möglich klimafreundlicher werden. Die neue Entgeltordnung ist einer der Bausteine dazu, mit de- nen wir als Infrastrukturanbieter dafür Anreize setzen können.“

Dr. Arina Freitag, Geschäftsführerin der Flughafen Stuttgart GmbH sagte: „Mit der neuen Entgeltordnung sind wir deutschlandweit der erste Airport, der mit diesem Instrument den Einsatz von alternativem Kerosin und elektrisches Fliegen fördert. Gleichzeitig belohnen wir die Aufnahme neuer Strecken und gut ausgelastete Maschinen. Nachhaltigkeit heißt für uns auch, dass wir langfristig denken und uns an den Bedürfnissen aller Stakeholder orientieren. Für unsere Fluggäste wollen wir unser Streckennetz nachhaltig weiterentwickeln, für unsere Nachbarn fördern wir möglichst leises Fluggerät. “

strombasierte Kraftstoffe

In der neuen Entgeltordnung für die Airlines werden für leisere Flugzeugtypen günstigere Gebühren fällig, während für lautere Flugzeuge deutlich höhere Preise gelten. Flugbewegungen in den Tagesrandzeiten, also nach 22 Uhr, werden mindestens doppelt so teuer als bisher. Flugzeuge mit elektrischen Antrieben werden zukünftig ein Jahr lang gratis in Stuttgart landen dürfen. Darüber hinaus wird der Einsatz von alternativen Treibstoffen gefördert. Ziel der strategischen Anpassung ist es, den Airlines langfristige Anreize für die An- schaffung besonders leiser und klimafreundlicher Flugzeuge zu setzen. Mit den Entgelten finanziert der Flughafen seine Infrastruktur wie Flugbetriebsflächen und Terminals.

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