UBA: Umweltwirtschaft bleibt wichtiger Wirtschaftsfaktor

Deutschland muss Planungssicherheit für Investoren schaffen

Dessau, 4. Dezember 29017: Umweltschutz ist nach wie vor ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Deutschland. Deutsche Umweltschutzgüter sind in allen Weltregionen und über alle Umweltschutzbereiche hinweg gefragt. Das zeigt ein aktueller Bericht des Umweltbundesamtes (UBA) zur Umweltwirtschaft 2015. Deutsche Unternehmen produzierten im Jahr 2015 Güter im Wert von über 83 Milliarden Euro, die für Umweltschutzzwecke eingesetzt werden können. Gleichzeitig steigt der internationale Wettbewerb. China konnte vor allem aufgrund der Produktion von Solaranlagen seinen Anteil am internationalen Handel mit potenziellen Umweltschutzgütern seit 2002 mehr als verdreifachen und ist nun Exportweltmeister. Deutschland liegt mit einem Welthandelsanteil von 13,5 Prozent an zweiter Stelle (China 16,2 Prozent). Maria Krautzberger, Präsidentin des UBA: „Der weltweite Markt für Umweltschutzgüter wächst stetig, seit einigen Jahren insbesondere in aufstrebenden Schwellenländern in Asien, Südamerika und aktuell auch Afrika. Deutschland muss aufpassen, seine derzeit gute Stellung hier nicht zu verlieren. Die Umweltpolitik ist gefordert und muss mit den notwendigen langfristigen Zielen und den richtigen ökonomischen Rahmenbedingungen Planungssicherheit für Investoren schaffen.“

Maria Krautzberger weiter: „Deutschland steht noch gut da, nicht zuletzt, weil die Unternehmen schon früh mit hohen umweltpolitischen Standards konfrontiert waren. Es besteht die Gefahr, dass wir diese gute Position verlieren, wenn wir nur noch die europäischen Mindeststandards umsetzen. Um Innovationen zu fördern, brauchen wir auch ein anspruchsvolles Umweltrecht. Hier müssen wir eine entsprechende Entwicklung in der EU und in Deutschland vorantreiben.“

Lag das Produktionsvolumen im Umweltschutz 2013 noch bei 81,6 Milliarden Euro, ist es 2015 auf über 83 Milliarden Euro leicht gewachsen. Es entspricht jetzt sechs Prozent der gesamten Industriegüterproduktion. Güter, die dem Klimaschutz dienen können, stellen mit 40 Prozent des Produktionsvolumens erneut den mit Abstand größten Umweltbereich. Hierzu gehören beispielsweise Windenergie- und Solaranlagen. Maria Krautzberger: „Die Weltklimakonferenz (COP23) in Bonn hat noch einmal ganz deutlich gemacht, dass wir den Klimawandel konsequent bekämpfen müssen. Die weltweiten Anstrengungen hierzu werden auch dazu führen, dass der Weltmarkt für Klimaschutzgüter und Klimaschutztechnologien wächst. Hieraus ergeben sich wirtschaftliche Chancen, die wir nutzen sollten.“

Für die Beurteilung der internationalen Wettbewerbsposition sind nicht nur die Exporte, sondern auch die Importe von Bedeutung. Denn deutsche Unternehmen konkurrieren mit ihren Produkten auch im eigenen Land mit ausländischen Anbietern. Die Entwicklung der letzten Jahre bei Solarzellen hat dies ganz klar verdeutlicht. Bei Windkraftgütern konnten deutsche Unternehmen hingegen in den letzten Jahren Anteilsgewinne auf Auslandsmärkten verzeichnen. Besonders wettbewerbsstark ist die deutsche Industrie traditionell in den Bereichen Mess-, Steuer- und Regeltechnik für den Umweltschutz sowie Abfall- und Abwassertechnologien.

Die Informationen zur Entwicklung und Wettbewerbsfähigkeit der Umweltwirtschaft werden alle zwei Jahre vom Umweltbundesamt aktualisiert und veröffentlicht.

UBA-Präsidentin Maria Krautzberger fordert, mit langfristigen Zielen und den richtigen ökonomischen Rahmenbedingungen mehr Planungssicherheit für Investoren im Umweltbereich zu schaffen

Quelle: UBA

Power to Liquid – Klimaziele der Luftfahrt erreichbar

Power to Liquid

Greener Skies Ahead 2017

PtL-Solutions for a Sustainable Aviation

Gestern fand im Haus der Deutschen Welle in Bonn die 8. Internationale Konferenz für eine nachhaltige Luftfahrt und die Zukunft des Luftverkehrs statt. Die Veranstaltung im großen Gremiensaal war mit etwa 70 Teilnehmern gut besucht. Nachdem in einem Grußwort Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, den Teilnehmern seine besten Wünsche zum guten Gelingen der Konferenz ausgesprochen hatte, begann ein spannender Gedankenaustausch rund um das Thema “Power to Liquid”.

Power to Liquid

Das Thema der Konferenz war die Einführung eines synthetischen, CO2-neutralen Kraftstoffs für die Luftfahrt nach dem sogenannten “Power to Liquid”-Verfahren (PtL). Mit einem solchen PtL-Treibstoff können die Klimaziele der Luftfahrt erreicht werden und damit ein wesentlichen Beitrag zur Erreichung der Pariser Klimaziele geleistet werden. Der Technology-Readiness-Level (TRL), ein Indikator zur Beurteilung der Technologiereife liegt bereits nahe dem Maximum.

In zahlreichen Vorträgen und Diskussions-Foren bekräftigten die Teilnehmer das große Potenzial und den hohen Reifegrad von PtL. Die große Herausforderung bestehe nun darin, zeitnah eine PtL-Produktionsanlage in industriellem Maßstab zu finanzieren und in Deutschland zu errichten. Die benötigten Erneuerbaren Energien stehen in Form von Wind und Sonne auch in Deutschland in ausreichendem Maße zur Verfügung um Wasserstoff als Grundelement des synthetischen Kraftstoffs zu produzieren.

Mit der nachfolgenden “Fischer-Tropsch-Synthese” entstehen dann die Kohlenwasserstoffe aus denen das synthetische Kerosin gebildet wird. Der Ressourcenverbrauch von Wasser und Fläche ist bei PtL nur ein Bruchteil gegenüber den sogenannten “Biofuels”, die aus Biomasse oder Abfällen gewonnen werden.

Power to Liquid

Harry Lehmann (Umweltbundesamt) unterstrich die enormen Potenziale von PtL beim Klimaschutz

Erik Lindbergh

Der Gründer der XPRIZE-Stiftung Erik Lindbergh und Enkel des berühmten Luftfahrtpioniers Charles Lindbergh, begeisterte die Konferenzteilnehmer mit einem spannenden und emotionalen Vortrag zu den Meilensteinen technologischer Entwicklung und deren Machbarkeit, wenn Menschen mit Herz und Verstand an die vorhandenen Herausforderungen herangehen.

XPRIZE

Erik Lindbergh begeisterte die Konferenzteilnehmer mit seinem Vortrag

Spätestens nach diesem Vortrag waren sich die Teilnehmer der Konferenz darüber einig, dass es nicht mehr darum geht, ob PtL-Treibstoffe für die Luftfahrt wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll produziert werden können, sondern dass es nun “nur” noch um das Problem geht, entsprechenden Handlungsdruck in Politik und Gesellschaft zu erzeugen. Wenn insbesondere der Passagier von dem enormen Potenzial von PtL-Treibstoffen Kenntnis hat und deren Verwendung in der Luftfahrt auch einfordert, dann wird der PtL-Treibstoff auch bald produziert und geflogen werden.

Resolution

Um einen ersten kräftigen Impuls in dieser Richtung zu geben, verabschiedeten die Konferenzteilnehmer eine entsprechende Resolution, die an die Delegierten der kommenden Weltklimakonferenz COP23 im November in Bonn übergeben werden wird.

Den finalen Text der Resolution verlas Terry Swartzberg, der als bekannter US-amerikanischer Fachjournalist und Wahlmünchner gemeinsam mit Ralf Nolting und Prof. Hansjochen Ehmer die Moderation der Konferenz übernahm.

Der Präsident der IASA e.V. und Gastgeber der Konferenz Rudolf (Rolf) Dörpinghaus unterstrich in seinem Vortrag die enormen Vorteile für Luftfahrt, Gesellschaft und Umwelt, die durch die Verwendung von PtL-Fuels entstehen würden. Da PtL-Treibstoffe keinen Schwefel und keine Aromaten enthalten, reduzieren sich auch die Emissionen von Luftschadstoffen. Mit dem geschlossenen CO2-Kreislauf kann die Luftfahrt einen bedeutenden Beitrag zur Abmilderung des stattfindenden Klimawandels leisten, der ja maßgeblich durch den anthropogenen Effekt (Einfluß des Menschen auf das Klima) geprägt ist.

nachhaltige Luftfahrt

Rudolf (Rolf) Dörpinghaus, Präsident der IASA e.V.

Herr Dörpinghaus schloß dann die Konferenz mit einem Appell an die Teilnehmer, den gemeinnützigen Luftfahrtverband IASA auch weiter tatkräftig bei deren Informations- und Umsetzungsprojekten zur “Power to Liquid” zu unterstützen.

Quelle: IASA e.V.