Wie wir morgen fliegen: verantwortungsbewusst und nachhaltig

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

Gemeinsame Erklärung der Mitglieder des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL)

Die Nachfrage nach Luftverkehr wächst mit der Wohlstandsentwicklung in vielen anderen Staaten der Welt weiter: Luftverkehr führt Menschen weltweit zusammen, ermöglicht den eilbedürftigen Transport werthaltiger Güter, bedeutet Entwicklungshilfe für viele Länder und ermöglicht es den Menschen, andere Länder und Kulturen kennenzulernen. Das ist alles unverzichtbar in einer freien und globalisierten Welt. Dabei hat der Luftverkehr an den weltweiten CO2-Emissionen einen Anteil von 2,8 Prozent. Deswegen sagen wir: Klimaschutz geht uns alle an und wir müssen handeln, nachhaltig und wirkungsvoll.

Maßnahmen für den Klimaschutz gemeinsam vorantreiben

Wir sehen die Frage, wie der Luftverkehr nachhaltiger und besser in Einklang mit dem Klimaschutz gebracht werden kann, als eine der zentralen gemeinsamen Herausforderungen von Luftverkehrswirtschaft, Politik und Gesellschaft. Wir wollen auf diese Herausforderung mit konkreten Maßnahmen antworten. Dies ist unsere Agenda:

1. Das CO2-neutrale Fliegen ermöglichen

Wir wollen erreichen, dass die luftverkehrsbedingten CO2-Emissionen auf null sinken. Wir wissen, dass dieses Ziel nur erreichbar ist, wenn das fossile Kerosin durch regenerative Kraftstoffe ersetzt wird. Die derzeit auch ökologisch beste Lösung ist ein Kraftstoff, der im sogenannten„Power-to-Liquid“-Verfahren gewonnen wird.

Um hier Fortschritte zu erzielen, bedarf es gemeinsamer Anstrengungen von Politik und Wirtschaft:

  • Wir sind bereit, uns bei Pilotprojekten zum Aufbau industrieller Anlagen zur Herstellung des Power-to-Liquid-Kraftstoffs zu beteiligen.
  • Wir brauchen eine Roadmap für den Aufbau von entsprechenden Produktionsanlagen und für die Bereitstellung eines regenerativen Kraftstoffs zu wettbewerbsfähigen Preisen. Dabei ist es Aufgabe der UN-Luftfahrtorganisation ICAO, hierfür die Rahmenbedingungen international zu setzen, damit eine hinreichende Nachfrage nach einem regenerativen Kraftstoff im weltweiten Luftverkehr sichergestellt werden kann.
  • Die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten sollten in einer gemeinsamen industriepolitischen Initiative die Voraussetzungen für ein hinreichendes Angebot von Produktionsanlagen und Kraftstoff schaffen und die ICAO bei der Setzung der erforderlichen Rahmenbedingungen für die Nachfrage unterstützen.
  • Wir schlagen vor, dass die Bundesregierung die Einnahmen aus der Luftverkehrsteuer zugunsten der Markteinführung regenerativer Kraftstoffe verwendet. Derzeit nimmt der Staat pro Jahr rund 1,2 Mrd. Euro Luftverkehrsteuer ein, ohne dass das Steueraufkommen gezielt für klimapolitische Zwecke im Luftverkehr eingesetzt wird.

2. Schon heute die Kompensation der Klimawirkung von Flügen erleichtern und ausweiten

Bereits heute besteht die Möglichkeit, dass Fluggäste die Klimawirkung ihres jeweiligen Fluges gegen einen Aufpreis kompensieren und damit klimaneutral fliegen. Von dieser Möglichkeit machen derzeit nur sehr wenige Personen Gebrauch.

  • Wir werden deswegen die Angebote an die Kunden zu einer Kompensation der Klimawirkung ihrer Flüge erleichtern. Um die Fluggäste besser auf diese Angebote aufmerksam zu machen und entsprechende Entscheidungen zu erleichtern, wollen wir Angebote zur Kompensation oder Förderung nachhaltiger Umweltprojekte bereits in den Buchungsprozess implementieren.
  • Wir schlagen gleichzeitig vor, dass der Gesetzgeber die bestehende steuerliche Absetzbarkeit von Klimakompensation so weiterentwickelt, dass sie nicht nur für Privatpersonen sondern auch für Geschäftskunden nutzbar wird.

3. Im europäischen Luftraum CO2-Emissionen senken:

Die Weiterentwicklung eines „Single European Sky“ ist aktiver Klimaschutz: Bereits mit der Optimierung der Flüge im deutschen Luftraum konnten und können wir Umwege und damit Treibstoffverbrauch reduzieren. Mit der Optimierung von Flugwegen im gesamten europäischen Luftraum könnten bis zu 10 Prozent Treibstoff und Emissionen eingespart werden. Dazu bedarf es mehr grenzüberschreitender Kooperation der nationalen Flugsicherungsorganisationen, mehr Automatisierung der Lotsendienste und mehr Flexibilität beim Lotseneinsatz.

Wir halten es daher für erforderlich, dass die EU und ihre Mitgliedstaaten das Regulierungssystem der Flugsicherung in Europa neu justieren und die Einführung neuer Technologien zur Erleichterung der Lotsentätigkeit vorantreiben.

4. Wir investieren in energieeffizienten Luftverkehr

Mit unseren Investitionen in energieeffiziente Flugzeuge und Flugverfahren haben wir die CO2- Emissionen pro Personenkilometer auf unseren Flügen seit 1990 um 43 Prozent senken können. In diesem Sinne werden wir unsere Investitionen in klimaschützende Technologien fortführen:

  • Wir werden unsere Flugzeugflotten weiter erneuern und mit energieeffizienteren Flugzeugen ausstatten. Mit diesen Investitionen werden wir die spezifischen CO2-Emissionen jährlich weiter senken und dazu regelmäßig die Reduktionsschritte reporten. Jede neue Flugzeuggeneration verbrennt 25 Prozent weniger Kerosin und emittiert entsprechend weniger. Heute verbrauchen die Flugzeuge der deutschen Fluggesellschaften im Schnitt 3,58 Liter pro 100 Personenkilometer im Vergleich zu 6,3 Liter im Jahr 1990.
  • Die deutschen Flughäfen werden ihre eigenen CO2-Emissionen bereits bis 2030 um 50 Prozent reduzieren – unter anderem durch Investitionen in energieeffiziente Gebäude und elektrisch betriebene Fahrzeuge. Darüber hinaus haben sich 190 europäische Flughäfen, darunter auch die größten deutschen Airports, verpflichtet, ihre CO2-Emissionen weiter zu reduzieren mit dem verbindlichen Ziel, bis 2050 vollständig CO2-neutral zu sein.

5. Das Schienennetz stärken, Intermodalität ermöglichen

Der inländische Luftverkehr hat gegenwärtig einen Anteil von 0,3 Prozent an den CO2-Emissionen in Deutschland. Innerdeutsche Flüge finden im Wesentlichen nur noch auf längeren Strecken statt, d.h. dort, wo die Bahnreisezeit es den Geschäftsreisenden nicht ermöglicht, einen Termin an einem Tag wahrzunehmen. Auf kurzen Strecken wird der Luftverkehr fast ausschließlich von international umsteigenden Passagieren genutzt.

In der Vergangenheit wurde bereits viel innerdeutscher Verkehr auf Bahn und Bus verlagert, und in der Folge wurden dann auch innerdeutsche Flugstrecken eingestellt. Eine erfolgreiche Verlagerung hat immer dann stattgefunden, wenn ein attraktives Angebot bestand, die ent- sprechende Infrastruktur vorhanden war und die Reisezeit bei der Bahn nicht länger als drei Stunden war.

Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, kann sich Verkehr von der Luft auf die Schiene verlagern:

  • Dazu bieten wir unseren Kunden bereits im Buchungsprozess die Bahnreise als Zubringer für ihre internationalen Flüge an.
  • Wo eine Fernbahnanbindung fehlt, wie am internationalen Drehkreuz in München, muss sie so bald wie möglich geschaffen werden.
  • Wo mittels attraktiver Schnellbahnverbindungen die Kunden überwiegend auf eine attraktive Verbindung mit der Bahn umsteigen, stellen wir den Luftverkehr ein, wie zum Beispiel zuletzt auf der Strecke Berlin-Nürnberg.

6. Klimaschutzmaßnahmen im Luftverkehr international realisieren

Im Luftverkehr, der international ist, sind nationale Alleingänge der falsche Weg. Insbesondere klimapolitische Regulierungen durch nationale Steuern, Abgaben oder Verbote sind ökologisch und ökonomisch kontraproduktiv. Denn solche Maßnahmen senken CO2-Emissionen nicht, son- dern verschieben sie lediglich in andere Regionen, wo diese Abgaben nicht erhoben werden, zu Lasten der jeweiligen Heimatindustrie. Der Flugverkehr wird nicht reduziert, sondern nur verlagert. Regulierungen im Luftverkehr sollten auf internationaler Ebene erfolgen, dann sind sie auch klimapolitisch wirksam.

In Deutschland gibt es mit der Luftverkehrsteuer bereits eine nationale Abgabe, die das Volumen der in Frankreich geplanten Steuer deutlich übersteigt. Unterschiedliche nationale Lösun- gen fördern nur Umgehungseffekte, inklusive zusätzlicher Umweltbelastungen.

Stattdessen unterstützen wir grenzüberschreitende, wettbewerbsneutrale Lösungen bei der CO2-Bepreisung, die auch tatsächlich etwas für den Klimaschutz bringen:

  • Wir halten den Emissionshandel als marktbasiertes Instrument zur Begrenzung und Reduktion der CO2-Emissionen und zur CO2-Bepreisung im Luftverkehr für die geeignetste Lösung. Wir finanzieren dies durch den Kauf der hierfür erforderlichen Emissionszertifi- kate. Mit der Einbeziehung des inländischen und europäischen Luftverkehrs in den Euro- päischen Emissionshandel wächst dieser Luftverkehr bereits seit 2012 CO2-neutral. Das heißt, dass seit mehr als sieben Jahren durch zusätzliche Flüge kein zusätzliches CO2 ent- steht. Bis 2030 wird darüber hinaus durch den Emissionshandel sichergestellt, dass ins- gesamt die CO2-Emissionen der einbezogenen Wirtschaftsbereiche (Energiewirtschaft, verarbeitendes Gewerbe, Luftverkehr) gegenüber dem Jahr 2005 um 43 Prozent reduziert werden.
  • Die Einbeziehung auch des weltweiten Luftverkehrs in den Emissionshandel ließ sich in der internationalen Staatengemeinschaft nicht durchsetzen. Stattdessen soll der welt- weite Luftverkehr ab 2021 dem international abgestimmten CO2-Kompensationssystem CORSIA unterliegen. Mit diesem System werden die wachstumsbedingten Emissionen dann auch im weltweiten Luftverkehr kompensiert werden. Damit ist dann auch das in- ternationale Luftverkehrswachstum CO2-neutral. Auch dieses System finanzieren die Fluggesellschaften durch den Erwerb entsprechender Kompensationszertifikate. Mit Hilfe der Politik wollen wir die noch zögerlichen Länder (u. a. China, Russland, Indien und Brasilien) gewinnen, sich diesem CO2-Kompensationssystem bereits ab 2021 anzuschließen.
Quelle: BDL

Demnächst Steuerfreiheit für synthetische Kraftstoffe?

Power to Liquid

Die Herstellung von synthetischen, CO2-neutralen Kraftstoffen ist derzeit noch teurer als die entsprechenden fossilen Kraftstoffe. Die oft gehörten Aussagen, dass PtL-Kraftstoffe völlig unerschwinglich sind, da sie zwischen 5 und 10 Euro pro Liter kosten würden, sind so jedoch nicht richtig. Wenn die Rahmenbedingungen stimmen und wenn vor allem der benötigte Strom aus Erneuerbaren Energien selbst erzeugt werden kann, dann liegt der mögliche Preis bereits heute bei rund 2 Euro.

Wenn nun noch die Besteuerung dieser PtL-Treibstoffe entfallen würde, dann wäre eine rasche Verbreitung sehr schnell möglich. Genau das bringen nun Politiker ins Gespräch. Wir unterstützen diese Initiativen ausdrücklich und hoffen, dass auf diese guten Worte auch die entsprechenden Taten folgen.

Mehr dazu finden Sie in unserem aktuellen PtL-Newsletter, den Sie hier finden: https://iasaev.org/wordpress/de/archiv-ptl-newsletter/

Unterstützen Sie unsere Idee einer nachhaltigen Luftfahrt und die damit verbundenen Projekte der IASA. Mit dem Abonnement unseres PtL-Newsletters machen Sie einen ersten Schritt in dieser Richtung. Den Newsletter können Sie unter power-to-liquid.org beziehen.

 

transportlogistic: Sachsen-Anhalt will ‘New Mobility’ fördern

Power-to-Liquid

Verkehrsminister Webel offen für neue Mobilitätskonzepte

München, 5. Juni 2019: Das Land Sachsen-Anhalt nutzte die Münchner Leitmesse für Logistik, Mobilität, IT und Supply Chain Management “transportlogistic 2019” (4. bis zum 7. Juni, 2019), um vor einem internationalen Fachpublikum Potenzial und Dynamik seiner Logistik- und Verkehrsdienstleistungsbranche herauszustellen.

Pressefrühstück mit Minister Webel

In einem Pressegespräch unterstrich Verkehrsminister Thomas Webel dabei das besondere Interesse des Landes an neuen, zukunftsweisenden Konzepten und Technologien zur Verbesserung der Nachhaltigkeit im Verkehr, insbesondere zur Reduzierung des CO2-Footprints. Das Land, so Webel, sei offen für innovative Lösungen und biete mit seiner speziellen Unternehmensstruktur schon heute beste Voraussetzungen für die Umsetzung entsprechender Konzepte.

Nachdem bereits vor Kurzem der bayerische Ministerpräsident Markus Söder die volle oder teilweise Befreiung von der Energiesteuer für alternative, EE-strombasierte, synthetische Treibstoffe in den Raum gestellt hatte, lag die Frage nahe, ob sich auch Sachsen-Anhalt dieser Vorstellung anschließen könnte. “Ja, auf jeden Fall!” antwortete Minister Webel. Man müsse alles tun, um auf Bundesebene die Einführung EE-strombasierter Treibstoffe zu erleichtern und schnell zu entsprechenden Einsparungen bei der CO2-Bilanz zu kommen. Steuererleichterungen seien so lange sinnvoll, bis EE-strombasierte Treibstoffe im Wettbewerb mit fossilen Treibstoffen bestehen könnten.

In diesem Zusammenhang verwies der Minister auch auf die erfreuliche Entwicklung der Airport-Region Leipzig-Halle zu einem der wichtigsten Drehkreuze für Luftfracht in Europa. Der Minister unterstrich dabei die besondere Bedeutung nachhaltiger Treibstoffe für den Luftverkehr, zumal die Luftfahrt die Ziele des Pariser Klimaabkommens nur über die zeitnahe Einführung CO2-armer und – im Idealfall – sogar CO2-neutraler Treibstoffe erreichen kann.

Die Kosten für synthetisches Jet A1 liegen derzeit jedoch noch – teils auch aufgrund der Energiesteuer – deutlich über denen fossilen Kerosins. Ein Fortfall oder eine Minderung der Besteuerung würden beispielsweise in der steuerpflichtigen Geschäftsluftfahrt nicht nur die Einführung klimaschonender Kraftstoffe erleichtern, sondern – in der Folge – auch deren Marktdurchdringung in der Gesamtluftfahrt erheblich beschleunigen.

Power-to-Liquid

Die IASA sieht sich durch das Statement von Minister Webel in ihren Bemühungen bestätigt, die Einführung EE-strombsierter Treibstoffe für die Luftfahrt zu forcieren. Als Verband für mehr Nachhaltigkeit in der Luftfahrt unterstützt IASA verschiedene Initiativen zur Entwicklung sogenannter Power-to-Liquid-Demonstrationsanlagen (Power-to-Liquid, PtL).

Mit PtL ist hier die Methode gemeint, aus Erneuerbaren Energien Wasserstoff zu erzeugen und mit CO2, das künftig aus der Atmosphäre gewonnen werden soll, synthetisches und klimaneutrales JetFuel zu produzieren. Mittels der sogenannten „Fischer-Tropsch-Synthese“ erzeugtes Kerosin ist in der Luftfahrt schon heute nach der internationalen Normierungsbehörde ASTM für eine bis zu 50-prozentige Beimischung zu fossilem Kerosin (blend) zugelassen. Der Kraftstoff ist „drop-in-fähig“, erfordert also keinerlei Modifikationen an Triebwerken oder Fluggerät.

"New Mobility" in Sachsen-Anhalt

Pressetermin mit Thomas Webel: Um über den Standort Sachsen-Anhalt und Konzepte zur “New Mobility” zu informieren, hatte der Minister für Landesentwicklung und Verkehr (hinten Mitte) zu einem Pressetermin an den Gemeinschaftsstand von Sachsen-Anhalt geladen. Für IASA nahm Michael Wühle in seiner Funktion als stellvertretender Chefredakteur des IASA-Journals teil. Wühle nutzte zugleich die Gelegenheit, um den Minister über IASA-Aktivitäten zur Förderung der PtL-Technologie für Flugtreibstoffe zu informieren.

Die Technologie zur Herstellung dieser innovativen Kraftstoffe ist in Deutschland vorhanden und weitestgehend marktreif. Mehr über die IASA und die Power-to-Liquid-Projekte erfahren Sie über unsere Homepage https://iasaev.org oder über unsere PtL-Projektseite www.power-to-liquid.org


 

Jetzt Produktion klimafreundliche Flugtreibstoffe fördern

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

IASA will Power-to-Liquid-Projekte (PtL) beschleunigen

Seit nunmehr fünf Jahren wirbt IASA für die Einführung klimafreundlicher, im Idealfall sogar CO2-neutraler Flugtreibstoffe auf sogenannter PtL-Basis. Die Aussicht auf eine mögliche Befreiung von der Energiesteuer ist geeignet, so IASA, die kommerzielle Realisierung von Power-to-Liquid-Projekten (PtL) erheblich zu beschleunigen. Mittels der sogenannten „Fischer-Tropsch-Synthese“ gewonnenes Kerosin ist schon heute nach der internationalen Normierungsbehörde ASTM für eine bis zu 50-prozentige Beimischung zu fossilem Kerosin (blend) in der Luftfahrt zugelassen. Der Kraftstoff ist „drop-in-fähig“, erfordert also keinerlei Modifikationen an Triebwerken oder Fluggerät. Die Technologie zur Herstellung dieser innovativen Kraftstoffe ist in Deutschland vorhanden und weitestgehend marktreif.

Die Kosten für synthetisches Kerosin liegen jedoch derzeit noch – teils auch aufgrund der Energiesteuer – deutlich über denen des fossilen Kerosins Jet A1. Ein Fortfall der Besteuerung würde die Einführung klimaschonender Kraftstoffe in den von der Steuer betroffenen Segmenten erleichtern und damit helfen, derartige Kraftstoffe auf breiter Basis einzuführen.

Die IASA unterstützt derzeit mehrere Demonstrationsprojekte in Deutschland zur Erzeugung von synthetischem, klimaneutralen Flugtreibstoff. Da in der Öffentlichkeit dieses klimaschonende und nachhaltige Verfahren noch weitgehend unbekannt ist, benötigen „PtL-Leuchtturmprojekte“ noch eine breite Unterstützung, insbesondere durch die Nutzer der Luftfahrt, die Passagiere. IASA appelliert  daher an alle Interessenten einer nachhaltigen Luftfahrt, entsprechende PtL-Initiativen und Projekte zu unterstützen. Für weitergehende Informationen siehe  https://iasaev.org oder www.power-to-liquid.org

Das Interview mit dem bayerischen Ministerpräsidenten, Dr. Markus Söder ist unter folgendem Link abrufbar: Mediathek des Bayerischen Fernsehens (BR)

Das Auto lernt fliegen

Flugtaxis

Mit Bosch-Technik lernt das Auto fliegen

Pressemeldung Vernetzte Mobilität

Sensorbox für Lufttaxis

  • Studie prognostiziert eine Milliarde Flüge mit Flugtaxis in 2030.
  • Mit der Bosch-Sensorbox lassen sich Lufttaxis präzise steuern.
  • Sensorlösung von Bosch bringt Kostenvorteile durch den Einsatz serienerprobter Technik aus dem Automobilbau.

Stuttgart – Stau in den Metropolen weltweit: Da möchte so mancher Autofahrer in die Luft gehen. Das könnte in wenigen Jahren sogar eine echte Lösung sein. Die Unternehmensberatung Boston Consulting Group prognostiziert für 2030 weltweit eine Milliarde Flüge mit den meist unbemannt fliegenden Lufttaxis, wenn sich Sharing-Dienste auf festen Routen auch über den Straßen etablieren. Bosch arbeitet an moderner Sensortechnik, um diese Flüge besonders sicher und komfortabel zu machen. „Ab spätestens 2023 werden die ersten Flugtaxis in Großstädten abheben. Bosch möchte diesen Zukunftsmarkt als Zulieferer mitgestalten“, sagt Harald Kröger, Vorsitzender des Bosch-Geschäftsbereichs Automotive Electronics. Bosch hat dafür eine Marktlücke entdeckt: Herkömmliche Luftfahrttechnik ist zu teuer, zu groß und zu schwer um in autonomen Flugtaxis eingesetzt zu werden. Moderne Sensoren, die auch fürs automatisierte Fahren oder im Schleuderschutzsystem ESP eingesetzt werden, können die Lücke aber schließen. Das Entwickler-Team hat daher dutzende Sensoren in einem Universalsteuergerät für Flugtaxis zusammengeführt.

Bosch-Technik für Flugtaxis

Das Universalsteuergerät mit serienerprobten Bosch-Sensoren soll dafür sorgen, dass Position und Flugzeuglage der fliegenden Taxis jederzeit ermittelt werden können und sie sich präzise und sicher steuern lassen. Dafür sorgen beispielsweise Beschleunigungs- und Drehratensensoren, die die Bewegungen und den Neigungswinkel der Fluggeräte exakt messen. Im Gegensatz zu aktuellen Sensorlösungen in der Luftfahrt, die teilweise mehrere zehn- bis hunderttausend Euro kosten, kann Bosch diese Lösung für einen Bruchteil der Kosten realisieren. Der Grund: Das Unternehmen setzt serienerprobte Sensoren ein, die Bosch bereits seit Jahren für die Automobilindustrie entwickelt und herstellt. „Wir wollen mit unserer Bosch-Lösung die zivile Luftfahrt mit Flugtaxis für viele Anbieter erschwinglich machen“, sagt Marcus Parentis, Leiter des Technik-Teams bei Bosch, das sich um Steuergeräte der elektrisch betriebenen Kleinflugzeuge kümmert. Zudem sind die Bosch-Sensoren besonders klein und leicht. Hersteller von Flugtaxis können die Sensorbox von Bosch nach dem Plug&Play-Prinzip einfach in ihre Fluggeräte einbauen.

Shared Mobility in der Luft: Eine Milliarde Flüge mit Flugtaxis in 2030

Der Mark für Flüge mit Elektro-Lufttaxis in Städten soll in den kommenden Jahren stark wachsen. Bereits für 2020 ist der Probebetrieb in Städten wie Dubai, Los Angeles, Dallas und Singapur geplant. Ab 2023, so schätzen Experten, startet der kommerzielle Betrieb. Während dann wohl zunächst noch Piloten mit an Bord sind, könnten die Kleinflugzeuge ab 2025 schon autonom über den Dächern der Metropolen schweben, gesteuert durch Personal am Boden. Rund 3 000 Flugtaxis werden zu diesem Zeitpunkt weltweit im Einsatz sein (Quelle: Roland Berger). 2030 steigt ihre Zahl auf 12 000, spätestens 2050 sind knapp 100 000 der fliegenden Taxis unterwegs. Die Unternehmensberatung Morgan Stanley schätzt, dass der Markt für Flugtaxis im Jahr 2040 sogar

1,35 Billionen Euro (1,5 Billionen US-Dollar) groß sein könnte. Das gilt nicht nur in den USA und Südostasien, sondern auch in deutschen Groß- und Mittelstädten. In Regionen wie dem Ruhrgebiet, im Rhein-Main-Gebiet oder im Dreieck München, Augsburg und Ingolstadt könnten sie die Reisen auf Kurz- und Mittelstrecken deutlich beschleunigen. Von den wachsenden Marktchancen ist auch Marcus Parentis von Bosch überzeugt: „Wir sind im Austausch mit Herstellern von Lufttaxis aus der Luftfahrt- und Automobilindustrie, aber auch mit Start-ups, die die Fluggeräte bauen und Sharing-Dienste anbieten wollen“, sagt Parentis. „Die Frage ist nicht, ob Flugtaxis kommen, sondern wann.“

Flugtaxis

Welche Technik liefert Bosch?

In der Sensorbox stecken MEMS-Sensoren. Die Abkürzung steht für Mikroelektromechanische Systeme. Die ersten MEMS-Sensoren für Fahrzeuge hat Bosch bereits vor über 25 Jahren entwickelt. Dort versorgen sie die Steuergeräte mit Daten, ob das Fahrzeug gerade bremst oder beschleunigt, und wohin es fährt. Die Sensorbox für Flugtaxis von Bosch hat Beschleunigungssensoren an Bord, die die Bewegungen des Fluggerätes messen. Eingebaute Drehratensensoren messen den Neigungswinkel des Fluggeräts und Magnetfeldsensoren die Ausrichtung der Himmelsrichtung. Zudem gehören Drucksensoren zum Paket, die über den barometrischen Druck die Höhe des Fluges messen und über den Staudruck die aktuelle Geschwindigkeit ermitteln.

Sensorbox

Wem liefert Bosch die Sensorbox?

Bosch ist im Austausch mit vielen Playern in diesem Bereich – von Lufttaxi- Herstellern bis zu Start-ups, die Fluggeräte bauen und Sharing-Dienste anbieten wollen. Aktuell gibt es – wie bei jeder neuen Technik – eine Vielzahl an Varianten von Flugkonzepten. Welches Konzept das Rennen macht, ist derzeit schwer abzuschätzen. Das Plug&Play-Steuergerät von Bosch passt in jedes Fluggerät.

Warum sollten Flugtaxis eine Alternative sein?

Flugtaxis umgehen den Stau in Metropolen auf eine ganz neue Art und Weise: in der Luft. Damit sind sie in den Metropolen der Zukunft eine zusätzliche Alternative, um schnell von A nach B zu kommen. „Einen zeitlichen Vorteil können Flugtaxis gegenüber heutigen Verkehrsmitteln schon ab zehn Kilometern Reisedistanz bringen, die maximalen Reichweiten liegen bis zu 300 Kilometern“, sagt Parentis.

Wie viel sollen Flugtaxis kosten?

Je nach Konzept und Anzahl an Passagierplätzen wird der Preis eines Flugtaxis bei etwa 500 000 Euro liegen. Deshalb spielen automatisierte und elektrisch betriebene Fluggeräte gerade bei Sharing-Lösungen einen Vorteil aus. Dennoch ist der Preis für ein Fluggerät deutlich niedriger als für einen vergleichbaren Helikopter mit heutiger Technik. Für Zulieferer ist es daher wichtig, zuverlässige Technik anzubieten, die nicht nur wenig wiegt und sich einfach einbauen lässt, sondern die auch einen Kostenvorteil gegenüber traditioneller Luftfahrttechnik hat. „Genau da kommen wir mit der MEMS-Sensorbox ins Spiel. Wir wollen mit unserer Bosch-Lösung die zivile Luftfahrt mit Flugtaxis für viele Anbieter erschwinglich machen“, sagt Parentis.

Quelle: Bosch 


 

Lindbergh Innovation Forum

Nachhaltige Luftfahrt

Friedrichshafen, 12. April 2019

Elektromobilität in der (Allgemeinen) Luftfahrt

Im Rahmen der Luftfahrtmesse AERO fand am 11. April das Lindbergh Innovation Forum statt, das sich dem Thema Elektromobilität und Innovation in der Luftfahrt widmete. Die Veranstaltung wurde von Erik Lindbergh, Enkel des berühmten Luftfahrtpioniers Charles Lindbergh, moderiert.

Erik Lindbergh, der 2002 zum 75. Jahrestags des Erstfluges über den Atlantik durch seinen Großvater diesen Flug mit einem einmotorigen Flugzeug wiederholte, gab sich zuversichtlich, dass elektrisch betriebene Flugzeuge bereits in kurzer Zeit selbstverständlich sein werden. Er lud die Teilnehmer ein, sich bereits jetzt mit dem Jubiläumstermin anlässlich des hundertsten Jahrestags des Erstflugs vorzubereiten, der am 20./21. Mai 2027 gefeiert werden wird. Ideen dazu nimmt Erik gerne unter info@lindberghfoundation.org an.

Die zahlreichen Vorträge im Forum gingen von neuen Technologien, elektrische und hybrid-elektrische Antriebe für Flugzeuge über künstliche Intelligenz in der Luftfahrt bis zu aktuellen VTOL-Entwürfen (VTOL = Vertical Take-Off and Landing = Senkrechtstarter).

Nachhaltige Luftfahrt

Erik Lindbergh, Enkel des großen Luftfahrtpioniers

Zulassung offen

Thema der Veranstaltung war auch, wie autonome, elektrisch betriebene VTOLs genehmigungsrechtlich behandelt werden sollen und wie weit bereits der Zertifizierungsprozess hier gediehen ist. Zu letzterem Punkt gab es leider keine konkreten Aussagen, möglicherweise wird bei der Zertifizierung von autonomen Fluggerät Europa leider mal wieder abgehängt werden.

Dennoch war auch im Lindbergh Innovation Forum die Aufbruchstimmung zu spüren, die in der Luftfahrtbranche derzeit herrscht. Es ist keine Frage, dass elektrisch betriebene und insbesondere autonome Fluggeräte in naher Zukunft ganz selbstverständlicher Bestandteil unserer Mobilität sein werden.

Autor: Michael Wühle (IASA e.V)


 

Power to Liquid

Technologischer Durchbruch für die Energiewende

Dresden, 15. Januar 2019

Der Sunfire GmbH ist ein technologischer Durchbruch für die Energiewende gelungen: Die erfolgreiche Inbetriebnahme und der erfolgreiche Testbetrieb (> 500 Stunden) einer Hochtemperatur-Co-Elektrolyse seit November 2018 am Standort in Dresden. Die SUNFIRE-SYNLINK genannte Technologie ermöglicht die hocheffiziente Produktion (zukünftig ca. 80 % Wirkungsgrad im industriellen Maßstab) von Synthesegas in einem einzigen Schritt unter Einsatz von Wasser, CO2 und Ökostrom. Damit sinken die Investitions- und Betriebskosten für Power-to-X-Projekte (e-Crude, e-fuels) deutlich.

Den technologischen Durchbruch erreichte Sunfire im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Kopernikus-Projekts Power-to-X (03SFK2Q0), an dem ebenfalls das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) beteiligt ist. Die erfolgreich betriebene Co-Elektrolyse (10 Kilowatt DC, bis zu 4 Nm³/h Synthesegas), wird in den kommenden Wochen nach Karlsruhe ausgeliefert und dort in Kombination mit den Technologien von Climeworks (Direct Air Capture), INERATEC (Fischer-Tropsch-Synthese) und KIT (Hydrocracking) in einem Container zu einer autarken Anlage verbunden. Bis Ende August 2019 soll damit die integrierte Produktion des synthetischen Rohölersatzes e-Crude demonstriert werden; erstmalig in einem durch die Co-Elektrolyse ermöglichten 2-Stufen-Prozess in dieser Größenordnung.

KOMMERZIALISIERUNG DER CO-ELEKTROLYSE FÜR NORWEGEN-PROJEKT

Weiterhin hat Sunfire am 01.01.2019 im Rahmen des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Projekts „SynLink“ (03EIV031A) mit der Skalierung der Hochtemperatur-Co-Elektrolyse auf industriellen Maßstab begonnen – zunächst mit einer Eingangsleistung von 150 Kilowatt (DC). Dieses multiplizierbare Co-Elektrolyse-Modul soll perspektivisch im norwegischen Projekt des Partners Nordic Blue Crude zum Einsatz kommen. Hier soll eine erste kommerzielle Anlage entstehen, die jährlich 10 Millionen Liter bzw. 8.000 Tonnen des synthetischen Rohölersatzes e-Crude auf Basis von 20 Megawatt Eingangsleistung produzieren wird.
Geht die Anlage im Industriepark Heroya in Betrieb, werden CO2-Emissionen in Höhe von ca. 21.000 Tonnen pro Jahr vermieden, da Abwärme aus Industrieprozessen als auch umweltfreundliche elektrische Energie aus Wasserkraft eingesetzt wird. 13.000 PKW könnten damit vollständig mit synthetischem Ökokraftstoff versorgt werden.

Hintergrund: Hochtemperatur-Co-Elektrolyse

In bisherigen Power-to-Liquids-Verfahren werden zwei getrennte Prozessschritte genutzt, um Wasserdampf in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff zu zerlegen (Elektrolyse) und Kohlenstoffdioxid zu Kohlenstoffmonoxid (Reverse Wasser-Gas-Shift Reaktion) zu reduzieren. Mit der Co-Elektrolyse von Sunfire werden H2 (Wasserstoff) und CO (Kohlenstoffmonoxid) nun in einem einzigen Prozessschritt gewonnen, was die Effizienz des Gesamtverfahrens erheblich verbessert und somit auch die Investitions- (CAPEX) und Betriebskosten (OPEX) reduziert. Außerdem reduziert sich der Platzbedarf durch die einstufige SUNFIRE-SYNLINK Technologie merklich.

Durch die globale Energiewende und die Verpflichtung zur Einhaltung der Pariser Klimaschutzziele haben die Sunfire-Technologien großes, weltweites Marktpotenzial. Der globale Bedarf für Elektrolyse-Technologien zur Produktion von grünem, erneuerbarem Wasserstoff wird auf mehr als 3.000 Gigawatt geschätzt. Daneben benötigen zahlreiche Sektoren wie der Langstreckenstraßentransport, der Flug- oder der Schiffsverkehr Alternativen zum fossilen Diesel und Kerosin, die hervorragend transportierbare e-Fuels über vorhandene Infrastrukturen bieten können.

Neben der Herstellung von Kraftstoffen, findet Synthesegas seine Abnehmer in einer ganzen Reihe von Industrien: Etwa in der Chemieindustrie, bei der Herstellung von Kunststoffen oder im Kosmetiksektor. Bislang wird Synthesegas vorwiegend auf Basis von fossilem Erdgas für die industrielle Verwendung hergestellt – in Zukunft CO2-neutral durch die hocheffiziente Co-Elektrolyse von Sunfire.

Power to Liquid

Foto: Sufire

Neuer Technologiepartner Paul Wurth SA

Zuletzt hatte Sunfire, eines der innovativsten Energie-Unternehmen der Welt, mit dem weltweit führenden Maschinen- und Anlagenbauer für die Metallindustrie, Paul Wurth, einen neuen Lead-Investor und Technologiepartner gewonnen. Die Finanzierungsrunde unter Einbeziehung der früheren Investoren brachte dem Unternehmen zusätzlich 25 Millionen Euro Venture Capital ein. Mit dem Geld strebt Sunfire nun die Realisierung kommerzieller Multi-Megawatt- Projekte im Bereich Elektrolyse und Power-to-X an.

Quelle: Sunfire


 

HiFly führt den ersten plastikfreien Flug durch

nachhaltige Luftfahrt

26. Dezember 2018

Als weltweit erste Fluggesellschaft und als wichtiges Element für mehr Nachhaltigkeit in der Luftfahrt führte der Wet-Lease-Carrier HiFly den ersten Passagierflug ohne einen Einwegartikel aus Kunststoff an Bord durch.

nachhaltige Luftfahrt

Der erste “kunststofffreie” Versuch mit einem von HiFlys Airbus A340 wurde am 26. Dezember von Lissabon auf dem Weg nach Natal in Brasilien durchgeführt.

HiFly-Präsident Paulo Mirpuri sagte vor dem Start: „Dieser historische Hi-Fly-Flug ohne Einwegartikel aus Kunststoff an Bord unterstreicht unser Engagement, Hi Fly innerhalb von 12 Jahren zur ersten” kunststofffreien “Fluggesellschaft der Welt zu machen.

“Wir nehmen diese Verpflichtung sehr ernst. Unser Unternehmen beruht auf Nachhaltigkeit. Wir arbeiten eng mit der Mirpuri Foundation zusammen, um sicherzustellen, dass unsere Unternehmenspraktiken unserer Verantwortung gegenüber unserem Planeten entsprechen.”

„Bei jedem dieser Testflüge verhindern wir, dass rund 350 kg nahezu unzerstörbare Kunststoffe unsere Umwelt vergiften.”

„Weltweit starten täglich über 100.000 Flüge, und im letzten Jahr beförderten Verkehrsflugzeuge fast vier Milliarden Passagiere. Diese Zahl wird sich in weniger als 20 Jahren voraussichtlich wieder verdoppeln. Das Potenzial, hier etwas zu bewegen, ist also enorm groß.”

„Wir wissen, dass wir möglicherweise anfangs Kinderkrankheiten zu überwinden haben, aber wir sind zuversichtlich, diese Probleme in den kommenden Monaten zu lösen.”

“Aus den Rückmeldungen, die wir bisher von unseren Kunden und Passagieren erhalten haben wissen wir, dass diese Maßnahme für unsere Fluggesellschaft das Richtige ist.”

Pedro Ramos, Generaldirektor des Reiseveranstalters Alto Astral, der die Flüge zwischen Lissabon und Brasilien gechartert hat, sprach über die Begeisterung seines Unternehmens, an diesem wichtigen Branchenereignis teilzunehmen.

Zu den Einwegartikeln aus Kunststoff, die ersetzt wurden, gehören: Becher, Löffel, Salz- und Pfefferstreuer, Verpackungen für Bettwäsche, Geschirr, Getränkeflaschen und Zahnbürsten.

Zu den vielen Innovationen, die die Passagiere während des Fluges von den HiFly-Umweltexperten präsentiert werden, gehören ein Bambusbesteck, sowie eine Reihe von Papierverpackungen und Behälter, die nach ihrer Verwendung problemlos kompostiert werden können.

Quelle: HiFly


Treibstoff für klimaneutrales Fliegen

nachhaltige Luftfahrt

Verbundprojekt „PowerFuel“ bereitet am KIT Markteinführung von synthetischem Kerosin aus erneuerbarem Strom und Kohlendioxid aus der Luft vor

19.12.2018
Fliegen ist energieintensiv, gleichzeitig nimmt der Luftverkehr stetig zu – mit negativen Folgen für das Weltklima. Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und die Firma Ineratec, ein Spin-Off des KIT, erproben jetzt gemeinsam mit weiteren Partnern aus Wirtschaft und Forschung die Herstellung von synthetischen klimaneutralen Kraftstoffen für den Luft-, Schwerlast- und Schiffsverkehr. „Wir brauchen dringend CO2-freie Mobilität“, sagt Professor Roland Dittmeyer, Leiter des Instituts für Mikroverfahrenstechnik (IMVT) des KIT. In Deutschland stammt rund ein Fünftel der klimaschädlichen Emissionen aus dem Verkehr. Abhilfe schaffen könnten Elektroan- triebe – sofern sie mit CO2-freiem Strom gespeist würden. Das Problem: In der Luftfahrt oder im Seeverkehr ist Elektromobilität nur bedingt tauglich. Die Lösung: Synthetische Kraftstoffe aus dem Treibhausgas CO2 und erneuerbarem Strom. Geplant ist die Gewinnung von CO2 aus der Umgebungsluft mit einer Direct-Air-Capture-Anlage der Firma Climeworks. Die Elektrolyse-Technologie, mit der durch Strom aus Wasser der benötigte Wasserstoff erzeugt wird, stammt von Siemens.
Im Projekt PowerFuel wird am KIT in einer von Ineratec entwickelten Pilotanlage CO2 mit Wasserstoff schließlich in Synthesegas umgewandelt. „Aus letzterem wird im Reaktor flüssiger Kraftstoff erzeugt“, sagt Ineratec-Geschäftsführer Tim Böltken. Durch dieses Power-to- Liquid-Verfahren lässt sich nahezu klimaneutraler Treibstoff wirtschaftlich herstellen. Die Energieversorgung aus erneuerbaren Quellen unterliegt naturbedingten Schwankungen. Durch den Einsatz der kompakten chemischen Reaktoren von Ineratec direkt vor Ort soll auf diese Schwankungen optimal reagiert werden und Strom, der bisher ungenutzt blieb in flüssigen Krafstoffen gespeichert werden. „Zudem haben unsere synthetischen Kraftstoffe im Vergleich zu konventionellem Benzin, Diesel oder Kerosin sogar bessere Verbrennungseigenschaften“, sagt Böltken. Die Qualität der synthetischen Treibstoffe sowie der Einsatz in verschiedenen Verkehrssektoren werden vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Firma Aviation Fuel Projects Consulting untersucht und beurteilt. In der Pilotphase soll die Anlage 200 bis 300 Liter Kraftstoff am Tag produzieren.
nachhaltige Luftfahrt

Kompakte Anlagen, mit denen sich überall klimaneutraler Treibstoff herstellen lässt, könnten die Verkehrswende beschleunigen. (Foto: KIT, PPQ)

Parallel zum Betrieb des Anlagenverbunds führen Siemens, Bauhaus Luftfahrt und die TU Hamburg Energiesystemanalysen des gesamten Anlagenverbunds durch, welche durch Simulationen basierend auf Strommarktmodellen unterstützt werden. Zusätzlich soll analysiert werden, wie der synthetisch erzeugte Kraftstoff in Verkehr gebracht werden kann. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.
Details zum KIT-Zentrum Energie: http://www.energie.kit.edu Quelle: KIT
 
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