NASA und DLR: Gemeinsame Flugversuche zur Klimawirkung des Luftverkehrs

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Deutliche Verringerung der Rußemissionen bei alternativen Kraftstoffen erwartet

Köln, 12. Januar 2018: Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die US-amerikanischen Luft- und Raumfahrtbehörde NASA werden im Januar 2018 erstmals gemeinsame Forschungsflüge in Deutschland durchführen. Im Fokus stehen die Emissionen von alternativen Kraftstoffen und die Charakterisierung der Eiskristalle in Kondensstreifen, wobei exemplarisch Biokraftstoff zum Einsatz kommt. Erste gemeinsame DLR/NASA-Flüge im Jahr 2014 in Palmdale/Kalifornien zeigten, dass eine Beimischung von 50 Prozent alternativem Kraftstoff im Reiseflug die Rußpartikel-Emissionen eines Flugzeugtriebwerks um 50 bis 70 Prozent gegenüber der Verbrennung von reinem Kerosin reduziert. Mit den nun geplanten Forschungsflügen sollen  die Partikel-Emissionen und ihr Einfluss auf die Wolkenbildung aus Kondensstreifen und damit ihre Klimawirkung bestimmt werden. Ab dem 14. Januar 2018 wird dafür das NASA-Forschungsflugzeug DC-8 für drei Wochen nach Deutschland kommen und gemeinsam mit dem DLR-Forschungsflugzeug A320 ATRA fliegen. “Wir freuen uns über das Vertrauen der NASA, solch eine umfangreiche Mission mit uns gemeinsam in Deutschland durchzuführen”, sagt DLR-Luftfahrtvorstand Prof. Rolf Henke. Die Forschungsflüge werden von der Ramstein Air Base aus starten.

“Die NASA könnte diese Forschungsflugmission nicht alleine stemmen”, sagt Bruce Anderson, wissenschaftlicher Leiter der Mission bei der NASA. „Wir bringen hier beide Forschungseinrichtungen mit ihren Ressourcen und Forschungsinfrastrukturen in einer Weise zur Untersuchung von alternativen Kraftstoffen zusammen, wie es niemals zuvor möglich war.“ Die gemeinsame Forschungsflugkampagne trägt den Namen ND-MAX/ECLIF 2 (NASA/DLR-Multidisciplinary Airborne eXperiments/Emission and CLimate Impact of alternative Fuel).

Im Rahmen der internationalen Forschungsmission wird das DLR-Forschungsflugzeug A320 ATRA (Advanced Technology Research Aircraft) mit verschiedenen Kraftstoffmischungen fliegen, während das vollinstrumentierte “Fliegende Labor” der NASA (DC-8) in sicherem Abstand folgt, um im Abgasstrahl Rußpartikel, Gasemissionen und Eiskristalle im Kondensstreifen  zu messen. Dabei sind zahlreiche Messgeräte des DLR an Bord des NASA-Flugzeugs installiert. “Wir haben Instrumente zur simultanen Vermessung der Größenverteilung der Ruß-und Eispartikel sowie der gasförmigen Emissionen im Nachlauf des ATRA  an Bord der DC-8 installiert”, berichtet Dr. Hans Schlager vom DLR-Institut für Physik der Atmosphäre. “Der Fokus unserer Messungen liegt darauf, die Emissionen beim Einsatz verschiedener Kraftstoffmischungen zu charakterisieren. Besonders interessiert uns wie sich die Rußemissionen der unterschiedlichen Treibstoffe auf die Strahlungseigenschaften und Lebensdauer der Kondensstreifen auswirken.”

Vorbereitungen in Kalifornien

Mehrere DLR-Wissenschaftler und Ingenieure haben zuvor am Heimatstandort der DC-8 beim Armstrong Flight Research Center der NASA in Kalifornien am Einbau der Messgeräte gearbeitet. Gleichzeitig liefen die Vorbereitungen auf dem Gelände der NATO Air Base in Ramstein, Rheinland-Pfalz, von wo aus die Forschungsflüge in der zweiten Januarhälfte jeweils ihren Ausgangspunkt nehmen. “Wir sind gerade dabei den speziell für die Flugversuche produzierten Kraftstoff anzuliefern”, sagt André Krajewski von den DLR-Flugexperimenten. “Für insgesamt acht geplante gemeinsame Forschungsflüge haben wir Kraftstoff-Mischungen mit einem Anteil von 30 Prozent bis 50 Prozent beigemischtem HEFA.” Der exemplarisch gewählte Biotreibstoff HEFA (Hydroprocessed Esters and Fatty Acids) wird zu großen Teilen aus dem Öl von Leindotter-Pflanzen gewonnen, er steht hier exemplarisch für alternative Kraftstoffe, die auch synthetisch sein könnten.

Neben den Emissionen interessiert das internationale Forscherteam ebenfalls, wie sich die verschiedenen Kraftstoffmischungen auf die Leistungsfähigkeit der Triebwerke auswirken. “Biotreibstoffe wie HEFA unterscheiden sich in ihrer Zusammensetzung zu herkömmlichem Kerosin dadurch, dass sie reine Paraffine sind und keine zyklischen Kohlenwasserstoffe beinhalten. In Mischung mit herkömmlichem Jet A-1 Kerosin erhält man einen zugelassenen Kraftstoff”, erklärt Dr. Patrick Le Clercq vom DLR-Institut für Verbrennungstechnik. “Diese veränderte Zusammensetzung hat Auswirkungen auf die Bildung von Ruß bei der Verbrennung.”

Bisherige gemeinsame Forschungsflüge

In den vergangenen Jahren fanden bereits mehrere Forschungskampagnen in den USA und in Deutschland zu alternativen Kraftstoffen statt, bei denen verschiedene Forschungsflugzeuge bei unterschiedlichen meteorologischen Bedingungen eingesetzt wurden. Frühere Forschungskampagnen unter der Leitung der NASA fanden 2013 und 2014 in Kalifornien unter dem Namen ACCESS I und II statt (Alternative Fuel Effects on Contrails and Cruise Emissions). Während dieser Kampagnen flog die DC-8 der NASA mit alternativen Kraftstoffen, während kleinere Forschungsjets wie die Falcon HU-25 der NASA und die Falcon 20 des DLR im Abgasstrahl Messungen durchführten. 2015 folgte die ECLIF-Kampagne unter Leitung des DLR in Deutschland, bei der ebenfalls Forscher der NASA beteiligt waren. Bei dieser Kampagne flog der A320 ATRA des DLR mit alternativen Treibstoffen und die instrumentierte DLR-Falcon 20 führte im Nachlauf  Messungen der Emissionen und Kondensstreifen durch. Zudem fanden umfangreiche Emissionsmessungen bei Standläufen am Boden statt.

Bisherige Ergebnisse der Forschungsflüge zeigten eine deutliche Verringerung der Rußemissionen bei alternativen Kraftstoffen und legen nah, dass damit die Anzahl an Eiskristallen in Kondensstreifen reduziert wird. “Die geringere Rußemission bei diesen Kraftstoffen ist eine gute Nachricht für die Umwelt, und sie wäre noch besser, wenn die Flugtests bestätigen, dass sich damit auch die Anzahl der Eiskristalle in Kondensstreifen reduzieren lässt”, sagt NASA-Forscher Anderson. DLR-Forscher Dr. Hans Schlager ergänzt: “Diese Frage ist von großer Bedeutung, weil Kondensstreifen und die sich daraus bildenden Zirruswolken vermutlich eine größere wärmende Wirkung auf die Erdatmosphäre haben, als alle über mehr als 100 Jahre in der Atmosphäre gesammelten Kohlendioxid-Emissionen des Luftverkehrs zusammen.” Kondensstreifen bestehen aus  vielen kleinen Eispartikeln, die sich durch Kondensation von Wasserdampf an den Rußpartikeln der Flugzeugabgase bilden. Die  Kondensstreifen können  in Höhen von etwa 8 bis 12 Kilometern bei feucht-kalten Bedingungen mehrere Stunden bestehen und hohe Wolken sogenannte Kondensstreifen-Zirren bilden. Diese Wolken können je nach Sonnenstand und Untergrund  lokal eine wärmende oder kühlende Wirkung entfalten. Die Kenntnis darüber ist für die Beurteilung der Klimawirkung der Luftfahrt essentiell. Bisherige Forschungsarbeiten legen nahe, dass global die wärmende Wirkung überwiegt.

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Günstige meteorologische Bedingungen in Deutschland

Für die anstehenden DLR/NASA-Flüge, mit den geplanten Messungen der Eiskristalle in Kondensstreifen, sind die meteorologischen Bedingungen im Winter  in Deutschland für die Bildung von Kondensstreifen günstig. Durch den Einsatz des DLR A320 ATRA als „Emissionsquelle“ und der NASA DC-8 als Messplattform, können die Forscher ihre Flugtests in Höhen und mit üblichen Reisefluggeschwindigkeiten von Passagierjets durchführen, wo sich Kondensstreifen typischerweise bilden. Dabei konnten  die Forscher in der DC-8 die bisher  umfangreichste  Messinstrumentierung für solche Untersuchungen installieren wobei die Hälfte der Messgeräte vom DLR-Institut für Physik der Atmosphäre stammt.

Die gemeinsamen Flugtests von NASA und DLR sind bis zum 2. Februar geplant und sollen insgesamt 80 Flugstunden umfassen.

 

Quelle: DLR

BDL beklagt falsche Klima-Signale des EU-Parlaments

Nachhaltigkeit in der Luftfahrt - Sustainable Aviation

CORSIA ab 2020 einziges globales Klimaschutzinstrument für den Luftverkehr

Berlin, 13. September 2017: Nach der Europäischen Kommission und dem Rat der EU hat sich auch das Europäische Parlament mit der Frage befasst, ob und wie der Luftverkehr künftig in den europäischen Emissionshandel (EU-ETS) einbezogen werden soll. Die Parlamentarier sind sich vor dem anstehenden Trilog einig mit der Europäischen Kommission und dem EU-Rat: Der Luftverkehr soll bis zur Einführung des globalen Klimaschutzinstruments CORSIA im Jahr 2020 weiter in den europäischen Emissionshandel einbezogen werden, und zwar weiterhin beschränkt auf innereuropäische Flüge.

Dazu Dr. Stefan Schulte, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL): „Diese Empfehlung war zu erwarten. Wir sehen es als Signal, dass in diesem Punkt Einigkeit unter den europäischen Gremien herrscht. Das schafft vorerst Planungssicherheit für unsere Fluggesellschaften. Aber die Bestrebung, den europäischen Emissionshandel auch nach 2020 auf innereuropäische Flüge anwenden zu wollen und die Bedingungen hierfür auch noch zu verschärfen, wäre ein völlig falsches Signal in der internationalen Klimapolitik im Luftverkehr und eine wettbewerbsverzerrende Doppelbelastung für europäische Fluggesellschaften.“ Vielmehr müsse es jetzt vordringlich darum gehen, das von der internationalen Staatengemeinschaft in der UN-Luftfahrtorganisation ICAO beschlossene Klimaschutzinstrument CORSIA zu stärken und mit Leben zu füllen, so Schulte weiter.

Auf das globale marktbasierte Klimaschutzinstrument CORSIA haben sich die 192 ICAO-Mitgliedsstaaten 2016 verständigt, um die CO2-Emissionen im internationalen Luftverkehr auf dem Niveau von 2020 zu stabilisieren. Fluggesellschaften müssen ab 2021 für ihre wachstumsbedingten CO2-Emissionen Zertifikate erwerben. Mit den Einnahmen werden in entsprechender Größenordnung CO2-senkende Projekte finanziert.

Alle Staaten der EU haben dem ICAO-System zugestimmt und sich bereit erklärt, freiwillig von Beginn an teilzunehmen. Damit verbunden ist die Zustimmung dazu, dass ab 2020 für den internationalen Luftverkehr weltweit allein das ICAO-Klimaschutzinstrument CORSIA gilt. Das muss auch die EU akzeptieren. Schulte: „CORSIA löst demnach das europäische Emissionshandelssystem für den Luftverkehr ab. Die Umsetzung von CORSIA in europäisches Recht hat dabei ohne Abweichungen zu erfolgen. Eine zusätzliche Weiterführung oder sogar Verschärfung des europäischen Emissionshandels würde den hiesigen Fluggesellschaften zusätzliche Kosten auferlegen, die ihre Wettbewerber aus Drittstaaten nicht haben. Klimaschutz im Luftverkehr kann nur international gelingen.”

Die ICAO hat nach der Hauptversammlung im Oktober des vergangenen Jahres intensiv gearbeitet und legt in wenigen Wochen konkrete Vorschläge zur Umsetzung von CORSIA vor. Die Energie des Misstrauens der EU gegenüber diesem neuen Klimaschutzinstrument sollte jetzt in positive Unterstützung umgewandelt werden. Nur durch Zusammenarbeit und internationale Kooperation sind die Herausforderungen im Klimaschutz zu meistern. Im nun möglichen Trilog sollten Europäische Kommission, EU-Rat und Europäisches Parlament die Chance nutzen, ein positives Signal an die internationale Staatengemeinschaft zu senden.

Quelle: BDL

‘FAMOS’: Neues Forschungsprojekt der Lufthansa Technik zur Verminderung des Widerstands

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

Automatisiertes System ermöglicht das Beschichten großer Oberflächen mit Ribletstruktur

Hamburg, 13. Juli 2017: Lufthansa Technik hat zusammen mit Partnern im Forschungsprojekt “FAMOS” ein neuartiges Führungssystem entwickelt, das die multifunktionalen Oberflächen von Verkehrsflugzeugen mit einer strömungsgünstigen “Haifischhaut”-Struktur automatisch beschichtet. Zunächst soll die Struktur auf den Flügeloberseiten sowie auf den Ober- und Unterseiten des Höhenleitwerks appliziert werden. Weitere Anwendungsflächen, vor allem am Rumpf, sollen folgen.

Frühere Forschungen hatten bereits eine lange Haltbarkeit und einen
hohen Nutzen dieser Struktur bestätigt. Dabei konnten zunächst neue
Lacke entwickelt und die Beständigkeit der Riblet- beziehungsweise
Haifischhautstrukturen auch unter realen Bedingungen im Flugbetrieb
bewiesen werden.

Hierzu wird der Lack zunächst auf eine UV-transparente Form (Matrix)
aufgebracht. In diese Matrix ist vorab das Negativ der Riblet-Form
eingebracht worden. Die Negativ-Form wird in den frischen Lack
eingedrückt und dieser gleichzeitig durch UV-Licht gehärtet. Wenn die
Negativ-Form entfernt wird, bleibt das Positiv der Haifischhaut auf
der Oberfläche stehen. Die Matrix kann auch als endloser Gürtel
ausgebildet werden und somit einen automatischen Prozess ermöglichen.

“Unsere Untersuchungen haben gezeigt, dass wir den Reibungswiderstand
der Luft trotz geringfügiger Abnutzung der Mikrostrukturen um fünf
bis acht Prozent reduzieren können. Dadurch würden Airline-Betreiber
nicht nur rund eineinhalb Prozent Treibstoff einsparen, sondern auch
die Schadstoff-Emissionen ihrer Flotten um einen entsprechenden Wert
reduzieren können”, so Projektleiter Dr. Mathias Nolte.

Wird in den kommenden Monaten mit der Industrialisierung und
Überführung in die Produktion begonnen, könnte die automatisierte
Beschichtung von Flugzeugen mit strömungswiderstandsreduzierender
Haifischhaut bereits 2019 Realität werden.

Quelle: Lufthansa Technik


 

Globales Klimaschutzinstrument CORSIA muss europäischen Emissionshandel ab 2020 ersetzen

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

Position des Umweltausschusses im Europäischen Parlament weist in falsche Richtung 

Berlin, 11. Juli 2017: Der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments hat sich mit der Einbeziehung des Luftverkehrs in den europäischen Emissionshandel befasst. Zu den Beschlüssen sagt Dr. Stefan Schulte, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL): „Wir begrüßen, dass auch der Umweltausschuss des Parlaments den Emissionshandel bis 2020 nicht verschärfen will. Aber der Vorschlag der Umweltpolitiker, den europäischen Emissionshandel auch nach 2020 auf innereuropäische Flüge anwenden zu wollen, wäre eine wettbewerbsverzerrende Zusatzbelastung für die europäischen Fluggesellschaften.“

Die Europäische Kommission hatte empfohlen, Luftverkehr bis zur Einführung des globalen Klimaschutzinstruments CORSIA im Jahr 2020 weiter in den europäischen Emissionshandel einzubeziehen, und zwar weiterhin beschränkt auf innereuropäische Flüge. Diesem Vorschlag folgten der EU-Rat und nun auch der Umweltausschuss. Für die Zeit nach 2020 fordert der Ausschuss, Flüge zwischen den EU-Mitgliedsstaaten weiter in den Emissionshandel einzubeziehen und das System sogar noch zu verschärfen.

„Die von den EU-Umweltpolitikern geforderte Verschärfung des europäischen Emissionshandels würde den hiesigen Fluggesellschaften zusätzliche Kosten auferlegen, die ihre Wettbewerber aus Drittstaaten nicht haben“, so Schulte. „Stattdessen muss die Einbeziehung des Luftverkehrs in den europäischen Emissionshandel ab 2020 vollständig durch das globale Klimaschutzinstrument CORSIA abgelöst werden. Denn Klimaschutz im Luftverkehr kann nur international gelingen.”

Im Oktober 2016 hat sich die internationale Staatengemeinschaft im Rahmen der ICAO auf die Einführung des globalen marktbasierten Klimaschutzinstruments CORSIA verständigt, um die CO2-Emissionen im internationalen Luftverkehr auf der Höhe von 2020 zu stabilisieren. Um das Ziel des CO2-neutralen Wachstums zu erreichen, zahlen die Fluggesellschaften ab 2021 für ihre wachstumsbedingten CO2-Emissionen einen Zertifikatspreis. Mit den Einnahmen werden in entsprechender Größenordnung CO2-senkende Projekte finanziert.

Das globale Offsetting-Instrument CORSIA ist ein entscheidender Teil der umfassenden Klimaschutzstrategie für die Luftfahrt und ergänzt effizienzsteigernde Innovationen bei der Flugzeug‐ und Triebwerkstechnik sowie bei betrieblichen Prozessen am Boden und in der Luft.


Quelle: BDL


 

Deutsche Airlines mit neuer Bestleistung in 2016

IASA e.V. - nachhaltige Luftfahrt

Nur 3,64 Liter Kerosin pro 100 Personenkilometer

Berlin, 3. Juli 2017: Mit einem durchschnittlichen Flottenverbrauch von nur 3,64 Liter Kerosin pro Person und 100 Kilometer erreichten die deutschen Fluggesellschaften 2016 einen Top-Wert. „Die neuesten Zahlen belegen, dass die Maßnahmen der Luftverkehrsbranche zur Steigerung der Energieeffizienz greifen“, sagt Dr. Stefan Schulte, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) zur Vorstellung der neusten Kennzahlen im aktuellen BDL-Jahresreport zum Klimaschutz im Luftverkehr.

Der BDL legt einmal im Jahr auf Grundlage des tatsächlichen Kerosinverbrauchs und der zurückgelegten Personenkilometer die Zahlen zur Energieeffizienz und CO2-Emissionen vor. Der aktuelle Jahresbericht zeigt: Luftverkehr wird ökologisch immer effizienter, weil es gelingt, die Zunahme des Kerosinverbrauchs und der damit verbundenen CO2-Emissionen geringer zu halten als das Verkehrswachstum. Der durchschnittliche Verbrauch der deutschen Flotte pro Person und 100 Kilometer ist seit 1990 um 42 Prozent gesunken. Schulte: „Die Steigerung der Energieeffizienz ist ein Branchenerfolg, der auf den Maßnahmen vor allem der deutschen Fluggesellschaften, aber auch der Flughäfen und der Deutschen Flugsicherung beruht. Das bestätigt, dass die Branche bei der Erfüllung ihrer Klimaschutzstrategie auf dem richtigen Weg ist.“

Zur Erinnerung: Die internationale Klimaschutzstrategie der Luftfahrt beinhaltet drei wichtige Elemente:

  • Die Treibstoffeffizienz soll pro Jahr um 1,5 Prozent gesteigert werden,
  • ab 2020 soll das Wachstum des Luftverkehrs CO2-neutral erfolgen und
  • bis 2050 sollen gegenüber dem Jahr 2005 die netto-CO2-Emissionen der Luftfahrt um 50 Prozent sinken.

Da der weltweite Luftverkehr weiter um etwa 5 Prozent pro Jahr wachsen wird, reicht die Senkung des spezifischen Treibstoffverbrauchs nicht aus, um den Anstieg der CO2-Emissionen zu stoppen. Daher wurde 2016 auf UN-Ebene bei der staatlichen Luftfahrtorganisation ICAO das internationale Offsetting-System CORSIA beschlossen. Schulte: „Mit diesem globalen, marktbasierten Klimaschutzinstrument wächst der Luftverkehr ab 2020 CO2-neutral.“ Die Fluggesellschaften zahlen dann dafür, dass die wachstumsbedingten CO2-Emissionen in von der UN zertifizierten Projekten kompensiert werden. „Es gilt jetzt, das von der ICAO beschlossene Klimaschutzinstrument zügig auszugestalten und umzusetzen. Dabei ist entscheidend, dass CORSIA weltweit nach gleichen Regeln umgesetzt wird – ohne europäische Verschärfungen. Und: CORSIA muss ab 2020 das EU-ETS ablösen“, so BDL-Präsident Schulte.

  • Kernzahlen aus dem aktuellen Klimaschutzreport des BDL:
  • Investition in neue Technologie: Die deutschen Fluggesellschaften investieren in den nächsten Jahren in 214 verbrauchsärmere Flugzeuge zum Listenpreis von 37 Milliarden Euro. Technische Innovationen sorgen dafür, dass mit jeder Flugzeuggeneration der Treibstoffbedarf um rund 15 Prozent sinkt. Die Investitionen in neue Flugzeuge könnten höher ausfallen, wenn der Gesetzgeber wettbewerbsverzerrende Sonderbelastungen etwa bei der Luftverkehrsteuer abbauen würde.
  • Effizienz-Rekord bei der Frachtflotte: Deutsche Frachtflugzeuge fliegen so effizient wie nie zuvor: Auf Passagiere (je 100 kg inklusive Gepäck) umgerechnet verbrennt die Fracht-Flotte der Lufthansa Cargo nur 1,83 Liter auf 100 Kilometer.
  • Anhaltend niedriger Verbrauch: Im Jahr 2016 verbrauchten die Flugzeuge der deutschen Airlines durchschnittlich 3,64 Liter Kerosin pro 100 Personenkilometer.
  • Flughäfen senken CO2-Ausstoß weiter: Die Flughäfen konnten ihre spezifischen CO2-Emissionen zwischen 2010 und 2015 um mehr als 26 Prozent auf 2,28 kg CO2pro Verkehrseinheit senken.
  • Beitrag der Deutschen Flugsicherung: Weniger Umwege als je zuvor: Die durchschnittliche Abweichung von der Ideallinie einer Flugstrecke konnte in den vergangenen Jahren in Deutschland um 33 Prozent reduziert werden. 2016 wurden durch die Vermeidung von Umwegen rund 70.500 Tonnen weniger CO2ausgestoßen.

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Den Report finden Sie unter http://www.bdl.aero/download/2555/klimaschutz-report_2017.pdf

Quelle: BDL


 

DLR: Größte künstliche Sonne der Welt eingeweiht

Nachhaltige Luftfahrt

Synlight  – Neue Forschungsanlage zur Energiewende

Jülich, 23. März 2017:  Die größte künstliche Sonne der Welt scheint beim DLR in Jülich. Der nordrhein-westfälische Umweltminister Johannes Remmel nahm gemeinsam mit Dr. Georg Menzen (BMWi) und Prof. Dr. Karsten Lemmer, Vorstand für Energie und Verkehr des DLR, die neue Forschungsanlage “Synlight” in Betrieb. Mit der Anlage sollen unter anderem Produktionsverfahren für solare Treibstoffe, wie beispielsweise Wasserstoff, entwickelt werden.

In dem dreistöckigen Synlight-Gebäude strahlen insgesamt 149 Xenon-Kurzbogenlampen. Zum Vergleich: in einem großen Kinosaal wird die Leinwand durch eine einzelne Xenon-Kurzbogenlampe bestrahlt. Die Wissenschaftler können die Strahler auf eine Fläche von 20 mal 20 Zentimeter fokussieren. Trifft die Strahlung der Lampen mit einer Leistung von bis zu 350 Kilowatt dort auf, hat sie die bis zu 10.000 fache Intensität der Solarstrahlung auf der Erde. Im Fokus der Lampen entstehen Temperaturen bis zu 3.000 Grad Celsius. Diese Temperaturen nutzen die Forscher um nachhaltige Treibstoffe wie zum Beispiel Wasserstoff herzustellen.

Wasserstoff gilt als der Treibstoff der Zukunft. Er verbrennt ohne dabei Kohlendioxid (CO2) abzugeben. Die Herstellung von Wasserstoff durch Aufspalten des weltweit verfügbaren Rohstoffs Wasser in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff bedarf einer großen Menge Energie. Diese kann von der Sonne bereitgestellt werden. “Erneuerbare Energien bilden zukünftig das Rückgrat für die weltweite Energieversorgung”, betont DLR-Vorstand Lemmer die Relevanz intensiver Forschungen zur alternativen Energiegewinnung. “Solar erzeugte Kraft-, Treib- und Brennstoffe bieten große Potentiale für die Langzeitspeicherung, die Erzeugung chemischer Grundstoffe und die Reduzierung von CO2-Emissionen. Synlight gibt unseren Forschungen auf diesem Gebiet Rückenwind.”

Da die Sonne in Mitteleuropa selten und unregelmäßig scheint, ist für die Entwicklung von Produktionsverfahren solarer Treibstoffe eine künstliche Sonne das Mittel der Wahl. Bei den Synlight-Versuchen können Schlechtwetterperioden und schwankende Strahlungswerte die Tests und ihre Auswertung nicht erschweren oder verzögern. Das Forschungszentrum Jülich bietet zudem mit seiner Infrastruktur, darunter auch der Solarturm Jülich und das wissenschaftliche Umfeld, ideale Bedingungen für innovative Entwicklungen in der Solartechnik. Eine Verlagerung von Forschungsanlagen in sonnenreichere Regionen verspricht lediglich auf den ersten Blick günstigere Bedingungen, da auch dort die Sonne niemals mit derselben Intensität scheint. Aber genau das ist wichtig für gleichbleibende Testbedingungen, die schnell und exakt reproduziert werden können. Das wiederum ist die Voraussetzung für die Realisierung schneller Innovationszyklen.

Am DLR-Institut für Solarforschung ist die Herstellung von Wasserstoff mit Hilfe von Solarstrahlung bereits vor Jahren geglückt, allerdings lediglich im Labormaßstab. Damit solche Prozesse für die Industrie interessant werden, muss der Maßstab deutlich vergrößert werden. Genau das ist das Ziel von Synlight. Im Fokus der Forschungsarbeiten steht die solare Treibstoffherstellung, doch die neue Anlage kann für eine Vielzahl weiterer Anwendungen eingesetzt werden. Da das Spektrum der UV-Strahlung dem der Sonne gleicht, können beispielsweise auch Alterungsprozesse von Materialien zeitlich gerafft dargestellt werden. Ein interessanter Aspekt, sowohl für die Raumfahrt, als auch für die Industrie insgesamt.

“Synlight füllt eine Lücke in der Qualifizierung solarthermischer Komponenten und Prozesse”, erklärt Dr. Kai Wieghardt, der den Aufbau der Anlage maßgeblich betreut hat. “Die neue künstliche Sonne steht zwischen den Anlagen im Labormaßstab, wie dem Hochleistungsstrahler im DLR in Köln und den großtechnischen Anlagen wie dem Solarturm hier in Jülich.”
Für die Experimente stehen den Nutzern der Anlage drei Bestrahlungskammern zur Verfügung. Die notwendigen Lampen werden, je nach Bedarf, gebündelt, oder flächig auf den Testaufbau ausgerichtet. Mit den drei Kammern können mehrere Experimente zeitgleich vorbereitet und die Anlage optimal ausgelastet werden.

Nachhaltige Luftfahrt: Die größte künstliche Sonne der Welt

Freude über neue Forschungsanlage: 149 Hochleistungsstrahler können gebündelt ein Vielfaches der Sonnenstrahlung erzeugen. Ziel ist die Entwicklung neuer Verfahren zur Produktion nachhaltiger Treibstoffe. Foto: DLR

Quelle: DLR


 

Flughafen Stuttgart: Neue Ladestation für E-Fahrzeuge

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

Stuttgart, 15. März 2017: Das Carsharing-Unternehmen car2go bietet jetzt 30 neue Stellplätze ganz nah am Terminal 1 für seine zwei- und viersitzigen Smarts und anderen E-Fahrzeuge. Ein neuartiger Ladearm, der sechzehn der Stellplätze abdeckt, kann bis zu vier Fahrzeuge gleichzeitig aufladen. Die Ladestation wurde von der Flughafen Stuttgart GmbH (FSG), der EnBW Energie Baden-Württemberg AG und car2go extra für den Standort Flughafen entworfen. Das erweiterte Angebot bietet den Kunden des Unternehmens eine hohe Verfügbarkeit der Fahrzeuge und genügend Parkraum. So können Kunden von car2go schnell und unkompliziert mit den E-Fahrzeugen an den Flughafen oder umgekehrt nach der Landung in die Stadt fahren.

Der Landesflughafen hat sich in seinem fairport-Programm das Ziel gesetzt, die Emissionen an CO2– und Luftschadstoffen auf seinem Vorfeld auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Seit 2013 hat die FSG über 4,4 Mio. Euro in rund 25 elektrisch betriebene Vorfeldfahrzeuge und in die dafür nötige Infrastruktur investiert. Die rund 20 Ladestationen im Sicherheitsbereich werden z.B. von elektrisch angetriebenen Passagierbussen, Vans, Förderbändern, Pushback-Fahrzeugen, Gepäck- und Fracht­schleppern genutzt. Noch in 2017 soll der Passagier- und Gepäcktransport auf dem Flughafenvorfeld vollständig auf Elektroantriebe umgestellt werden.

Quelle: Flughafen Stuttgart


 

Lufthansa A350-900: Weltweit modernstes Langstreckenflugzeug zu Gast am Flughafen Frankfurt

nachhaltige Luftfahrt
Frankfurt, 7. Februar 2017: Am heutigen Dienstag stellte sich ein ganz besonderer Gast dem Flughafen Frankfurt vor. Der neue Lufthansa Airbus A350-900 landete erstmals um 11:34 Uhr auf dem Rhein-Main Flughafen. An Bord des Fluges mit der Sonderflugnummer LH350 waren Mitarbeiter, die die Boden- und Kabinenprozesse testeten. Denn in drei Tagen wird das Flugzeug seinen ersten Linienflug von München nach Delhi durchführen.
Kapitän und Flottenchef Martin Hoell flog die A350-900 heute von München nach Frankfurt und ist begeistert: „Die A350-900 ist durch die technische Ausstattung das Neueste, das man als Verkehrspilot fliegen kann“. Auch für die Kabinencrew ist die A350 „ein Meilenstein, der uns ganz besonders stolz macht“, sagt Purser Hermann Astl. Am Nachmittag flog das neue Flugzeug dann nach München zurück.
Wie bereits gemeldet stationiert Lufthansa die ersten zehn Flugzeuge vom Typ Airbus A350-900 in München. Erste Destinationen ab MUC sind Delhi und Boston. Das Flugzeug bietet in der LH-Konfiguration 293 Passagieren Platz: 48 Gästen in der Business Class, 21 in der Premium Economy und 224 in der Economy Class.
Mit einem neuartigen Lichtkonzept wird der Bio-Rhythmus der Passagiere an Bord unterstützt.
Im Schnitt verbraucht die A350-900 nur noch 2,9 Liter Kerosin pro Passagier und 100 Kilometer Flugstrecke. Das sind 25 Prozent weniger als die derzeit zumeist geflogenen Flugzeugtypen. Dementsprechend vermindern sich auch die Emissionen um zirka 25%. Die Rolls Royce Trent XWB-Triebwerke reduzieren zudem die Geräusch-Emissionen bis weit unter die gegenwärtigen vorgeschriebenen Grenzwerte (bis zu 16dB niedriger als ICAO Chapter 4).
Bei der A350 kommen modernste Leichtbaumaterialien zum Einsatz. Allein 53% des Strukturgewichts entfallen auf Faserverbundwerkstoffe. Neben dem Gewichtsvorteil bieten diese Werkstoffe auch Vorteile bei der Wartung und Instandhaltung.

Daten und Fakten LH A350-900XWB

 

Länge 66,8 m
Spannweite 64,75 m
Höhe 17,05 m
Geschwindigkeit 907 km/h
Flughöhe maximal 13.140 m
Max. Startgewicht 268.000 kg
Max. Landegewicht 207.000 kg
Reichweite 12.200 km
Kabinenbreite 5,61 m
Business/Premium Economy/Economy (max.) 48/21/224
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Premiere am Flughafen Frankfurt: Erstmals brachte die Lufthansa ihre neue A350-900 XWB in die Main-Metropole
Foto: Lufthansa / Rösler

 

Quelle: Lufthansa


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Airbus A350-900: 25 Prozent weniger Emissionen und ist beim Start wesentlich leiser

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Einstieg in die 2-Liter-Flotte: Lufthansa stellt ihr modernstes Langstreckenflugzeug vor

München, 2. Februar 2017: Mit einer eindrucksvollen Lichtshow und einer feierlichen Enthüllung in der Technikhalle am Flughafen München hat Lufthansa heute ihre neue A350-900 der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Mediashow sorgte mit Lichtprojektionen  für ein 10-minütiges „Feuerwerk“. Im Beisein von 2000 Mitarbeitern und Gästen wurde das weltweit modernste Langstreckenflugzeug anschließend auf den Namen der Stadt Nürnberg getauft. Als Taufpate fungierte Nürnbergs Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly. Außerdem sprachen Carsten Spohr, CEO Lufthansa Group, der Bayerischen Finanzminister Dr. Markus Söder, Dr. Michael Kerkloh, CEO Flughafen München, und Thomas Enders, CEO Airbus. „Die A350-900 ist unser Einstieg in die 2-Liter-Flotte, ein neuer Meilenstein unserer Flottenstrategie, denn mit ihrem Einsatz vollziehen wir den Generationswechsel auf der Langstrecke“, erklärt Carsten Spohr in seiner Ansprache.

A350XWB

Die Kabine der neuen A350XWB bietet mit 5,60 Metern Breite mehr Platz als vergleichbare Flugzeugtypen. Bei den Passagieren sorgt dieses für ein großzügiges Raumgefühl. Durch die besondere bauliche Konstruktion der A350-900 ist der Kabinendruck während des Reiseflugs angenehmer, so dass die Fluggäste ihr Ziel ausgeruhter erreichen. Dieser ähnelt dem Luftdruck in einer Höhe von 1.800 Metern, im Vergleich zu 2.400 Metern Höhe bei anderen Flugzeugen. Der Effekt wird zusätzlich verstärkt durch ein neuartiges LED-Lichtsystem. Als weltweit erste Fluggesellschaft setzt Lufthansa an Bord der A350-900 verschiedene Lichtstimmungen ein, um den Tag- und Nachtrhythmus ihrer Fluggäste zu unterstützen.

Lufthansa stationiert die ersten zehn Flugzeuge vom Typ Airbus A350-900 ab dem 10. Februar 2017 in München. Erste Destinationen sind Delhi und Boston. Das Flugzeug wird 293 Passagieren Platz bieten: 48 Gästen in der Business Class, 21 in der Premium Economy und 224 in der Economy Class. Die A350-900 ist das weltweit modernste und umweltfreundlichstes Langstreckenflugzeug. Es verbraucht 25 Prozent weniger Kerosin, erzeugt 25 Prozent weniger Emissionen und ist beim Start wesentlich leiser als vergleichbare Flugzeugtypen.

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Feierliche Präsentation der ersten A350XWB der Lufthansa in der Technikhalle am Flughafen München
Foto: Lufthansa/Oliver Rösler

Quelle: Lufthansa


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Flughafen Düsseldorf: Emissionsziele für 2020 schon jetzt erreicht

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

DUS mit dritter Stufe der europäischen CO2-Zertifizierung ausgezeichnet

Düsseldorf, 01. Februar 2017:  Das Engagement des Flughafens Düsseldorf zur Reduzierung der CO₂-Emissionen aus dem Flughafenbetrieb trägt Früchte. Der europäische Dachverband der Flughäfen (ACI) attestierte dem Düsseldorfer Airport nun die dritte Stufe (‘Optimisation’) der europäischen CO2-Zertifizierung „Airport Carbon Accreditation“. Hierbei wurden erstmals die gesamten Emissionen betrachtet, die am Standort entstehen.

„Wir nehmen unsere Verantwortung für den Umwelt- und Klimaschutz sehr ernst und kommen ihr konsequent nach. Da das Grundbedürfnis Mobilität nun einmal Energie verbraucht, spielt das Thema für uns schon seit Jahren eine zentrale Rolle. Für die Aufgabe, die Einwirkungen des Flughafenbetriebs auf die Umwelt so gering wie möglich zu halten, arbeiten wir aktiv und werden auch zukünftig beharrlich bleiben“, sagt Thomas Schnalke, Sprecher der Flughafengeschäftsführung.

Der Flughafen Düsseldorf hatte sich vorgenommen, den CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2020 pro Verkehrseinheit (internationale Berechnungsgröße für einen Passagier mit Gepäck oder 100 Kilogramm Frachtgut) auf 2,55 Kilogramm COzu senken. Diesen Vorsatz hat der Flughafen bereits jetzt erreicht und sogar leicht unterschritten. Die Maßnahmen zur CO2-Einsparung am Flughafen haben damit erfolgreich gegriffen. Beispielsweise betreibt der Airport Solaranlagen, eine Absorptionskälteanlage und zwei Blockheizkraftwerke. Darüber hinaus setzt er immer mehr auf Elektromobilität – bis 2020 sollen am Standort 30 E-Fahrzeuge unterwegs sein. Hinzu kommen der verstärkte Einsatz von LED-Lampen und die Optimierung der Raumluftanlagen des Terminals. Die nachhaltige Heizungssteuerung mittels Wettervorhersage wird derzeit weiter ausgebaut.

Airport-Carbon-Accreditation

Die  „Airport-Carbon-Accreditation (ACA)“ ist ein unabhängiges, speziell für Flughäfen entwickeltes Zertifizierungsverfahren zur Erfassung und Reduzierung von Treibhausgasemissionen. Nach der Erstellung des sogenannten CO2-Fußabrucks, der Auskunft über den CO2-Ausstoß gibt, werden Reduktionsziele festgelegt und nachgehalten. Das vom Dachverband der europäischen Verkehrsflughäfen „ACI Europe“ im Jahr 2009 initiierte Zertifizierungsprogramm wird jährlich wiederholt und teilt sich in vier aufeinander aufbauende Stufen auf: „Mapping“, „Reduction“, „Optimisation“ und „Neutrality“. In der dritten Stufe werden erstmalig auch Emissionen berücksichtigt, die am Standort durch Dritte entstehen, auf die das Unternehmen jedoch keinen direkten Einfluss ausüben kann. Der Düsseldorfer Flughafen wurde Ende 2011 zum ersten Mal zertifiziert.

Quelle: Flughafen Düsseldorf


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