Greener Skies Ahead 2019

Kopernikus P2X

Bonn, 20. November 2019

Der Luftfahrtverband IASA e.V. veranstaltete auch in diesem Jahr eine Konferenz aus der Reihe “GREENER SKIES AHEAD 2019” zum Themenbereich Nachhaltige Luftfahrt.

Die Veranstaltung fand diesmal im Wissenschaftszentrum Bonn statt und war mit circa achtzig Teilnehmern gut besucht. Nach Grußworten des Bonner Oberbürgermeisters Ashok Sridharan und des Köln/Bonner Flughafenchefs Johan Vanneste, die beide die Wichtigkeit einer nachhaltigen und damit klimafreundlichen Luftfahrt unterstrichen, startete der fachliche Teil der Konferenz.

Greener Skies Ahead 2019

Konferenz GREENER SKIES AHEAD 2019 im Wissenschaftszentrum Bonn

Der Vorstandsvorsitzende der IASA e.V., Rudolf Dörpinghaus, eröffnete dann die Konferenz und verwies auf das 10. Jubiläum der Konferenzreihe GREENER SKIES AHEAD und das 5-jährige Jubiläum der IASA in ihrem Bemühen, das Thema Power-to-Liquid nach vorne zu bringen.

War das Kürzel PtL im Jahr 2014 noch ein “Geheimcode”, den nur sehr wenige Menschen entschlüsseln konnten, so ist PtL heute in aller Munde so Dörpinghaus. Daran hat auch die IASA mit ihren Konferenzen, Artikeln und Projekten einen erheblichen Anteil wie der Redner betonte.

Als weitere erfreuliche Entwicklung nannte Rudolf Dörpinghaus den Aufbau der eigenen Nachwuchsorganisation IASA-Graduate, deren Mitglieder die Idee einer nachhaltigen Luftfahrt im Kreis akademischer Nachwuchskräfte verbreiten und verstärken.

GREENER SKIES AHEAD 2019

Rudolf (Rolf) Dörpinghaus, President IASA e.V.

Die komplette Rede von Rudolf Dörpinghaus, “Sustainable Aviation – The Urgent Need for Transformation“, kann über die Homepage des Luftfahrtverbands heruntergeladen werden.

Transformation der Luftfahrt

Die Fachvorträge spannten den Bogen über die gegenwärtig drängendsten Probleme und Herausforderungen der Luftfahrt bei der Erfüllung der Klimaschutzziele der Branche und einer erfolgreichen Energiewende. Es gab Beiträge zu folgenden Themenblöcken:

  • PtL-Solutions / The State of the Art
  • Tackling CO2 in Air Transport
  • Sustainable Airports – Infrastructure and Services
  • Electro Hybrid Aircraft Solutions

Die Reihe der Fachvorträge wurde durch zwei Diskussionsrunden aufgelockert. Dabei ging es zum einen um die Frage wie PtL-Treibstoffe schnell und erfolgreich in den Markt gebracht werden können. Die andere Runde beschäftigte sich mit der Zukunft von elektro-hybriden Antrieben, die in der Luftfahrt zumindest eine Brückentechnologie darstellen werden.

Die Notwendigkeit zur Transformation der Luftfahrt in Richtung Nachhaltigkeit war das Leitthema der Konferenz. Die Fachvorträge und Diskussionen drehten sich dabei schwerpunktmäßig um die Frage, wie die Luftfahrt ihre Ziele zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen am schnellsten erreichen könne. Synthetische Treibstoffe aus Erneuerbaren Energien wie PtL-Kerosin, elektrische und hybride Antriebe für Flugzeuge als Alternative zu Verbrennungsmotoren und die Nutzung von CO2 als Rohstoff waren die Schwerpunkte.

Obwohl die Probleme und Herausforderungen nicht beschönigt wurden, zog sich doch als rote Linie die Erkenntnis durch die Veranstaltung, dass die technischen Probleme doch weitgehend gelöst sind und es “nur” darum gehe, nun endlich in die Praxis zu kommen.

Kopernikus P2X

Als Highlight des Vormittags wurde die Zusammenarbeit zwischen IASA e.V. und dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) im Projekt Kopernikus P2X bekanntgegeben. Professor Dittmeyer, Leiter des Instituts für Mikroverfahrenstechnik (KIT) erläuterte zunächst das Projekt und die bisherigen Ergebnisse aus der ersten und nun abgeschlossenen Projektphase.

Kopernikus P2X

Partner im Projekt Kopernikus P2X
v.l.n.r. Rudolf Dörpinghaus, Michael Wühle (IASA), Roland Dittmeyer (KIT)

 

In den nun folgenden Phasen wird IASA als assoziierter Projektpartner das KIT dabei unterstützen, geeignete Standorte für PtL-Produktionsanlagen in Deutschland zu finden. Weiterhin besteht die Rolle der IASA auch darin, geeignete Industriepartner und Abnehmer des dann produzierten PtL-Kerosins an Bord zu holen. Die Zusammenarbeit besiegelten die Partner mit einem Letter-of-Intent (siehe Foto).

Nachhaltigkeit messbar machen

Der Veranstalter stellte in einem weiteren Vortrag auch das selbstentwickelte ICS-System zur Transformation von Unternehmen der Luftfahrt in Richtung Nachhaltigkeit vor. Das System IASA Certified Sustainability® macht den Grad der Nachhaltigkeit von Organisationen jeder Art sichtbar und vergleichbar.

Das mit dem System verbundene Gütesiegel bestätigt der jeweiligen Organisation, Nachhaltigkeitskriterien eingeführt zu haben und diese auch tatsächlich zu leben. Das zugrundeliegende Zertifizierungssystem orientiert sich an der DIN ISO 26000 „Leitfaden zur gesellschaftlichen Verantwortung“ und übernimmt daraus Empfehlungen, die für das Gütesiegel und seinem Ziel einer nachhaltigen Entwicklung von Organisationen angepasst wurden.

Alle Vorträge der Konferenz stehen auf der Event-Seite der GSA19 zum Download zur Verfügung.

Quelle: IASA e.V.


 

Lufthansa und SWISS Kunden können bei der Buchung ihrer Flüge klimaneutrale Treibstoffe kaufen

IASA e.V. - nachhaltige Luftfahrt
  • Lufthansa und SWISS bauen Optionen für CO2-Kompensation aus und integrieren „Compensaid“-Angebot des Lufthansa Innovation Hubs in ihre Buchungsportale 
  • Nachhaltige alternative Treibstoffe ermöglichen nahezu CO2-neutrales Fliegen
  • Langjähriger Partner myclimate arbeitet eng mit „Compensaid“ zusammen und unterstützt den Service der Plattform

14.11.2019

Nach erfolgreich abgeschlossener Testphase wird die vom Lufthansa Innovation Hub entwickelte Plattform „Compensaid“ das zentrale Kompensationsangebot der Lufthansa Group. Ab sofort finden Kunden von Lufthansa und SWISS „Compensaid“ direkt im Buchungsportal der Fluggesellschaften. Damit haben sie die Möglichkeit, die bei ihrer Flugreise unvermeidlich entstehenden CO2-Emissionen mit nachhaltigen alternativen Kraftstoffen weitgehend auszugleichen. Dieses sogenannte Sustainable Aviation Fuel (SAF) ist eine der vielversprechendsten Optionen, um die Zukunft des Fliegens klimaneutral zu gestalten.

„Die Förderung nachhaltiger, alternativer Treibstoffe ist zentraler Teil unserer Klimastrategie. Wir machen sie als eine der ersten Airlines weltweit unseren Kunden als Kompensationslösung verfügbar und treiben so ihre Entwicklung voran“, so Harry Hohmeister, Konzernvorstand Deutsche Lufthansa AG und Chief Commercial Officer Network Airlines. „Damit legen wir gemeinsam mit unseren Kunden einen weiteren wichtigen Grundstein für eine nachhaltigere Luftfahrt.“

Eine industrieweite Nutzung scheitert bislang an der verfügbaren Menge und den hohen Kosten des innovativen Treibstoffes, da bislang nur wenige Raffinerien weltweit in der Lage sind, SAF zertifiziert und in ausreichenden Mengen zu produzieren.

„Compensaid“ macht SAF erstmals einem breiten Publikum zugänglich

„Wir sind überwältigt von den positiven Reaktionen, die ‚Compensaid‘ im Testbetrieb erfahren hat“, sagt Gleb Tritus, Managing Director Lufthansa Innovation Hub. „Wir freuen uns, dass wir nach der überaus erfolgreichen Anlaufphase nun ein langfristiges Angebot für Lufthansa und SWISS Kunden geschaffen haben. Damit machen wir SAF und die noch junge Technologie dahinter erstmals einem breiten Publikum bekannt.“

Es handelt sich um die weltweit erste Onlineplattform dieser Art, die Endkunden eine transparente und schnell wirksame Möglichkeit gibt, mithilfe von alternativen Treibstoffen ihren CO2-Verbrauch beim Fliegen auszugleichen.

IASA e.V. - nachhaltige Luftfahrt

Betankung Lufhansa Flugzeug in Frankfurt

“Compensaid“ arbeitet eng mit Partner myclimate zusammen

Für die CO2-Kompensation über „Compensaid“ stehen den Reisenden zwei Optionen zur Verfügung: Sie können einerseits fossile Flugkraftstoffe eins-zu-eins durch SAF ersetzen. Dafür berechnet die Plattform die Preisdifferenz zwischen SAF und fossilem Kerosin. Kunden zahlen lediglich den Aufpreis für den innovativen Kraftstoff. Das Fuel Management der Lufthansa Group speist das SAF innerhalb von sechs Monaten in Frankfurt in den Flugbetrieb ein.

Alternativ können Reisende über die Schweizer Stiftung myclimate, die bereits seit 2007 Partner der Lufthansa Group für wirksamen Klimaschutz ist, Waldaufforstungsprojekte unterstützen und damit langfristig positive Klimaeffekte erzielen. Mit der „Compensaid“-Plattform haben Kunden die Wahl, über welchen Ansatz sie die CO2-Emissionen ihrer Flugreise reduzieren möchten. Ebenso möglich ist die Kombination der Alternativen.

Die Lufthansa Group bekennt sich seit Jahrzehnten zu einer nachhaltigen und verantwortungsvollen Unternehmenspolitik und engagiert sich mit Nachdruck dafür, die Umweltauswirkungen ihrer Geschäftstätigkeit auf ein unvermeidbares Maß zu begrenzen. Dafür investiert der Konzern kontinuierlich: In den nächsten zehn Jahren erhält die Lufthansa Group im Schnitt alle zwei Wochen ein neues, treibstoffeffizienteres Flugzeug.

Informationen zu „Compensaid“ finden Sie unter lufthansa.compensaid.com und swiss.compensaid.com.

Quelle: Lufthansa


 

Inbetriebnahme Power-to-Liquid Anlage Kopernikus-P2X

PtX

Karlsruhe, 7. November 2019

Kick-Off Kopernikus-Projekt P2X – Phase 2

Das Kopernikus-Projekt P2X dient der Erforschung, Validierung und Implementierung von “Power-to-X”-Konzepten. Ziel des Kopernikus-Projektes ist es, neuartige Technologien zu entwickeln, mit welchen unter Einsatz von regenerativ erzeugtem Strom aus Wasser und CO2 stoffliche Energieträger und chemische Produkte für die Sektoren Verkehr und Chemie kostengünstig, zeitlich flexibel und auf die gesellschaftlichen Bedürfnisse abgestimmt hergestellt werden. „Power-to-X“-Technologien stellen einen Lösungsansatz hin zu einer erfolgreichen flächendeckenden Sektorenkopplung unter Ausnutzung der P2X-Wertschöpfungsketten dar.

Power-to-Liquid

CO2-arme PtL-Treibstoffe sind einer der wichtigsten Faktoren hin zu einer klimaschonenden Luftfahrt und gewinnen immer mehr an Bedeutung. Zur Zeit sind PtL-Fuels jedoch am Treibstoffmarkt nicht verfügbar. Umso mehr ist die zügige Entwicklung von PtL-Produktionsanlagen erforderlich. Das Kopernikus-Projekt P2X ist ein bedeutender Meilenstein am dem Weg dorthin.

Phase 1 – Konzeption

In der ersten Phase des Projekts wurde auf dem Gelände des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) im Campus Nord eine modulare P2X-Anlage auf der Basis eines 40-Zoll-Containers errichtet. Diese Anlage wurde nun am 7. November feierlich von den Projektbeteiligten in Betrieb genommen.

Die kompakte PtX-Anlage produziert aus dem Atmosphärengas Kohlendioxid (CO2), das mittels innovativer Technik aus der Umgebungsluft entnommen wird und aus intern durch Abwärme erzeugten Wasserdampf zunächst ein CO- und H2-haltiges Synthesegas mittels innovativer Hochtemperatur Co-Elektrolyse erzeugt. Anschließend erfolgt im Fischer-Tropsch-Reaktor die Umwandlung in Kohlenwasserstoffe aus denen schließlich die gewünschten synthetischen Treibstoffe destilliert werden.

 

PtX

PtX-Kompaktanlage der Phase 1 im KIT-Campus

Die PtX-Anlage der 1. Phase hat den Nachweis eindrucksvoll erbracht, dass es mit vorhandener Technologie möglich ist, klimaschonende synthetische Treibstoffe aus erneuerbaren Energiequellen dezentral zu gewinnen.

Damit ist das Tor weit geöffnet, weltweit dezentrale Produktionsanlagen für “grünen” Treibstoff insbesondere für die Luftfahrt zu errichten. Benötigt werden nur eine Quelle erneuerbarer Energien und Wasser. Die Atmosphäre steht dabei als aus menschlicher Sicht unerschöpfbare Quelle von CO2 zur Verfügung.

Aus dem klimaschädlichen Treibhausgas und Schadstoff CO2 wird somit ein wertvoller Rohstoff zur Treibstoffgewinnung, der in immer neuen Zyklen zur Verfügung steht.

 

PtX

Prof. Dr. Roland Dittmeyer, Leiter des Instituts für Mikroverfahrenstechnik am KIT

Die anwesenden Projektmitglieder, Pressevertreter und weitere Gäste konnten die PtX-Anlage persönlich in Augenschein nehmen. Prof. Dr. Dittmeyer, Mitglied im Lenkungskreis des Kopernikus-Projekts P2X erläuterte die Funktionsweise der Anlage und präsentierte Proben der bereits erzeugten PtL-Fuels.

Phase 2 – Optimierung

Nach erfolgreichem Abschluss der 1. Phase wird das P2X-Kopernikus-Projekt nun auf die nächste Entwicklungsebene gehoben. In Phase 2 soll die entwickelte Kompaktlösung auf eine PtL-Produktion von 200 Litern pro Tag hochskaliert werden (10 L/Tag in Phase 1). Die elektrische Anschlußleistung der Elektrolyse wird dabei bei 150kW liegen.

Diese Anlage kombiniert in größerem Maßstab wie bisher in Phase 1 die CO2-Gewinnung aus der Luft (Climeworks), die sogenannte Hochtemperatur Ko-Elektrolyse (Sunfire) zur Synthesegasherstellung, die anschließende Umwandlung des Synthesegases in flüssige Kraftstoffe (Ineratec) mit nachgeschaltetem Hydrocracking und Auftrennung in die unterschiedlichen Produkte, u.a. Kerosin Jet A1 (KIT IMVT).

Ziel ist es in dieser Phase 2, den Prototyp für ein effizientes, wärmeintegriertes und flexibles Verfahren zur dezentralen Kraftstoffsynthese, je nach Wunsch entweder Diesel oder Kerosin, aus erneuerbarem Strom und CO2 zu entwickeln. Der Wirkungsgrad soll dabei deutlich über 60% liegen. Die entsprechende PtX-Produktionsanlage wird wie in Phase 1 auf dem KIT-Campus errichtet. Auf dem als “Energy Lab 2.0” bezeichneten Areal wird ab sofort gebaut und einzelne Teilsysteme in Betrieb genommen. Die Entwicklungs- und Testphase dieser PtX-Anlage läuft bis Ende 2022.

Die Projektteilnehmer wurden am zweiten Tag der Veranstaltung im Rahmen eines Kick-Off-Meetings mit dem Fahrplan der 2. Phase vertraut gemacht. Daneben gab es Fachvorträge der Industriepartner Climeworks, Sunfire und Ineratec. Bereits im Januar wird das nächste Treffen der Projektbeteiligten stattfinden. Die Entschlossenheit der Teilnehmer, das Projekt sehr zügig anzugehen und die Überzeugung, ein erfolgreiches Ergebnis zu erzielen war deutlich zu spüren. Es lag Pioniergeist in der Luft.

Phase 3 – Demonstration

Um bereits in Phase 2 möglichst konkret werden zu können, werden Szenarien für den praktischen Einsatz von PtL-Produktionsanlagen insbesondere auch für die Luftfahrt untersucht. Hier tritt der Luftfahrtverband IASA e.V. auf den Plan. Die Luftfahrtexperten des gemeinnützigen Vereins werden geeignete Investoren und potenzielle Betreiber von kommerziellen PtL-Produktionsanlagen in Deutschland aus ihrem Netzwerk ansprechen und für das Projekt gewinnen. Im gleichen Zug wird IASA auch potenzielle Abnehmer des synthetischen Kerosins ansprechen. Sowohl die Business-Aviation als auch die kommerzielle Luftfahrt sollen so früh wie möglich gewonnen werden, um sich dann an der Demostrationsphase spätestens ab dem Jahr 2023 aktiv zu beteiligen.

Michael Wühle, IASA e.V.


Die International Association for Sustainable Aviation e.V. (IASA) setzt sich seit 2014 für den Einsatz von Power-to-Liquid-Treibstoffen in der internationalen Luftfahrt ein und betreibt hierzu eigene Projekte und Aktivitäten. Die IASA-Jahreskonferenz GREENER SKIES AHEAD am 19. November 2019 im Bonner Wissenschaftszentrtum steht auch in diesem Jahr im Fokus von PtL-Treibstoffen für eine nachhaltige Luftfahrt. Interessierte können sich noch unter www.iasaev.org oder über https://www.xing.com/events/greener-skies-ahead-gsa-2019-2053420 für die Konferenz anmelden.

Weiterer Schritt zur CO2-Neutralität durch E-Mobility-basiertes Luftfracht-Handling

nachhaltige Luftfahrt

Ab sofort sorgen vier komplett elektrisch betriebene Fracht- und Gepäckschlepper für einen schnellen, leisen und emissionsfreien Frachtguttransport auf dem Flughafen Stuttgart. Ebenso kraftvoll, aber bis zu 60  Prozent sparsamer als dieselbetriebene Fahrzeuge, ziehen seit Anfang September die »SHERPA« E von Goldhofer sämtliche Luftfrachtgüter an ihre Bestimmungsorte. „2018 ist es uns erstmals gelungen, den Passagier- und Gepäcktransport auf dem Vorfeld batteriebetrieben und abgasfrei abzuwickeln. Das haben wir durch den Austausch dieselbetriebener Frachtschlepper mit den abgasfreien Goldhofer-Modellen jetzt auch im Cargo-Bereich geschafft“, so Dr. Arina Freitag, Geschäftsführerin der Flughafen Stuttgart GmbH.

Bei der Planung, Organisation und Einrichtung einer entsprechenden Lade-Infrastruktur waren die Airport-Technology-Experten von Goldhofer eng mit eingebunden. „Dass die Stärke, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit unserer Hochleistungsschlepper dabei mithelfen, die anspruchsvollen Klimaziele des Stuttgarter Flughafens in die Tat umzusetzen, freut uns sehr. Gleichzeitig spornt es uns an, unsere Entwicklungen nachhaltiger und umfassender Ground-Handling-Konzepte weiter voranzutreiben“, so Lothar Holder, Sprecher des Vorstands der Goldhofer AG und Leiter des Geschäftsfelds Airport Technology.

Seit Oktober ist der Flughafen Stuttgart seinem Ziel der CO2-Neutralität einen weiteren Schritt näher gekommen. Der Grund: Die Flotte der Frachtschlepper ist nun komplett mit »SHERPA« E von Goldhofer bestückt. Durchgängig elektrisch betrieben lösen die völlig abgasfreien und geräuscharmen Modelle die bisher eingesetzten Diesel-Fahrzeuge ab. Gründe für den Austausch sind die mit den neuen Fahrzeugen einhergehenden operativen und wirtschaftlichen Effizienzsteigerungen sowie die Förderung nachhaltiger Umweltverträglichkeit – kurz: Energieeinsparungen, Emissionssenkungen und Lärmreduzierungen. Davon profitieren alle Beteiligten: der Flughafen Stuttgart, die Flugfrachtanbieter sowie die Mitarbeiter auf dem Rollfeld.

Ausdauernd und sparsam – »SHERPA« E
Die E-Schlepper von Goldhofer vereinen genau wie dieselbetriebene Modelle dasselbe hohe Niveau an Zuverlässigkeit, Sicherheit und Flexibilität. Die hocheffiziente, 400-V-Lithium-Ionen-Batterie bietet sehr kurze Ladezeiten, erlaubt Zwischenladungen und ist über 30 Prozent ausdauernder im Vergleich zu Blei-Säure-Batterien. Gegenüber dieselbetriebenen Fahrzeugen ergeben sich Energie-Einsparungspotenziale von bis zu 80 Prozent. Die Goldhofer »IonMaster« Technology ermöglicht das Zwischenladen in jeder noch so kurzen Pause. Da­durch lässt sich der »SHERPA« E über mehrere Schichten hinweg nahezu pausenlos einsetzen. Ein aktiv gesteuertes Temperaturmanagement sorgt dabei für eine maximale Lebensdauer der Batterie. Der emissionsfreie »SHERPA« kann in Gebäuden wie im Freien verwendet werden. Das Modell bietet verschiedene Ballastierungen sowie drei Kabinenoptionen an. Diese individuelle Konfigurierbarkeit ermöglicht eine individuelle Fahrzeuganpassung an die spezifischen Anforderungen und Gegebenheiten des jeweiligen Flughafens.

Kraftvoll, nachhaltig und wirtschaftlich – »IonMaster« Technologie
Zum reibungslosen Betrieb des »SHERPA« E setzt Goldhofer auf seine »IonMaster«-Technologie, einen leistungsstarken Elektro-Antrieb mit Lithium-Ionen Hochvolt-Batterie. Als modulares, effizientes und langlebiges Antriebskonzept ermöglicht die »IonMaster«-Technologie in Verbindungen mit unterschiedlichen Ladeinfrastrukturen den hocheffizienten Einsatz von Fahrzeugen. Der Fuhrpark ist somit quasi ständig einsatzverfügbar und kann je nach Flughafenlogistik auf ein Minimum an Fahrzeugen reduziert werden.

nachhaltige Luftfahrt

Kraftvoll, emissionsfrei und leise – der vollelektronische Gepäck- und Fracht- Schlepper »SHERPA« E im Einsatz. (Foto: Flughafen Stuttgart)

Vorreiter in Sachen CO2-Neutralität
Durch den Austausch der Diesel-Frachtschlepper mit den elektrisch betriebenen Goldhofer-Modellen hat der Flughafen Stuttgart eine weitere Etappe in Richtung einer vollumfänglichen E-Mobilitäts-Flotte erreicht. Als Mitglied der Klimaschutzinitiative Airport Carbon Accreditation (ACA) erhielt der größte baden-württembergische Flughafen erst kürzlich zum dritten Mal in Folge die Zertifizierung des Dachverbands der europäischen Verkehrsflughäfen ACI Europe für sein CO2-Management.

Quelle: Goldhofer


 

Rolls-Royce schliesst Übernahme der Elektro- und Hybrid-Elektro-Flugzeugantriebssparte von Siemens ab

IASA: hybrid aviatio

(PresseBox) (Blankenfelde-Mahlow, )

Rolls-Royce hat die Übernahme der Siemens Aktivitäten im Bereich der Elektro- und Hybrid-Elektro-Flugzeugantriebe (vormals eAircraft) abgeschlossen. Dem voraus gegangen waren die üblichen Arbeitnehmerkonsultationen.

Die zügige Abwicklung der Akquisition, die im Juni dieses Jahres bekannt gegeben wurde, demonstriert, wie gut sie zu unserer Strategie passt, die Elektrifizierung anzuführen. Auch unserem Ziel, eine wichtige Rolle in der „dritten Ära “ der Luftfahrt zu spielen, kommen wir dadurch schneller näher.

Rob Watson, Director – Rolls-Royce Electrical, sagte: „Wir freuen uns sehr über die schnelle Umsetzung der für die Übernahme erforderlichen juristischen Schritte und Prozesse. Wir heißen unsere neuen Kolleginnen und Kollegen bei Rolls-Royce willkommen und freuen uns auf unsere Zusammenarbeit bei der Entwicklung neuer Technologien und Lösungen. Wir stehen am Beginn der ,dritten Ära‘ der Luftfahrt mit einer neuen Klasse leiserer und saubererer Flugzeuge. Unsere neuen Kolleginnen und Kollegen werden unser Portfolio mit wichtigen Kenntnissen, ihrer Expertise und neuer Technologie ergänzen.“

Paul Stein, Rolls-Royce Chief Technology Officer, fügte hinzu: „Das Technologieportfolio und Know-how, das wir durch die Übernahme erworben haben, ergänzt unsere bisherigen Entwicklungen im Bereich Elektrifizierung, wie zum Beispiel Mikrogrids, hybrid-elektrische Antriebe für Züge sowie Anwendungen für die Luftfahrt.

Elektrifizierung ist nur ein Teil unserer Bemühungen um größere Nachhaltigkeit in der Luftfahrt. Wir steigern die Treibstoffeffizienz unserer Gasturbinen weiter, verbessern die Integration von Triebwerk und Flugzeug und fördern die Entwicklung nachhaltiger Treibstoffe.“

Die ehemalige Siemens-Sparte mit Sitz in Deutschland und Ungarn beschäftigt rund 180 hochqualifizierte Elektrokonstrukteure und -ingenieure, die bereits zahlreiche voll- und hybridelektrische Antriebslösungen für die Luftfahrtindustrie entwickelt haben.

Diese Mitarbeiter, die an ihren jetzigen Standorten bleiben werden, kennen wir bereits gut dank unserer gemeinsamen Arbeit am E-Fan X-Demonstrator-Programm. Sie sind nun Teil eines Unternehmens, das erfolgreich an der Elektrifizierung der Luftfahrt arbeitet. Die neuen Kollegen der deutschen Standorte werden organisatorisch bei Rolls-Royce Deutschland in Dahlewitz bei Berlin eingebunden.

Im Konzern haben wir bereits erfolgreich Bodentests eines Hybrid-Antriebssystems durchgeführt, das sich für zahlreiche kleinere Transportplattformen eignet, darunter EVTOLs (hybrid-elektrische Fluggeräte mit Senkrechtstart- und -landefähigkeit), Verkehrsflugzeuge und hybride Hubschrauber. Diese Tests im Rahmen eines der weltweit umfassendsten Entwicklungs- und Integrationsprogramme für hybride Gasturbinentriebwerke in der Luftfahrt ebnen den Weg für experimentelle Flüge im Jahr 2021. Zudem entwickeln wir im Rahmen der ACCEL-Initiative ein vollelektrisches Demonstrator-Flugzeug, das versuchen wird, den globalen Geschwindigkeitsrekord für vollelektrische Flüge zu brechen.

Bereits vor dem Abschluss der Übernahme hatte Rolls-Royce zahlreiche Ankündigungen zum Thema Elektrifizierung gemacht. Ende August starteten wir mit Widerøe, der größten Regionalfluglinie Skandinaviens, ein gemeinsames Forschungsprogramm zur emissionsfreien Luftfahrt. Das Programm trägt zum Ziel der Fluglinie bei, ihre bestehende regionale Flotte bis 2030 zu ersetzen und zu elektrifizieren.

Anfang August unterzeichneten wir zusammen mit dem Land Brandenburg, der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg und anderen Industriepartnern eine Absichtserklärung zum Bau einer Demonstrator-Anlage für die Produktion synthetischer Treibstoffe in der Lausitz.

Global Alliance Powerfuels wirbt für mehr alternative Kraftstoffe im Luftverkehr

Power to Liquid Impulskampagne
PRESSEMITTEILUNG, MONTREAL/BERLIN

Wichtigster Schritt: weltweite Beimischungsquote von mindestens 2 Prozent / Vorreiternationen sollten zusätzliche Programme auflegen / Analyse informiert über Kosten und Maßnahmen

Positionspapier: Powerfuels in Aviation

Die Global Alliance Powerfuels – ein branchenübergreifender Zusammenschluss von Unternehmen und Verbänden – hat die Mitgliedstaaten der Zivilluftfahrtorganisation der Vereinten Nationen ICAO dazu aufgerufen, strombasierte, erneuerbare Kraftstoffe (Powerfuels) in den Fokus ihrer Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsstrategie zu rücken. Für den Einstieg sollte das Ziel sein, eine weltweite Quote zur Beimischung von Powerfuels in Höhe von mindestens 2 Prozent zu beschließen. Die Kosten dafür wären schon heute gut vertretbar. Der Preis für ein Flugticket würde sich entsprechend der Beimischungsquote erhöhen: bei einer Beimischung von 2 Prozent um 2 Prozent, bei 10 Prozent um 10 Prozent, bei 50 Prozent um 50 Prozent. Das zeigt eine Analyse, die die Global Alliance zur 40. Versammlung der ICAO im kanadischen Montreal veröffentlich hat.

Andreas Kuhlmann, Sprecher der Global Alliance Powerfuels und Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Energie-Agentur (dena): „Powerfuels sind der Schlüssel für den Klimaschutz im Luftverkehr. Die bisherigen Instrumente zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen in diesem Sektor reichen bei weitem nicht aus. Die Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen in anderen Sektoren ist nur ein Ausgleichsmechanismus und nachhaltige Biokraftstoffe sind für den Luftverkehr sehr begrenzt verfügbar. Deshalb sollte die ICAO Powerfuels in ihre Nachhaltigkeitsstrategie aufnehmen und zeitnah Beimischungsquoten einführen. Einzelne Staaten und Regionen sollten darüber hinaus aktiv werden, um die Entwicklung zu beschleunigen, zum Beispiel durch eigene Quotenregelungen und Anreizprogramme für Fluglinien, Flughäfen und Kraftstoffproduzenten. Die Bundesregierung sollte zum Beispiel die Gelegenheit nutzen, mit dem Klimaschutzprogramm 2030 die geplante Erhöhung der Luftverkehrssteuer für die Förderung der Produktion von Powerfuels-Flugkraftstoffen einzusetzen.“

Kosten überschaubar: 10 Prozent Beimischung bedeutet 10 Prozent höhere Flugpreise

Der Markt für Powerfuels steht noch am Anfang. Erste Projekte zum Aufbau der Powerfuels-Produktion für den Luftverkehr laufen zum Beispiel in den Niederlanden, in Norwegen und Deutschland. Wie die Analyse der Global Alliance zeigt, könnte der Markt durch eine regional oder sogar weltweit verpflichtende Beimischungsquote schnell wachsen. Der Preis pro Liter würde rasch abnehmen und könnte bis 2050 auf fast einen Euro sinken.

Selbst bei Kosten von 2,40 Euro pro Liter Powerfuels-Kerosin, die nach Schätzungen schon in naher Zukunft erreichbar wären, ließen sich die Emissionen spürbar senken, ohne dass Flugtickets erheblich teurer würden. Ein typischer Urlaubsflug von Berlin nach Mallorca kostet beispielsweise 145 Euro. Bei einer Beimischungsquote von 2 Prozent würde das Ticket 3 Euro teurer werden, bei einer Beimischungsquote von 10 Prozent 15 Euro. Ein Langstreckenflug von Berlin nach Peking für 525 Euro würde bei einem Powerfuels-Anteil von 2 Prozent 11 Euro teurer werden; bei einem Anteil von 10 Prozent 53 Euro.

Das CO2-Reduktionspotenzial von Powerfuels-Kerosin hängt stark davon ab, welcher Strommix und welche CO2-Quellen bei der Produktion zum Einsatz kommen. Nach sehr konservativen Schätzungen könnte es im Vergleich zu fossilem Kerosin etwa 75 Prozent betragen. Bei einer weltweiten Beimischungsquote von 2 Prozent könnten somit rund 14 Millionen Tonnen CO2 im Jahr eingespart werden; bei einer Beimischungsquote von 10 Prozent rund 68 Millionen Tonnen CO2. Das wäre mehr als der jährliche Treibhausgasausstoß eines Landes wie Irland.

Rahmenbedingungen für Powerfuels schaffen

Die aktuellen Rahmenbedingungen in der internationalen Luftfahrt sind aus Sicht der Global Alliance nicht geeignet, effektive Anreize für den Einsatz von Powerfuels zu geben. Die ICAO hat den Reduktionsmechanismus CORSIA eingerichtet, der garantieren soll, dass die Emissionen im Luftverkehr ab 2020 nicht weiter steigen. Der Schwerpunkt liegt dabei aber auf der Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen in anderen Sektoren. Dieses Instrument könnte so weiterentwickelt werden, dass auch Investitionen in Powerfuels attraktiv werden. Die nächste ICAO-Konferenz zu alternativen Kraftstoffen im Luftverkehr sollte dafür die Grundlagen schaffen. Vorreiternationen sollten jedoch schon vorher aktiv werden.

Auf nationaler Ebene könnte ein Teil der Einnahmen aus Steuern und Abgaben im Luftverkehr für Powerfuels-Programme genutzt werden. Der europäische Emissionshandel bezieht zwar den Luftverkehr mit ein, aber bei einem Preis von unter 30 Euro pro Tonne CO2 entstehen für die Luftverkehrswirtschaft noch keine Anreize, in Powerfuels zu investieren. Schweden und Norwegen sind dabei, Beimischungsquoten für Bio-Kraftstoffe im Flugbenzin einzuführen. Solche Quotenregelugen sollten auf Powerfuels erweitert werden.

Die deutsche Regierung hat in ihrem neuen Klimapaket angekündigt, die Rahmenbedingungen für die Produktion von strombasierten Kraftstoffen zu verbessern. Zur Diskussion steht auch, die Einführung einer Quote für Powerfuels-Kerosin zu untersuchen. Die parallel angekündigte Anhebung der Luftverkehrssteuer sollte dann jedoch nicht ausschließlich für die Bahn, sondern auch für die Förderung erster Powerfuels-Kerosin-Anlagen genutzt werden. Zusammen mit den Bundesländern, der Industrie und den Gewerkschaften hat sich die Bundesregierung außerdem vorgenommen, eine industriepolitische Initiative für Powerfuels in der Europäischen Union auf den Weg zu bringen. So steht es im Leipziger Statement zur Zukunft der Luftfahrt, das die deutschen Stakeholder im August vorgelegt haben. Die Global Alliance unterstützt dieses Vorhaben ausdrücklich.

Die Analyse „Powerfuels in Aviation“ (auf Englisch) sowie weitere Informationen zur Global Alliance Powerfuels sind online zu finden unter www.powerfuels.org (auf Englisch).

Über die Global Alliance Powerfuels

Powerfuels sind gasförmige oder flüssige Kraft-, Brenn- und Grundstoffe, die mithilfe von Strom aus erneuerbaren Energien wie Wind- oder Solarkraft erzeugt werden. Der Strom treibt einen Elektrolyseprozess an, mit dem aus Wasser Wasserstoff gewonnen wird. Der Wasserstoff kann entweder direkt genutzt oder zu Energieträgern weiterverarbeitet werden, die je nach Bedarf Gas oder Öl ersetzen, sei es als Kraftstoff im Verkehr, als Brennstoff zur Erzeugung von Wärme und Strom oder als Grundstoff in der chemischen Industrie. Bekannt sind die Umwandlungsverfahren unter Begriffen wie Power to Gas (Strom zu Gas) und Power to Liquid (Strom zu Flüssigkeit).

Die Global Alliance Powerfuels verfolgt das Ziel, einen globalen Markt für strombasierte Kraft- und Brennstoffe aus erneuerbaren Energien aufzubauen. Sie informiert über die Potenziale, gibt Empfehlungen zur Entwicklung geeigneter Rahmenbedingungen und stößt Pilotprojekte an. Gegründet wurde sie Ende 2018 von international agierenden Unternehmen und Verbänden aus den Branchen Energie und erneuerbare Energien, Fahrzeugwirtschaft und Luftfahrt, Chemie und Mineralöl sowie Maschinen- und Anlagenbau. Die dena koordiniert als Initiator die Aktivitäten der Global Alliance.

Quelle: dena


 

Start des bahnbrechenden Programms von SkyNRG ebnet Weg für nachhaltige Luftfahrt

sustainable fuel

2019-10-03

Amsterdam (ots/PRNewswire)

Start des bahnbrechenden Programms von SkyNRG ebnet Weg für nachhaltige Luftfahrt; 85 Prozent weniger Emissionen durch nachhaltigen Flugzeugtreibstoff

Heute wird ein entscheidender Schritt auf dem Weg zu nachhaltigem Fliegen unternommen. Das niederländische Unternehmen SkyNRG, ein globaler Marktführer für nachhaltigen Flugzeugtreibstoff, startet offiziell gemeinsam mit seinen Launch-Mitgliedern das bahnbrechende Programm Board Now. Unternehmen, die sich Board Now anschließen, reduzieren ihre eigenen geschäftsreisebedingten Luftverkehrsemissionen und beteiligen sich gleichzeitig an der Entwicklung einer neuen Produktionsanlage für nachhaltigen Flugzeugtreibstoff. Board Now ist das weltweit erste Programm, das Unternehmen ermöglicht, einen direkten Beitrag zur Entwicklung dieser Branche zu leisten und aktiv den Weg für die Energiewende im Luftfahrtsektor zu ebnen. Einige renommierte Organisationen, darunter PwC und Skyscanner, haben sich bereits für das Programm angemeldet.

Organisationen, die sich Board Now anschließen, verpflichten sich über einen Zeitraum von fünf Jahren zum Kauf von nachhaltigem Flugzeugtreibstoff (Sustainable Aviation Fuel, SAF). Dadurch reduzieren sie nicht nur ihre eigenen geschäftsreisebedingten CO2-Emissionen, sondern wirken auch an der Entwicklung einer neuen Produktionsanlage mit. Ihre Investition wird von SkyNRG genutzt, um den Preisunterschied zwischen nachhaltigem Flugzeugtreibstoff und herkömmlichen Kerosin auszugleichen. Das Unternehmensbündnis hinter dem Programm Board Now sichert den Kauf erheblicher Mengen SAF, die von Europas erster dedizierter Anlage für die Produktion von nachhaltigem Flugzeugtreibstoff in Delfzijl (DSL-01) hergestellt wird.

Diese Anlage wird jährlich 100.000 Tonnen nachhaltigen Flugzeugtreibstoff produzieren. Das bedeutet für die Luftfahrtindustrie eine CO2-Reduktion von über 270.000 Tonnen pro Jahr. Nachhaltiger Flugzeugtreibstoff kann gegenüber herkömmlichem Kerosin eine CO2-Reduktion von mindestens 85 Prozent bewirken.

“Mit der Unterstützung der renommierten Organisationen, die sich an Board Now beteiligen und sich somit bewusst für nachhaltige Geschäftsreisen und eine Investition in SAF entscheiden, können wir die Energiewende in der Luftfahrt beschleunigen”, so Theye Veen, Managing Director von SkyNRG. “Wir freuen uns darauf, auch weitere internationale Organisationen dafür zu begeistern, dem Beispiel unserer Launch-Mitglieder und Partner zu folgen.”

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SkyNRG Logo

Nachhaltiger Flugzeugtreibstoff entspricht den höchsten Nachhaltigkeitsstandards

Der Nachhaltigkeitsrat von SkyNRG informiert darüber, ob der Treibstoff den höchsten Nachhaltigkeitsstandards entspricht. Der Rat umschließt Mitglieder von WWF International, der European Climate Foundation, dem Solidaridad Network und der Universität Groningen. Darüber hinaus wird die Nachhaltigkeit der Lieferkette und zugehöriger Produkte mit einer Zertifizierung durch den Runden Tisch für nachhaltige Biomaterialien (Roundtable on Sustainable Biomaterials, RSB) sichergestellt – der strengste Zertifizierungsstandard für nachhaltige Treibstoffe.

Quelle: SkyNRG


 

Vereinigung Cockpit – Förderung klimaneutraler Kraftstoffe mit Power-to-Liquid-Verfahren

Donnerstag, 19 September 2019

Finanzierungskreislauf für klimafreundlichen Luftverkehr statt Augenwischerei mit Steuererhöhungen

– Rein fiskalische Maßnahmen werden keine Verbesserung für den Klimaschutz bringen, wenn nicht gleichzeigt in umweltfreundlichere Technologien und Kraftstoffe inverstiert wird. – Wir erwarten von der Politik besonnene klimapolitische Maßnahmen, die auch zur Versachlichung der gesellschaftlichen Debatte beitragen müssen.

Am 20. September will die Bundesregierung im Klimakabinett grundsätzliche Weichenstellungen zum Klimaschutz beschließen. Die Vereinigung Cockpit (VC) fordert die Regierungsparteien auf, mit klugen Maßnahmen zu einer echten Reduktion von CO2 beizutragen, statt erneut nur die Steuern zu erhöhen.

„Rein fiskalische Maßnahmen werden keine Verbesserung für den Klimaschutz bringen, wenn nicht gleichzeigt in umweltfreundlichere Technologien und Kraftstoffe investiert wird“, so Markus Wahl, Präsident der Vereinigung Cockpit. „Wir brauchen einen Finanzierungskreislauf, in dem Einnahmen aus dem Luftverkehr effektiv der Weiterentwicklung in Richtung eines CO2-neutralen Luftverkehrs zugute kommen. Ökologischer Wandel, soziale Verantwortung und technischer Fortschritt müssen Hand in Hand gehen.”

Die Vereinigung Cockpit bekennt sich in ihrer Klimaschutz-Policy klar zu einem nachhaltigen und langfristig klimaneutralen Flugverkehr und schlägt konkrete Maßnahmen vor, u.A.:

– Einsparung von Emissionen durch effiziente Luftraumorganisation
Mit einem echten europäischen Luftraum (Single-European-Sky) und besserer Zuteilung des oberen Luftraums lassen sich 10% Emissionen einsparen, allein durch das Vermeiden von Umwegen und aufgrund der Möglichkeit, im oberen Luftraum treibstoffeffizienter zu fliegen.

– Förderung klimaneutraler Kraftstoffe mit Power-to-Liquid-Verfahren
Seit 2011 werden in Deutschland jährlich 1,2 Mrd. Euro über die Luftverkehrsabgabe erhoben. Diese Sonderbelastung könnte in einem Finanzierungskreislauf die Förderung von Power-to-Liquid Kraftstoffen effektiv voranbringen.

Förderung klimaneutraler Kraftstoffe mit Power-to-Liquid-Verfahren

Steuerliche Lenkungsmaßnahmen dürfen nur eingeführt werden, wenn sie international koordiniert und wettbewerbsneutral stattfinden. Das wäre im Falle einer erneuten deutschen Insellösung nicht der Fall.

Einnahmen aus diesen Abgaben müssen zweckgebunden für Klimaschutzmaßnahmen im Luftverkehr eingesetzt werden. Markus Wahl weiter: „Ein nationaler Alleingang ist weder ökologisch noch ökonomisch sinnvoll. Er würde zu Abwanderungsbewegungen ins benachbarte europäische Ausland und zu massiven Wettbewerbsnachteilen für die deutschen Fluggesellschaften führen, die den Wirtschaftsstandort Deutschland und Arbeitsplätze in der Luftfahrt bedrohen.“

Die Luftverkehrsbranche hat sich bereits 2016 im internationalen Abkommen CORSIA (Carbon Offsetting and Reduction Scheme for International Aviation) auf die globale Regulierung ihrer Treibhaus-Emissionen verständigt, das in mehreren Stufen von der Internationen Zivilluftfahrtsorganisation ICAO umgesetzt wird.

Wir erwarten von der Politik besonnene klimapolitische Maßnahmen, die auch zur Versachlichung der gesellschaftlichen Debatte beitragen müssen.

Quelle: Vereinigung Cockpit


 

Erster urbaner Flug des Volocopter in Europa

Exklusiv in Stuttgart: Erster urbaner Flug des Volocopter in Europa

  • Volocopter-Flug ist Highlight des zweitägigen Events „Vision Smart City – Mobilität der Zukunft heute erleben“
  • Vorstellung von technischen Innovationen und nachhaltigen Verkehrskonzepten zur Mobilität der Zukunft rund um das Mercedes-Benz Museum

Stuttgart, 14. September 2019 – Der Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, hat in Stuttgart, zusammen mit dem Vorstandsvorsitzenden der Daimler AG, Ola Källenius, dem Geschäftsführer der Volocopter GmbH, Florian Reuter, und Thomas Strobl, Minister für Inneres, Digitalisierung und Migration des Landes Baden-Württemberg den ersten urbanen Flug des Volocopter in Europa erlebt. Der Flug ist Highlight des zweitägigen Events „Vision Smart City – Mobilität der Zukunft heute erleben“ rund um das Mercedes-Benz Museum.

Neben technischen Innovationen werden nachhaltige Verkehrskonzepte zur Mobilität der Zukunft präsentiert. Dazu gehören Angebote wie Car Sharing, Elektrofahrzeuge und mobile Zukunftskonzepte. Neben Daimler und dem Lab 1886 ist auch das Land Baden-Württemberg bei der Veranstaltung mit zahlreichen Exponaten und Informationsständen vertreten, um im Rahmen des Strategiedialog Automobilwirtschaft Baden-Württemberg erlebbar zu machen, wie facettenreich die Mobilität der Zukunft in Baden-Württemberg ist. 

Ola Källenius, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG und Leiter Mercedes-Benz Cars: „Unser Partner Volocopter zeigt: Mit dem Flugtaxi wird aus dem Traum vom Fahren der Traum vom Fliegen. Auch bei Daimler arbeiten wir an der Mobilität der Zukunft: Bis 2022 setzen wir das gesamte Mercedes-Portfolio unter Strom. Bereits 2030 sollen Autos mit Elektroantrieb mehr als die Hälfte unserer Verkäufe ausmachen. Den Weg zur klimaneutralen Mobilität können wir nur gemeinsam und im Zusammenspiel von Unternehmen und Politik gehen. Wir bei Daimler wollen, können und werden weiter unseren Beitrag dazu leisten.“ 

Winfried Kretschmann, Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg: „Ich freue mich, dass Vision Smart City erlebbar macht, welche Ideen für die Mobilität der Zukunft in unserem Land bereits heute entwickelt werden – Konzepte für die nachhaltige Stadt der Zukunft, für autonomes Fahren, für das intelligente Zusammenspiel von Verkehrsträgern und vieles mehr. Besonders stolz bin ich, dass der Strategiedialog Automobilwirtschaft Baden-Württemberg bei der Veranstaltung präsent ist. Mit diesem Dialog zwischen Wirtschaft, Wissenschaft, Gewerkschaften und Politik zeigen wir, dass beides möglich ist: Klimaschutz und zukunftsfähige Arbeitsplätze.“

Elektroflug - nachhaltige Luftfahrt

Exklusiv vor dem Mercedes-Benz Museum in Stuttgart: Erster erfolgreicher urbaner Flug des Volocopter in Europa.
Stuttgart sees first urban flight of Volocopter in Europe

Florian Reuter, CEO Volocopter GmbH: „Unsere Volocopter Flugtaxis ermöglichen eine ganz neue Dimension für die Mobilität in der Stadt. Wie sich Stuttgart heute überzeugen konnte, fliegen sie sicher, leise und sind nah an der Umsetzung. Auf diese Weise können Volocopter Flugtaxis Routen in Großstädten weltweit, aber auch hier in Deutschland, entlasten.“

Thomas Strobl, Stellvertretender Ministerpräsident und Minister für Inneres, Digitalisierung und Migration des Landes Baden-Württemberg: „Die Mobilität der Zukunft muss intelligent, digital sowie sauber sein und dabei bezahlbar bleiben. Die Verkehrskonzepte von Metropolen, mittelgroßen Städten und dem ländlichen Raum werden dabei durchaus verschieden aussehen. Da wird es keine Blaupause geben. Aber wir arbeiten bereits tatkräftig, innovativ und kreativ an den Mobilitätskonzepten der Zukunft. Wir sind Innovationsregion Nummer 1 in Europa – der Flug des Volocopter und die anderen vorgestellten Projekte stehen genau dafür. Sie in die Fläche zu bringen und dabei auch die Innovationskraft der Kommunen zu nutzen, ist das Ziel.“

Die Veranstaltung ist eine Initiative im Rahmen eines Forschungsvorhabens der Hochschule für Technik Stuttgart, um die Akzeptanz von Flugtaxis in der Gesellschaft zu untersuchen. 

Weitere Informationen finden Sie hier: www.vision-smart-city.com

Quelle: Volocopter

So können wir fliegen, ohne CO2

Sustainable Air Transport

WDR : So können wir fliegen, ohne CO2

Mit den Chancen einer klima-neutralen Luftfahrt durch die Entwicklung synthetischer Treibstoffe (Power to Liquids) befasst sich der Westdeutsche Rundfunk in einem laengeren Beitrag.

Der Autor Robin Schaefer war Teilnehmer der Greener Skies Ahead 2018 (der Jahreskonferenz des Luftfahrtverbands IASA) und lässt zahlreiche Akteure dieser IASA-Konferenz zu Wort kommen. So unter anderem Linus Schulz von Ineratec, Dr. Harry Lehmann vom Umweltbundesamt, Uwe Hessler von RollsRoyce und Rainer Schweppe vom Fraunhofer Institut.

Sustainable Air Transport

Foto: Ralf Nolting

Podcast zum download

Der 20-minütige Podcast läuft im WDR – Hörfunk im Rahmen der Sendereihe “Wo Mobilität schon heute Zukunft hat” unter dem Titel “So können wir fliegen, ohne CO2”

Hier der Link zum Beitrag:

https://www1.wdr.de/mediathek/audio/quarks-autokorrektur/autokorrektur-106.html


 

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