BDL: Lärmobergrenze darf Planfeststellung nicht in Frage stellen

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

Fluglärm durch Investition in leisere Flugzeuge reduzieren

Berlin, 7. November 2017: Zur Ankündigung des hessischen Wirtschafts- und Verkehrsministers Tarek Al-Wazir, eine Fluglärm-Obergrenze am Frankfurter Flughafen einzuführen, erklärt Matthias von Randow, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL): „Die Einführung einer Lärmobergrenze am Flughafen Frankfurt erschwert zusätzlich den Wettbewerb in einem ohnehin angespannten Marktumfeld. Es gibt einen gültigen Planfeststellungsbeschluss, der den Unternehmen Planungs- und Investitionssicherheit gewähren soll.

Die freiwillige Lärmobergrenze darf die Verlässlichkeit von planfestgestellten Kapazitäten nicht in Frage stellen. Denn gerade im Luftverkehr wird mit langen Vorlaufzeiten geplant und umso mehr muss man sich auf vereinbarte und bestandskräftige Beschlüsse auch verlassen können. Deswegen begrüßen wir, dass die Beteiligten sich einig sind, dass der Luftverkehrsstandort Frankfurt auch weiterhin am Luftverkehrswachstum teilhaben soll.

Der wirkungsvollste Weg Fluglärm zu reduzieren ist das Vermeiden von Lärm am Flugzeug selbst. Das bedeutet an erster Stelle die Investition in neue und leisere Flugzeuge und setzt sich in der Nutzung von optimierten Flugrouten und Landeverfahren fort.

Sind Anwohner dennoch von Fluglärm betroffen, können sie seit Jahren Maßnahmen wie Schallschutzfenster geltend machen. Notwendig ist zukünftig auch eine deutlich effektivere Steuerung der Siedlungsflächenentwicklung im Umfeld von Flughäfen mit dem Ziel einer klaren Begrenzung der Zahl der Fluglärmbetroffenen. Dafür sind in erster Linie Anrainerkommunen und die Länder – in diesem Fall das Land Hessen – zuständig.

Damit der Lärm weiter reduziert werden kann, ist es wichtig, dass die Luftverkehrsunternehmen in Zukunft ausreichend Investitionskraft für neue Technologien haben. Dafür müssen mit einer neuen Regierungskoalition die Weichen gestellt werden, denn unsere Unternehmen brauchen Investitions- und Planungssicherheit und fairen Wettbewerb. Nationale Sonderlasten, wie etwa die deutsche Luftverkehrsteuer, die Art und Weise, wie in Deutschland Luftsicherheitskontrollen organisiert werden und die massive Beschränkung der Maschinenlaufzeiten an deutschen Flughäfen sind Gift, weil sie die Investitionskraft für ökologische Innovationen schwächen.“

Quelle: Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL)

BARIG: Freiwillige Zusammenarbeit zur Lärmobergrenze am Flughafen Frankfurt

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

Airline-Verband steht zu Interessensausgleich mit den Anwohnern

Frankfurt, 7. November 2017. Der Branchenverband BARIG (Board of Airline Representatives in Germany) akzeptiert die freiwillige Zusammenarbeit zu einer Fluglärm-Obergrenze am Flughafen Frankfurt. Dazu BARIG Generalsekretär Michael Hoppe: „Wir stehen weiter zu einem fairen Interessensausgleich mit den Anwohnern des Flughafens Frankfurt. Die im BARIG zusammengeschlossenen Airlines setzen sich mit zahlreichen Maßnahmen aktiv dafür ein, die Lärmbelastung so gering wie möglich zu halten. Hierzu gehört der aktive Schallschutz mit dem Einsatz moderner, leiser Flugzeuge und der Überprüfung neuer Anflugverfahren. So akzeptiert BARIG die Einführung einer freiwilligen Lärmobergrenze am Flughafen Frankfurt als gemeinsamen Schritt der abschließenden Umsetzung der Mediationsergebnisse zum Ausbau des Flughafens.“

In diesem Zusammenhang weist BARIG auf die hohe Bedeutung des Luftverkehrs in Frankfurt für Arbeitsplätze, wirtschaftliche Prosperität und Mobilität hin, weit über das Rhein-Main-Gebiet hinaus. Nicht hinnehmbar wären eine Einschränkung der Kapazitäten oder eine weitere Einengung der Betriebszeiten. Solche Maßnahmen hätten unmittelbare und nachhaltig negative Auswirkungen auf Frankfurt sowie den gesamten Luftverkehrsstandort Deutschland.

BARIG vertritt die gemeinsamen Interessen von rund 100 nationalen und internationalen Fluggesellschaften aus Linienflug, Ferienflug, Low Cost und Air Cargo. Seit seiner Gründung 1951 arbeitet der Airline-Verband für die Verbesserung der Rahmenbedingungen des Luftverkehrs in Deutschland und ist Ansprechpartner für Politik, Behörden, Wirtschaft und Medien. Die BARIG Mitgliedsairlines befördern weltweit rund 1,8 Milliarden Passagiere und über 25 Millionen Tonnen Fracht zu über 1.500 Destinationen. Nach und aus Deutschland reisen jedes Jahr rund 225 Millionen Passagiere mit den BARIG Fluggesellschaften. Die BARIG Airlines beschäftigen in der Bundesrepublik mehr als 105.000 Mitarbeiter, die Luftverkehrsbranche sichert insgesamt mehr als 823.000 Arbeitsplätze und ist somit ein entscheidender Wirtschaftsfaktor

Quelle: BARIG

ADV: Deutschen Flughäfen wollen ihre Vorreiterrolle beim Lärmschutz weiter ausbauen

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

Berlin, 26. April 2017: Der Schutz der Anwohner vor Fluglärm steht bei den Betreibern der deutschen Flughäfen ganz oben auf der Agenda. Einen wesentlichen Beitrag hierzu leisten die Vorgaben des Fluglärmschutzgesetztes aus dem Jahr 2007.

Das Gesetz sieht zwei Tagschutzzonen und eine Nachtschutzzone mit Schutzzielen vor. Werden diese überschritten haben die Anwohner Anspruch auf Schutzmaßnahmen, etwa den Einbau von Lärmschutzfenstern.
Das Fluglärmschutzgesetz soll in diesem Jahr überprüft werden. Neuste Erkenntnisse der Lärmwirkungsforschung bestätigen das hohe Schutzniveau des bestehenden Fluglärmschutzgesetzes. Eine aktuelle Studie der Berliner Charité unterstreicht dies. Aus Anlass des 20. internationalen Tags gegen Lärm erklärt ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel: „Einen Bedarf für eine gesetzliche Neuregelung des Fluglärmschutzgesetzes oder gar für eine Verschärfung der Grenzwerte ist nicht gegeben.“
Gleichzeitig möchten die deutschen Flughäfen ihre Vorreiterrolle in Europa beim Lärmschutz weiter ausbauen. „Die lärmabhängigen Landeentgelte der Flughäfen belohnen den Einsatz der leisesten Flugzeuge. Airlines, die noch lautere Flugzeugmodelle im Einsatz haben, müssen immer tiefer in die Tasche greifen, wenn sie an deutschen Flughäfen starten oder landen wollen“, so Beisel.
Auch von der Politik verlangen die Flughafenbetreiber Unterstützung. „Wirtschaftlich gesunde Airlines können sich moderne Flugzeuge leisten. Deshalb gilt es, fiskalische Belastungen wie die Luftverkehrsteuer zurückzunehmen und durch staatliche Förderprogramme einen weiteren finanziellen Anreiz zur Modernisierung der Flugzeugflotte zu schaffen. Der wirksamste Lärmschutz setzt an der Quelle an“, unterstreicht Verbandschef Beisel.
Quelle: ADV

Flughafen Köln/Bonn

Flughafen Köln/Bonn begrüßt UPS-Entscheidung für Boeing 747-8F

Köln, 27. Oktober 2016: Der Flughafen Köln Bonn begrüßt die UPS-Entscheidung zur Beschaffung von 14 neuen Großraum-Frachtern vom Typ Boeing 747-8F. Die neuen Maschinen sollen laut UPS zwischen 2017 und 2020 ausgeliefert werden und auf den wichtigsten Hauptrouten Flugzeuge die bislang geflogenen MD-11 und Boeing 747-400 ersetzen. „Diese Entscheidung ist für uns ein Riesenerfolg und eine eindrucksvolle Bestätigung unserer langjährigen Gebührenpolitik“, freut sich Flughafenchef Michael Garvens. „Wir haben deutliche Signale von UPS, dass diese neuen Flugzeuge in Zukunft auch in Köln/Bonn eingesetzt werden und lautere Maschinen wie etwa die MD-11 ersetzen“, so Garvens. Dies sei ein wichtiger Schritt zu einer weiteren Reduzierung von Fluglärm. „Mit unserer Gebührenpolitik setzen wir seit Jahren massive finanzielle Anreize für den Einsatz leiseren Fluggeräts. Das Beispiel UPS zeigt, dass wir damit auf dem richtigen Weg sind.“

2013 hatte der Flughafen Köln/Bonn seine Gebührenordnung novelliert. Für lautere Flugzeuge müssen Airlines seitdem nochmal deutlich mehr bezahlen als für leisere, insbesondere wenn sie nachts fliegen. Um eine möglichst große Lenkungswirkung zu erzielen, wurde zusätzlich ein Rabatt-System eingeführt. Danach sparen Fluggesellschaften bis zu 1 Million Euro Start- und Landegebühren, wenn sie statt der lauteren MD-11 moderne Maschinen wie die Boeing 747-8F anschaffen.

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UPS hat sich nach eigenen Angaben zudem Optionen für den Kauf von 14 weiteren Flugzeugen dieses Typs gesichert.

Quelle: Flughafen Köln/Bonn

 


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Lärmobergrenze in Frankfurt

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BDL: Warnung vor Lärmobergrenze in Frankfurt

Berlin, 12. Oktober 2016: Im Hinblick auf die heutige Debatte im hessischen Landtag zur Einführung einer Lärmobergrenze erklärt Matthias von Randow, BDL-Hauptgeschäftsführer: ”Die Pläne der schwarz-grünen Regierungskoalition zur Einführung einer kapazitätsbeschränkende Lärmobergrenze würden die Planungs- und Investitionssicherheit des Flughafens und der dort operierenden Unternehmen torpedieren. Die deutsche Luftverkehrswirtschaft lehnt daher eine Lärmobergrenze grundsätzlich ab.“

Für die deutsche Luftverkehrswirtschaft stellt die geplante Lärmobergrenze einen massiven Eingriff in einen geltenden Planfeststellungsbeschluss, in eine bestandskräftige Genehmigung und darüber hinaus in die Kapazitätsentwicklung des Frankfurter Flughafens dar. Von Randow: „Eine solche Entscheidung würde die Verlässlichkeit von Regierungshandeln in Frage stellen.“

Die deutsche Luftverkehrswirtschaft wirbt stattdessen für einen gemeinsamen Weg zu einer Reduktion des Fluglärms. Dabei steht an erster Stelle die Reduktion des Lärms an der Quelle. „Um in neue Technologien und die Erneuerung der Flugzeugflotten investieren zu können, benötigen unsere Unternehmen Investitionssicherheit und fairen Wettbewerb“, betont von Randow.

Aktiver Lärmschutz beginnt bei der Investition in neue und leisere Flugzeuge und setzt sich in der Nutzung optimierter Anflugverfahren und –routen fort. Bei der Bekämpfung unvermeidlichen Lärms setzen Flughäfen und Fluglinien in Zusammenarbeit mit den Anliegern bereits seit vielen Jahren auf effektive Mittel des passiven Schallschutzes.

Wie das Luftverkehrsgutachten der Bundesregierung festgestellt hat, ist die deutsche Luftverkehrsbranche bereits heute aufgrund wettbewerbsverzerrender politischer Alleingänge des deutschen Gesetzgebers, vor allem bei der Luftverkehrsteuer, den Luftsicherheitskosten, den Betriebsbeschränkungen und den flugsicherungsfremden Lasten bei der Flugsicherung gegenüber internationalen Konkurrenten erheblich benachteiligt. Schon jetzt fallen Frankfurt und die deutschen Flughäfen gegenüber der Entwicklung des weltweiten Luftverkehrs zurück. Regionale Alleingänge wie Obergrenzen für Lärm verschärfen diese Situation erheblich.

Quelle: Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL)

 


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BDL: Lärmschutz durch Investition in leisere Flugzeuge

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Lärmobergrenze in Frankfurt wäre ein Schlag gegen die Investitionssicherheit am Standort Deutschland

 

Berlin, 27. September 2016: Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft BDL begrüßt die Erklärung des hessischen Wirtschaftsministers, Verhandlungen mit den Akteuren der Luftverkehrswirtschaft über Möglichkeiten des Lärmschutzes aufnehmen. Gleichzeitig betont Matthias von Randow, BDL-Hauptgeschäftsführer: ”Die deutsche Luftverkehrswirtschaft lehnt die bisher bekannten Pläne des Ministers für eine Lärmobergrenze am Flughafen Frankfurt grundsätzlich ab. Mit einer solchen Anordnung würde der hessische Wirtschaftsminister der Investitionssicherheit am Standort Deutschland einen schwarzen Tag und eine düstere Zukunft bescheren.“ Aus Sicht des BDL wäre dies ein gravierender Eingriff in einen geltenden Planfeststellungsbeschluss, in eine bestandskräftige Genehmigung und darüber hinaus in die Kapazitätsentwicklung des Frankfurter Flughafens. Es wäre zudem ein schwerer Schlag gegen die Investitionssicherheit am Wirtschaftsstandort Deutschland.

„Statt Wettbewerbsverzerrung und Bedrohung der Investitionssicherheit wirbt die deutsche Luftverkehrswirtschaft für gemeinsame Wege zu einer weiteren Reduktion des Fluglärms“, betonte von Randow. „An erster Stelle steht dabei die Reduktion des Lärms an der Quelle. Das erfordert massive Investitionen in neue Technik und in die Erneuerung der Flugzeugflotten. Genau dafür aber brauchen unsere Unternehmen Investitionssicherheit und fairen Wettbewerb.“

Der BDL appelliert in diesem Zusammenhang an die hessische Politik: „Lassen Sie uns die Anstrengungen für Lärmreduktion und Lärmschutz fortführen und an tauglichen Wegen gemeinsam arbeiten. Eingriffe in die Investitions- und Planungssicherheit und weitere Betriebsbeschränkungen sind Gift dafür“. Aktiver Lärmschutz beginnt bei der Investition in neue und leisere Flugzeuge und setzt sich in der Nutzung optimierter Anflugverfahren und –routen fort. Bei der Bekämpfung unvermeidlichen Lärms setzen Flughäfen und Fluglinien in Zusammenarbeit mit den Anliegern bereits seit vielen Jahren auf effektive Mittel des passiven Schallschutzes.

Wie das aktuelle Luftverkehrsgutachten der Bundesregierung festgestellt hat, ist die deutsche Luftverkehrsbranche bereits heute aufgrund wettbewerbsverzerrender politischer Alleingänge  des deutschen Gesetzgebers, vor allem bei der Luftverkehrsteuer, den Luftsicherheitskosten, den Betriebsbeschränkungen und den flugsicherungsfremden Lasten bei der Flugsicherung gegenüber internationalen Konkurrenten erheblich benachteiligt. Schon jetzt fallen Frankfurt und die deutschen Flughäfen gegenüber der Entwicklung des weltweiten Luftverkehrs zurück. Regionale Alleingänge wie Obergrenzen für Lärm verschärfen diese Situation erheblich.

Quelle: Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL)

Erste Lufthansa A350-900 entsteht in Toulouse

Toulouse, 28. Juni 2016:  Zum ersten Mal verlässt eine A350-900 der Lufthansa eine der Airbus-Fertigungshallen in  Toulouse.  Tragflächen und Fahrwerke sind bereits installiert. Gut sichtbar ist das Leitwerk in Lufthansa-Lackierung. Damit trägt eine A350-900 erstmals den Kranich am Heck.

Die erste A350-900 der Lufthansa trägt bei Airbus die Fertigungsnummer MSN074 und wird bei Lufthansa unter der internationalen Kennung D-AIXA fliegen. Die A350-900 gilt als das weltweit modernste und umweltfreundlichste Langstreckenflugzeug für den Passagierverkehr. Es verbraucht 25 Prozent weniger Kerosin, hat entsprechend weniger Emissionen (CO2) und erzeugt einen bis zu 50 Prozent kleineren Lärmteppich als vergleichbare Flugzeugtypen.

Lufthansa stationiert die ersten zehn Flugzeuge vom Typ Airbus A350-900 ab dem kommenden Winter in München. Das Flugzeug wird 293 Passagieren Platz bieten: 48 Gästen in der Business Class, 21 in der Premium Economy und 224 in der Economy Class.

A350XWB

Quelle: Lufthansa 

Mehrfach-Taumelscheibe gegen Rotorblatt-Lärm

DLR testet neuartige Methode für leisere Hubschrauber

Braunschweig, Donnerstag, 23. Juni 2016: Rotoren verleihen Hubschraubern ihre einzigartigen Flugeigenschaften, sind aber auch Hauptquelle für den von ihnen ausgehenden Fluglärm. Forscher des DLR Braunschweig haben eine neuartige Methode getestet, die Hubschrauber leiser, energiesparender und vibrationsärmer macht. 30 bis 40 Prozent Lärmverringerung sind in bestimmten Flugzuständen wie dem Landeanflug möglich.

Die Aerodynamik von Rotoren ist unter bestimmten Betriebsbedingungen die Hauptquelle des Lärms, den Hubschrauber erzeugen. Ein großer Teil davon entsteht durch die Wechselwirkung der Rotorblätter mit sogenannten Blattspitzenwirbeln. Diese entstehen durch die Umströmung der Blattspitze infolge eines Druckunterschiedes zwischen Blattunter- (Überdruck) und -oberseite (Unterdruck).

Luftwirbel für Lärm verantwortlich

Durch den Druckausgleich an der Rotorblattspitze wird die Luft in Rotation versetzt, und hinter der Blattspitze bildet sich ein kleiner, konzentrierter Wirbel. Der Lärm entsteht dadurch, dass der Wirbel eines Rotorblattes mit dem nachfolgenden Rotorblatt kollidiert. Die dabei auftretenden Wechseldrücke am Rotorblatt  verursachen nicht nur das typische “Teppichklopfer-Geräusch”, sondern führen auch zu Vibrationen im Hubschrauber und verringern den Komfort der Passagiere.

Durch geschicktes Verstellen jedes einzelnen Rotorblattes kann die Wirbelstärke deutlich verringert werden – dafür ist eine hochgenaue Änderung des Anstellwinkels des Blattes mehrfach pro Umdrehung notwendig. Versuche, eine solche Einzelblattsteuerung durch den Einbau aktiver Steuerungselemente in die drehenden Rotoren zu realisieren, sind bislang am zu großen technischen Aufwand gescheitert: Öl- oder Stromleitungen im Rotor zur Versorgung der Steuerungselemente sind zu komplex.

Die Braunschweiger Forscher haben im Windkanalversuch eine neue Möglichkeit erprobt, mit der eine solche Einzelblattsteuerung ohne diese aufwändigen Steuerelemente im drehenden Rotor möglich ist.

Findige Lösung: die Mehrfach-Taumelscheibe

Dafür haben sie ein Kernelement des Hubschrauberrotors verändert:  die sogenannte Taumelscheibe, die sich unterhalb des drehenden Rotors befindet. Durch Verschieben und Kippen setzt sie die Steuerbefehle des Piloten um und verändert über sogenannte Steuerstangen den Anstellwinkel der Rotorblätter. Bislang haben Hubschrauber lediglich eine Taumelscheibe, die an Rotoren mit mehr als drei Rotorblättern keine Einzelblattsteuerung ermöglicht. Die DLR-Forscher haben nun erstmals zwei Taumelscheiben kombiniert und umeinander angeordnet. Damit lassen sich die Rotorblätter so ansteuern, dass die Stärke der Wirbel geringer oder ihr Abstand zu den vorbeifliegenden Rotorblättern kleiner wird. Komplizierte Veränderungen im drehenden Teil des Rotors oberhalb der Taumelscheibe sind nicht notwendig. Entwickelt und patentiert haben dieses Mehrfach-Taumelscheiben-System (Multiple Swashplate System META) der Projektleiter Rainer Bartels und Prof. Berend van der Wall vom DLR-Institut für Flugsystemtechnik.

Die Versuche fanden im Niedergeschwindigkeitswindkanal LLF der Deutsch-Niederländischen Windkanäle (DNW) im niederländischen Emmeloord statt. Dabei wurden an einem Hubschraubermodell zwei verschiedene Modell-Rotoren mit dem neuen Taumelscheiben-System getestet: ein älterer nach dem Vorbild einer Bo105 und ein moderner einer H145. Mit dem Hubschraubermodell wurden bei laufendem Rotor verschiedene Flugzustände wie Schnellflug und Landeanflug simuliert. Mikrofone erfassten den Lärm. Eine Vielzahl an Sensoren sowie Hochgeschwindigkeitskameras dokumentierten die elastischen Verformungen der Rotorblätter, um so Rückschlüsse auf die Blattbelastungen zu ermöglichen.

Taumelscheibe

Versuchsaufbau zur Vermessung des Rotorlärms im Niedergeschwindigkeitswindkanal LLF der Deutsch-Niederländischen Windkanäle (DNW) im niederländischen Emmeloord

Sowohl bei der älteren wie bei der neueren Rotorkonfiguration stellten die Forscher eine deutliche Verringerung von Lärm, Energieverbrauch und Vibrationen fest. Beispielsweise verringerte sich der Geräuschpegel bei der Bo105-Konfigurartion im simulierten Landeanflug um bis zu 4,5 Dezibel, was einer Verringerung von etwa 40 Prozent entspricht. Für den moderneren und darum bereits leiseren H145-Modellrotor stellten die Forscher eine Verringerung um 3,9 Dezibel fest, was etwa 37 Prozent weniger Lärm entspricht.

Taumelscheibe1

Die Vibrationen konnten mit der Mehrfach-Taumelscheibe um bis zu 75 Prozent beim Bo105-Rotor und bis zu 52 Prozent beim H145-Rotor reduziert werden – ein großer Gewinn für den Komfort von Passagieren. Darüber hinaus wurden im schnellen Vorwärtsflug Leistungseinsparungen von bis zu 4 Prozent (Bo105-Rotor) beziehungsweise 3 Prozent (H145) gemessen.

Quelle: DLR

Lufthansa ‘Quietest Overall Airline’

LH erhält SFO-Auszeichnung für die Minderung von Lärmemissionen

East Meadow, NY, 2. Juni 2016: Als “Quietest Overall Airline” erhielt Lufthansa eine Auszeichnung des Flughafens San Francisco. Der Preis wurde am 1. Juni Vertretern des deutschen Carriers am San Francisco International Airport (SFO) übergeben. Das so genannte „Fly Quiet Program“ ist eine Roundtable-Initiative, die Airlines darin bestärkt, am SFO-Airport so leise wie möglich zu fliegen. Die Bestnoten in der Kategorie „Fly Quiet“ spiegeln die Anstrengungen des Carriers wider, den Lärmteppich bei Start und Landung weiter zu reduzieren. Die Initiative lobte insbesondere die aktuellen Unternehmensinitiativen zur Minderung des Fluglärms.

Bis 2025 wird Lufthansa insgesamt 251 geräuscharme und kraftstoffsparende Flugzeuge neu in Dienst stellen. Durch diese Milliardeninvestition wird die Lärmbelastung in der Nähe von Flughäfen weiter aktiv reduziert. Lufthansa ist zudem die erste Airline weltweit, die ihre Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge der A320-Familie mit lärmreduzierenden Wirbelgeneratoren an der Unterseite der Tragflächen nachgerüstet hat. Mehr als 200 Flugzeuge der Lufthansa Gruppe fliegen dadurch bis zu vier Dezibel leiser. Lärmminderung ist zudem ein wichtiger Teil des Pilotentrainings. Cockpit-Crews werden speziell für lärmverminderte Starts und Landungen geschult. Insgesamt verfolgt Lufthansa das Ziel, die Lärmemissionen bis 2020 um 50 Prozent zu senken. Für Anfang 2017 plant Lufthansa zudem, den Airbus A350 ab München in Dienst zu stellen. Dadurch wird auch die LH-Langstreckenflotte noch leiser.

Im Rahmen der A320-Flottenmodernisierung wird ferner erwartet, dass die CO2-Emissionen jährlich um etwa 1,000 Tonnen pro Flugzeug gesenkt werden können. Von 2008 bis 2015 hat die Lufthansa Group die Treibstoffeffizienz der Passagierflotte bereits um 11,5 Prozent verbessert, wodurch der Verbrauch auf 3,84 Liter pro Passagier und 100 Kilometer vermindert werden konnte.

„Umweltverantwortung ist schon seit Jahrzehnten integraler Bestandteil der Unternehmenskultur der Lufthansa Group“, so Jürgen Siebenrock, Vice President The Americas der Lufthansa Group. „Vom sparsamen Verbrauch von Ressourcen bis hin zur Teilnahme an der Klimaforschung und zur permanenten Verbesserung der Effizienz in der Luft und am Boden versucht die Lufthansa Group, die Auswirkungen des Fliegens für die Umwelt zu minimieren. Deshalb können wir als Team im gesamten Unternehmen stolz auf diese Auszeichnung sein.“

Lufthansa 'Quietest Overall Airline'

Seit 1994 bietet die Lufthansa Group mit ihrer Publikation ‘Balance’ einen umfassenden Einblick in ihr Engagement für Nachhaltigkeit. Der jährliche Bericht stellt die verschiedenen Aktivitäten, Fortschritte und Ziele des Unternehmens auf den Gebieten Social Responsibility, Verantwortung für Klima und Umwelt sowie Corporate Citizenship dar.

Quelle: Lufthansa

Hamburg: Mehr Fluggäste pro Flug

Flughafen setzt verstärkt auf Lärmschutz

Hamburg, 5. Januar 2016: Nach einem erfolgreichen Jahr 2015 hat sich der Hamburger Flughafen für das neue Jahr viel vorgenommen: Neben der Aufnahme neuer Strecken und der weiteren Steigerung des Passagierkomforts rückt Hamburg im Jahr 2016 den Fluglärmschutz noch stärker in den Fokus.

Insgesamt 15,6 Millionen Passagiere nutzten 2015 den Flughafen, das sind rund 850.000 Fluggäste, also 5,8 Prozent, mehr als in 2014. Im Durchschnitt waren es damit täglich rund 42.800 Passagiere. „Der Einsatz von größeren, moderneren und effizienteren Maschinen am Hamburg Airport sowie eine stets steigende Auslastung der Flugzeuge haben für eine Entkopplung von Passagierzahlen und Flugbewegungen geführt. Dadurch, dass pro Flug immer mehr Fluggäste befördert werden, wächst die jährliche Anzahl der Flugbewegungen deutlich geringer als die Passagierzahl“, erklärt Michael Eggenschwiler, Vorsitzender der Geschäftsführung. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl an Flugbewegungen nur um 2,9 Prozent gestiegen, im November ging sie sogar um 4 Prozent zurück, im Dezember wuchs sie nur um 1 Prozent. Damit lag die Zahl der Starts und Landungen 2015 mit 158.390 unter dem Niveau des Jahres 2000. Damals flogen jedoch nur rund 10 Millionen Passagiere von Hamburg aus.

Gemeinsam mit den fünf größten Fluggesellschaften am Standort wird der Hamburg Airport im 1. Quartal 2016 eine Pünktlichkeitsoffensive starten. „Wir konzentrieren uns mit den Airline-Partnern darauf, die letzten Flugzeuge eines Tages, die bis 23 Uhr geplant sind, auch pünktlich in Hamburg starten oder landen zu lassen. Das ist von großer Bedeutung für die Anwohner in Hamburg und in Schleswig-Holstein“, so Eggenschwiler. Die Betriebszeiten am Hamburger Flughafen sind täglich von 6 bis 23 Uhr, danach gelten sehr strenge Nachtflugbeschränkungen. Verspätete Flugzeuge dürfen nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen bis 24 Uhr starten und landen; es gilt dann ein Aufschlag von 300 Prozent auf das reguläre Landeentgelt. Der Flughafen will zudem noch umfassender und transparenter über Zahlen, Daten und Fakten rund um den Flugbetrieb und das Thema Umwelt informieren. So wird es zum Beispiel eine neu gestaltete Rubrik auf der Website geben.

Bessere Auslastung der Flugzeuge
Im Jahr 2015 lag die Zahl der Passagiere pro Flug bei durchschnittlich 109,7 Fluggästen; 2014 waren es noch 106,6. Die durchschnittliche Anzahl der pro Flug angebotenen Sitze verbesserte sich von 141 auf 144. Die durchschnittliche Auslastung der Maschinen ist am Hamburger Flughafen auf 76 Prozent gestiegen. Das maximale Abfluggewicht pro Flugzeug erhöhte sich im Vergleich zu 2014 um 1,6 Prozent auf 66,8 Tonnen.

Auch der Passagierkomfort steht 2016 im Fokus. So können sich die Fluggäste auf neugestaltete Pier-Bereiche freuen, die neben zahlreichen Strom- und USB-Anschlüssen auch moderne und gemütliche Sitzbereiche für die unterschiedlichen Passagierbedürfnisse vorhalten: Ruhe- und technisch ausgestattete Businesszonen wechseln sich ab. Unter dem Namen Hamburg Airport WiFi wird es ab Anfang 2017 einen komplett kostenlosen, noch schnelleren WLAN-Zugang für alle Fluggäste geben. Für schnelles, komfortables Einchecken werden schon in diesem Jahr neue Automaten sorgen. Sie ermöglichen ein selbstständiges Ausdrucken der Bordkarte und eine eigenständige Gepäckaufgabe in einem Vorgang.

Luftaufnahme Flughafen Hamburg (v.l.n.r.:Parkhaus P5, Terminal 2, Plaza, Parkpaletten P2-P4, Terminal 1, Parkhaus P2

Der Hamburg Airport und seine Terminals, Foto: Michael Penner (v.l.n.r.:Parkhaus P5, Terminal 2, Plaza, Parkpaletten P2-P4, Terminal 1, Parkhaus P2)

Für 2016 rechnet Eggenschwiler mit einem Passagieranstieg von einem bis zwei Prozent. „Wir erwarten eine stabile Nachfrage und damit eine Konsolidierung des starken Wachstums, das wir in den letzten Jahren verbuchen konnten. Der Hamburger Flughafen bleibt wichtiger Schrittgeber für die norddeutsche Wirtschaft und bedeutender Arbeitgeber für Hamburg und die Metropolregion. Mit unserem ökologischen Engagement investieren wir gleichzeitig auch in eine nachhaltige Entwicklung.“

Quelle: Hamburg Airport

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