Greener Skies Ahead 2019

sustainable aviation

SAVE THE DATE

 

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitglieder, Freunde und Partner der IASA,

 

synthetische, mittels ‘grünem Strom’ gewonnene Treibstoffe (PtL) wie auch neue Elektro- und Hybrid-Technologien eröffnen erstmals die Möglichkeit, den Luftverkehr der Zukunft CO2-arm, im Idealfall sogar weitestgehend klimaneutral zu gestalten!

Um über aktuelle Perspektiven für eine ökologisch wie ökonomisch nachhaltige Zukunft der Luftfahrt zu informieren und neue Lösungsansätze zu diskutieren, laden wir Sie hiermit freundlichst zur Konferenz

 

GREENER SKIES AHEAD GSA2019

Solutions for Sustainable Aviation

10th International Conference on Sustainable Aviation and the Future of Air Transport

November 19, 2019, 10:00 – 17:30

Wissenschaftszentrum Bonn

Konferenzraum K1/K2

Ahrstr. 45, 53113 Bonn, Germany

 

ein. Im Fokus der vom Bundesministerium für Umwelt und dem Umweltbundesamt (UBA) geförderten Konferenz stehen innovative Konzepte zur realen, möglichst ganzheitlichen Verbesserung des Klimaschutzes in der Luftfahrt.

Die GSA2019 richtet sich an alle, die in der Luftfahrt Verantwortung tragen. Sie ist damit ein Appell an Entscheidungsträger in Politik, Gremien und Wirtschaft zu zeitnahem Handeln.

Mit ihren vielfältigen Informations- und Kontaktangeboten bietet die GSA2019 zudem beste Möglichkeiten zum professionellen Networking.

Save the date! Jetzt anmelden und Teilnahme sichern!

 

Erster urbaner Flug des Volocopter in Europa

Exklusiv in Stuttgart: Erster urbaner Flug des Volocopter in Europa

  • Volocopter-Flug ist Highlight des zweitägigen Events „Vision Smart City – Mobilität der Zukunft heute erleben“
  • Vorstellung von technischen Innovationen und nachhaltigen Verkehrskonzepten zur Mobilität der Zukunft rund um das Mercedes-Benz Museum

Stuttgart, 14. September 2019 – Der Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, hat in Stuttgart, zusammen mit dem Vorstandsvorsitzenden der Daimler AG, Ola Källenius, dem Geschäftsführer der Volocopter GmbH, Florian Reuter, und Thomas Strobl, Minister für Inneres, Digitalisierung und Migration des Landes Baden-Württemberg den ersten urbanen Flug des Volocopter in Europa erlebt. Der Flug ist Highlight des zweitägigen Events „Vision Smart City – Mobilität der Zukunft heute erleben“ rund um das Mercedes-Benz Museum.

Neben technischen Innovationen werden nachhaltige Verkehrskonzepte zur Mobilität der Zukunft präsentiert. Dazu gehören Angebote wie Car Sharing, Elektrofahrzeuge und mobile Zukunftskonzepte. Neben Daimler und dem Lab 1886 ist auch das Land Baden-Württemberg bei der Veranstaltung mit zahlreichen Exponaten und Informationsständen vertreten, um im Rahmen des Strategiedialog Automobilwirtschaft Baden-Württemberg erlebbar zu machen, wie facettenreich die Mobilität der Zukunft in Baden-Württemberg ist. 

Ola Källenius, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG und Leiter Mercedes-Benz Cars: „Unser Partner Volocopter zeigt: Mit dem Flugtaxi wird aus dem Traum vom Fahren der Traum vom Fliegen. Auch bei Daimler arbeiten wir an der Mobilität der Zukunft: Bis 2022 setzen wir das gesamte Mercedes-Portfolio unter Strom. Bereits 2030 sollen Autos mit Elektroantrieb mehr als die Hälfte unserer Verkäufe ausmachen. Den Weg zur klimaneutralen Mobilität können wir nur gemeinsam und im Zusammenspiel von Unternehmen und Politik gehen. Wir bei Daimler wollen, können und werden weiter unseren Beitrag dazu leisten.“ 

Winfried Kretschmann, Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg: „Ich freue mich, dass Vision Smart City erlebbar macht, welche Ideen für die Mobilität der Zukunft in unserem Land bereits heute entwickelt werden – Konzepte für die nachhaltige Stadt der Zukunft, für autonomes Fahren, für das intelligente Zusammenspiel von Verkehrsträgern und vieles mehr. Besonders stolz bin ich, dass der Strategiedialog Automobilwirtschaft Baden-Württemberg bei der Veranstaltung präsent ist. Mit diesem Dialog zwischen Wirtschaft, Wissenschaft, Gewerkschaften und Politik zeigen wir, dass beides möglich ist: Klimaschutz und zukunftsfähige Arbeitsplätze.“

Elektroflug - nachhaltige Luftfahrt

Exklusiv vor dem Mercedes-Benz Museum in Stuttgart: Erster erfolgreicher urbaner Flug des Volocopter in Europa.
Stuttgart sees first urban flight of Volocopter in Europe

Florian Reuter, CEO Volocopter GmbH: „Unsere Volocopter Flugtaxis ermöglichen eine ganz neue Dimension für die Mobilität in der Stadt. Wie sich Stuttgart heute überzeugen konnte, fliegen sie sicher, leise und sind nah an der Umsetzung. Auf diese Weise können Volocopter Flugtaxis Routen in Großstädten weltweit, aber auch hier in Deutschland, entlasten.“

Thomas Strobl, Stellvertretender Ministerpräsident und Minister für Inneres, Digitalisierung und Migration des Landes Baden-Württemberg: „Die Mobilität der Zukunft muss intelligent, digital sowie sauber sein und dabei bezahlbar bleiben. Die Verkehrskonzepte von Metropolen, mittelgroßen Städten und dem ländlichen Raum werden dabei durchaus verschieden aussehen. Da wird es keine Blaupause geben. Aber wir arbeiten bereits tatkräftig, innovativ und kreativ an den Mobilitätskonzepten der Zukunft. Wir sind Innovationsregion Nummer 1 in Europa – der Flug des Volocopter und die anderen vorgestellten Projekte stehen genau dafür. Sie in die Fläche zu bringen und dabei auch die Innovationskraft der Kommunen zu nutzen, ist das Ziel.“

Die Veranstaltung ist eine Initiative im Rahmen eines Forschungsvorhabens der Hochschule für Technik Stuttgart, um die Akzeptanz von Flugtaxis in der Gesellschaft zu untersuchen. 

Weitere Informationen finden Sie hier: www.vision-smart-city.com

Quelle: Volocopter

Rolls-Royce unterstützt Power-to-X-Initiative in Brandenburg

nachhaltige Luftfahrt

16.08.2019

  • Geschäftsbereich Power Systems unterzeichnet Absichtserklärung zum Bau einer Demonstrationsanlage zur Herstellung synthetischer Kraftstoffe
  • Schell: „Wir elektrifizieren das Gesamtsystem inklusive des Kraftstoffs“
  • Wichtiger Schritt zur Sektorkopplung und zur Dekarbonisierung von Antrieb und Energieerzeugung

Rolls-Royce wird die Erforschung von grünen Kraftstoffen in der ostdeutschen Region Lausitz zusammen mit dem Land Brandenburg, der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus sowie weiteren industriellen Partnern unterstützen. Das haben die Beteiligten in einer Absichtserklärung (Letter of Intent) vereinbart. Diese wurde seitens Rolls-Royce von Andreas Schell, dem Vorstandsvorsitzenden von Rolls-Royce Power Systems, unterschrieben. Der Letter of Intent wurde von Bundesumweltministerin Svenja Schulze und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke am 16. August in Cottbus vorgestellt.

Vorgesehen sind die Einrichtung eines Power-to-X-Kompetenzzentrums an der Technischen Universität Cottbus-Senftenberg und der Aufbau einer Demonstrationsanlage zur Herstellung synthetischer Kraftstoffe sowie chemischer Stoffe mit Hilfe von elektrischer Energie aus Photovoltaik und Windkraftanlagen. Die Region Lausitz hat als bisherige Kohle- und Chemieregion große Kompetenzen, die für den Aufbau eines Power-to-X-Kompetenzzentrums nützlich sind.

„Bei der Energiewende und der Nutzung erneuerbarer Energien spielen synthetische Kraftstoffe eine entscheidende Rolle. Sie sind ein wesentliches Element in der dringend notwendigen Sektorkopplung, also der engen Verzahnung einzelner Teile des Energiesystems, beispielsweise Elektrizität, Mobilität sowie Wärme und Kälte. Wir elektrifizieren das Gesamtsystem für Antrieb und Energie inklusive des Kraftstoffs, indem wir ihn mit erneuerbaren Energien klimaneutral herstellen“, sagt Schell.

Dr. Petar Pelemis, Leiter des Bereichs Strategie und Produktmanagement beim Geschäftsbereich Power Systems von Rolls-Royce, betont: „Power-To-X-Kraftstoffe ersetzen nicht nur fossile Brennstoffe, sondern sie können problemlos gelagert und transportiert werden. Mit ihnen können uns Antrieb und Energieerzeugung CO2-neutral gelingen, wie wir es in unserem Green- und Hightech-Programm unter dem Stichwort Dekarbonisierung skizziert haben.“ Rolls-Royce ist zum einen interessiert am Einsatz der synthetischen Kraftstoffe in Gas- und Dieselmotoren sowie in Flugzeugturbinen und will zum anderen auch seine Erfahrungen und Kompetenzen als Anbieter von Komplettlösungen zur Energieversorgung in das Projekt einbringen.

nachhaltige Luftfahrt

Rolls-Royce unterstützt Power-to-X-Initiative in Brandenburg: Dr. Petar Pelemis (links), Mitglied der Executive Leadership Group von Rolls-Royce und Leiter der Strategie und des Produktmanagements des Geschäftsbereichs Power Systems, übergab zusammen mit Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (zweiter von rechts) eine Absichtserklärung zur Herstellung synthetischer Kraftstoffe mit Hilfe erneuerbarer Energiequellen an Bundesumweltministerin Svenja Schulze (rechts). In der Absichtserklärung unterstützen unter anderem Industrieunternehmen wie Rolls-Royce, die brandenburgische Landesregierung und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt die Aktivitäten der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg auf dem Gebiet der Herstellung synthetischer Kraftstoffe. Geplant sind der Aufbau eines wissenschaftlichen Kompetenzzentrums und einer Demonstrationsanlage. Zu den Unterzeichnern gehört auch die Lufthansa-Group, vertreten durch Kay Lindemann (zweiter von links).

Im laufenden Betrieb einer künftigen Power-to-X-Demonstrationsanlage lassen sich Erkenntnisse gewinnen zum Einsatz synthetischer Kraftstoffe für Mobilität zu Lande, zu Wasser und in der Luft sowie zur Wärme- und Stromerzeugung und wie sich die CO2-Bilanz eines solchen Verfahrens gestaltet.

Zu den weiteren Unterzeichnern der Absichtserklärung gehören das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), das Chemieunternehmen BASF, die Lufthansa-Group sowie der Elektrolysespezialist Sunfire.

Brandenburg und Rolls-Royce verbindet eine langjährige Partnerschaft. Erst im Juli hatte Rolls-Royce Deutschland mit der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg eine Zusammenarbeit zur Erforschung und Entwicklung hybridelektrischer Energie- und Antriebssysteme für die Luftfahrt vorgestellt.

Quelle: Rolls-Royce

Wie wir morgen fliegen: verantwortungsbewusst und nachhaltig

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

Gemeinsame Erklärung der Mitglieder des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL)

Die Nachfrage nach Luftverkehr wächst mit der Wohlstandsentwicklung in vielen anderen Staaten der Welt weiter: Luftverkehr führt Menschen weltweit zusammen, ermöglicht den eilbedürftigen Transport werthaltiger Güter, bedeutet Entwicklungshilfe für viele Länder und ermöglicht es den Menschen, andere Länder und Kulturen kennenzulernen. Das ist alles unverzichtbar in einer freien und globalisierten Welt. Dabei hat der Luftverkehr an den weltweiten CO2-Emissionen einen Anteil von 2,8 Prozent. Deswegen sagen wir: Klimaschutz geht uns alle an und wir müssen handeln, nachhaltig und wirkungsvoll.

Maßnahmen für den Klimaschutz gemeinsam vorantreiben

Wir sehen die Frage, wie der Luftverkehr nachhaltiger und besser in Einklang mit dem Klimaschutz gebracht werden kann, als eine der zentralen gemeinsamen Herausforderungen von Luftverkehrswirtschaft, Politik und Gesellschaft. Wir wollen auf diese Herausforderung mit konkreten Maßnahmen antworten. Dies ist unsere Agenda:

1. Das CO2-neutrale Fliegen ermöglichen

Wir wollen erreichen, dass die luftverkehrsbedingten CO2-Emissionen auf null sinken. Wir wissen, dass dieses Ziel nur erreichbar ist, wenn das fossile Kerosin durch regenerative Kraftstoffe ersetzt wird. Die derzeit auch ökologisch beste Lösung ist ein Kraftstoff, der im sogenannten„Power-to-Liquid“-Verfahren gewonnen wird.

Um hier Fortschritte zu erzielen, bedarf es gemeinsamer Anstrengungen von Politik und Wirtschaft:

  • Wir sind bereit, uns bei Pilotprojekten zum Aufbau industrieller Anlagen zur Herstellung des Power-to-Liquid-Kraftstoffs zu beteiligen.
  • Wir brauchen eine Roadmap für den Aufbau von entsprechenden Produktionsanlagen und für die Bereitstellung eines regenerativen Kraftstoffs zu wettbewerbsfähigen Preisen. Dabei ist es Aufgabe der UN-Luftfahrtorganisation ICAO, hierfür die Rahmenbedingungen international zu setzen, damit eine hinreichende Nachfrage nach einem regenerativen Kraftstoff im weltweiten Luftverkehr sichergestellt werden kann.
  • Die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten sollten in einer gemeinsamen industriepolitischen Initiative die Voraussetzungen für ein hinreichendes Angebot von Produktionsanlagen und Kraftstoff schaffen und die ICAO bei der Setzung der erforderlichen Rahmenbedingungen für die Nachfrage unterstützen.
  • Wir schlagen vor, dass die Bundesregierung die Einnahmen aus der Luftverkehrsteuer zugunsten der Markteinführung regenerativer Kraftstoffe verwendet. Derzeit nimmt der Staat pro Jahr rund 1,2 Mrd. Euro Luftverkehrsteuer ein, ohne dass das Steueraufkommen gezielt für klimapolitische Zwecke im Luftverkehr eingesetzt wird.

2. Schon heute die Kompensation der Klimawirkung von Flügen erleichtern und ausweiten

Bereits heute besteht die Möglichkeit, dass Fluggäste die Klimawirkung ihres jeweiligen Fluges gegen einen Aufpreis kompensieren und damit klimaneutral fliegen. Von dieser Möglichkeit machen derzeit nur sehr wenige Personen Gebrauch.

  • Wir werden deswegen die Angebote an die Kunden zu einer Kompensation der Klimawirkung ihrer Flüge erleichtern. Um die Fluggäste besser auf diese Angebote aufmerksam zu machen und entsprechende Entscheidungen zu erleichtern, wollen wir Angebote zur Kompensation oder Förderung nachhaltiger Umweltprojekte bereits in den Buchungsprozess implementieren.
  • Wir schlagen gleichzeitig vor, dass der Gesetzgeber die bestehende steuerliche Absetzbarkeit von Klimakompensation so weiterentwickelt, dass sie nicht nur für Privatpersonen sondern auch für Geschäftskunden nutzbar wird.

3. Im europäischen Luftraum CO2-Emissionen senken:

Die Weiterentwicklung eines „Single European Sky“ ist aktiver Klimaschutz: Bereits mit der Optimierung der Flüge im deutschen Luftraum konnten und können wir Umwege und damit Treibstoffverbrauch reduzieren. Mit der Optimierung von Flugwegen im gesamten europäischen Luftraum könnten bis zu 10 Prozent Treibstoff und Emissionen eingespart werden. Dazu bedarf es mehr grenzüberschreitender Kooperation der nationalen Flugsicherungsorganisationen, mehr Automatisierung der Lotsendienste und mehr Flexibilität beim Lotseneinsatz.

Wir halten es daher für erforderlich, dass die EU und ihre Mitgliedstaaten das Regulierungssystem der Flugsicherung in Europa neu justieren und die Einführung neuer Technologien zur Erleichterung der Lotsentätigkeit vorantreiben.

4. Wir investieren in energieeffizienten Luftverkehr

Mit unseren Investitionen in energieeffiziente Flugzeuge und Flugverfahren haben wir die CO2- Emissionen pro Personenkilometer auf unseren Flügen seit 1990 um 43 Prozent senken können. In diesem Sinne werden wir unsere Investitionen in klimaschützende Technologien fortführen:

  • Wir werden unsere Flugzeugflotten weiter erneuern und mit energieeffizienteren Flugzeugen ausstatten. Mit diesen Investitionen werden wir die spezifischen CO2-Emissionen jährlich weiter senken und dazu regelmäßig die Reduktionsschritte reporten. Jede neue Flugzeuggeneration verbrennt 25 Prozent weniger Kerosin und emittiert entsprechend weniger. Heute verbrauchen die Flugzeuge der deutschen Fluggesellschaften im Schnitt 3,58 Liter pro 100 Personenkilometer im Vergleich zu 6,3 Liter im Jahr 1990.
  • Die deutschen Flughäfen werden ihre eigenen CO2-Emissionen bereits bis 2030 um 50 Prozent reduzieren – unter anderem durch Investitionen in energieeffiziente Gebäude und elektrisch betriebene Fahrzeuge. Darüber hinaus haben sich 190 europäische Flughäfen, darunter auch die größten deutschen Airports, verpflichtet, ihre CO2-Emissionen weiter zu reduzieren mit dem verbindlichen Ziel, bis 2050 vollständig CO2-neutral zu sein.

5. Das Schienennetz stärken, Intermodalität ermöglichen

Der inländische Luftverkehr hat gegenwärtig einen Anteil von 0,3 Prozent an den CO2-Emissionen in Deutschland. Innerdeutsche Flüge finden im Wesentlichen nur noch auf längeren Strecken statt, d.h. dort, wo die Bahnreisezeit es den Geschäftsreisenden nicht ermöglicht, einen Termin an einem Tag wahrzunehmen. Auf kurzen Strecken wird der Luftverkehr fast ausschließlich von international umsteigenden Passagieren genutzt.

In der Vergangenheit wurde bereits viel innerdeutscher Verkehr auf Bahn und Bus verlagert, und in der Folge wurden dann auch innerdeutsche Flugstrecken eingestellt. Eine erfolgreiche Verlagerung hat immer dann stattgefunden, wenn ein attraktives Angebot bestand, die ent- sprechende Infrastruktur vorhanden war und die Reisezeit bei der Bahn nicht länger als drei Stunden war.

Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, kann sich Verkehr von der Luft auf die Schiene verlagern:

  • Dazu bieten wir unseren Kunden bereits im Buchungsprozess die Bahnreise als Zubringer für ihre internationalen Flüge an.
  • Wo eine Fernbahnanbindung fehlt, wie am internationalen Drehkreuz in München, muss sie so bald wie möglich geschaffen werden.
  • Wo mittels attraktiver Schnellbahnverbindungen die Kunden überwiegend auf eine attraktive Verbindung mit der Bahn umsteigen, stellen wir den Luftverkehr ein, wie zum Beispiel zuletzt auf der Strecke Berlin-Nürnberg.

6. Klimaschutzmaßnahmen im Luftverkehr international realisieren

Im Luftverkehr, der international ist, sind nationale Alleingänge der falsche Weg. Insbesondere klimapolitische Regulierungen durch nationale Steuern, Abgaben oder Verbote sind ökologisch und ökonomisch kontraproduktiv. Denn solche Maßnahmen senken CO2-Emissionen nicht, son- dern verschieben sie lediglich in andere Regionen, wo diese Abgaben nicht erhoben werden, zu Lasten der jeweiligen Heimatindustrie. Der Flugverkehr wird nicht reduziert, sondern nur verlagert. Regulierungen im Luftverkehr sollten auf internationaler Ebene erfolgen, dann sind sie auch klimapolitisch wirksam.

In Deutschland gibt es mit der Luftverkehrsteuer bereits eine nationale Abgabe, die das Volumen der in Frankreich geplanten Steuer deutlich übersteigt. Unterschiedliche nationale Lösun- gen fördern nur Umgehungseffekte, inklusive zusätzlicher Umweltbelastungen.

Stattdessen unterstützen wir grenzüberschreitende, wettbewerbsneutrale Lösungen bei der CO2-Bepreisung, die auch tatsächlich etwas für den Klimaschutz bringen:

  • Wir halten den Emissionshandel als marktbasiertes Instrument zur Begrenzung und Reduktion der CO2-Emissionen und zur CO2-Bepreisung im Luftverkehr für die geeignetste Lösung. Wir finanzieren dies durch den Kauf der hierfür erforderlichen Emissionszertifi- kate. Mit der Einbeziehung des inländischen und europäischen Luftverkehrs in den Euro- päischen Emissionshandel wächst dieser Luftverkehr bereits seit 2012 CO2-neutral. Das heißt, dass seit mehr als sieben Jahren durch zusätzliche Flüge kein zusätzliches CO2 ent- steht. Bis 2030 wird darüber hinaus durch den Emissionshandel sichergestellt, dass ins- gesamt die CO2-Emissionen der einbezogenen Wirtschaftsbereiche (Energiewirtschaft, verarbeitendes Gewerbe, Luftverkehr) gegenüber dem Jahr 2005 um 43 Prozent reduziert werden.
  • Die Einbeziehung auch des weltweiten Luftverkehrs in den Emissionshandel ließ sich in der internationalen Staatengemeinschaft nicht durchsetzen. Stattdessen soll der welt- weite Luftverkehr ab 2021 dem international abgestimmten CO2-Kompensationssystem CORSIA unterliegen. Mit diesem System werden die wachstumsbedingten Emissionen dann auch im weltweiten Luftverkehr kompensiert werden. Damit ist dann auch das in- ternationale Luftverkehrswachstum CO2-neutral. Auch dieses System finanzieren die Fluggesellschaften durch den Erwerb entsprechender Kompensationszertifikate. Mit Hilfe der Politik wollen wir die noch zögerlichen Länder (u. a. China, Russland, Indien und Brasilien) gewinnen, sich diesem CO2-Kompensationssystem bereits ab 2021 anzuschließen.
Quelle: BDL

CO2-neutraler Treibstoff aus Luft und Sonnenlicht

Beitrag zum Klimaschutz

13.06.2019 | Medienmitteilung

Forschende der ETH Zürich haben die Technologie entwickelt, die aus Sonnenlicht und Luft flüssige Treibstoffe herstellt. Zum ersten Mal weltweit demonstrieren sie die gesamte thermochemische Prozesskette unter realen Bedingungen. Die neue solare Mini-Raffinerie steht auf dem Dach des Maschinenlaboratoriums der ETH Zürich.

CO2-neutrale Treibstoffe sind für eine nachhaltigere Luft- und Schifffahrt von zentraler Bedeutung. ETH-Forschende haben eine solare Anlage gebaut, mit der sich synthetische flüssige Treibstoffe herstellen lassen, die bei der Verbrennung nur so viel CO2 freisetzen, wie zuvor der Luft entnommen wurde. CO2 und Wasser werden direkt aus der Umgebungsluft abgeschieden und mit Solarenergie aufgespalten. Das Produkt ist Syngas, eine Mischung aus Wasserstoff und Kohlenmonoxid, welches anschliessend zu Kerosin, Methanol oder anderen Kohlenwasserstoffen verarbeitet wird. Diese können direkt in der bestehenden globalen Transportinfrastruktur verwendet werden.

«Mit dieser Anlage beweisen wir, dass die Herstellung von nachhaltigem Treibstoff aus Sonnenlicht und Luft auch unter realen Bedingungen funktioniert», erklärt Aldo Steinfeld, Professor für Erneuerbare Energieträger an der ETH Zürich, der die Technologie mit seiner Forschungsgruppe entwickelt hat, und betont die Besonderheit der Anlage: «Das thermochemische Verfahren nutzt das gesamte Sonnenspektrum und läuft bei hohen Temperaturen ab. Dies ermöglicht schnelle Reaktionsgeschwindigkeiten und einen hohen Wirkungsgrad.» Die Forschungsanlage steht mitten in Zürich und dient der ETH Zürich dazu, die Forschung an nachhaltigen Treibstoffen vor Ort voranzutreiben.

Kleine Demonstrationsanlage – grosses Potential

Die solare Mini-Raffinerie auf dem Dach der ETH beweist die Umsetzbarkeit der Technologie – selbst unter den klimatischen Verhältnissen in Zürich – und produziert rund einen Deziliter Treibstoff pro Tag. Steinfeld und seine Gruppe sind bereits daran, den Solarreaktor im grossen Massstab im Rahmen des EU-Projekts sun-to-liquid in der Nähe von Madrid zu testen. Zeitgleich mit der Zürcher Mini-Raffinerie wird die Madrider Solarturm-Anlage heute der Öffentlichkeit präsentiert.

Solare Mini-Raffinerie
Die Forschungsanlage steht auf dem Dach des ETH-Gebäudes an der Sonneggstrasse. (Bild: ETH Zürich / Alessandro Della Bella)

Das nächste Ziel ist, die Technologie auf industrielle Grösse zu skalieren und Wettbewerbsfähigkeit zu erreichen. «Eine Solaranlage von einem Quadratkilometer Fläche könnte pro Tag 20‘000 Liter Kerosin produzieren. Theoretisch kann man mit einer Anlage auf der Fläche der Schweiz oder eines Drittels der Mojave-Wüste in Kalifornien den Kerosin-Bedarf der gesamten Luftfahrt decken. «Ziel ist, dass wir in Zukunft mit unserer Technologie effizient nachhaltige Treibstoffe produzieren und so zur Verringerung des weltweiten CO2-Ausstosses beitragen», sagt Philipp Furler, Direktor (CTO) von Synhelion und ehemaliger Doktorand in Steinfelds Gruppe.

ETH Gas to Liquid Versuchsreaktor am Dienstag, 6.5.2019 in Zuerich. (ETH/Alessandro Della Bella)

Bereits zwei Spin-offs

Aus der Forschungsgruppe von Aldo Steinfeld sind zwei Spin-offs hervorgegangen: Synhelion entstand 2016 und arbeitet daran, die Technologie zur Herstellung von Solartreibstoffen auf den Markt zu bringen. Climeworks wurde bereits 2010 gegründet und kommerzialisiert die Technologie zur Abscheidung von CO2 direkt aus der Luft.

Quelle: ETH-Zürich

Demnächst Steuerfreiheit für synthetische Kraftstoffe?

Power to Liquid

Die Herstellung von synthetischen, CO2-neutralen Kraftstoffen ist derzeit noch teurer als die entsprechenden fossilen Kraftstoffe. Die oft gehörten Aussagen, dass PtL-Kraftstoffe völlig unerschwinglich sind, da sie zwischen 5 und 10 Euro pro Liter kosten würden, sind so jedoch nicht richtig. Wenn die Rahmenbedingungen stimmen und wenn vor allem der benötigte Strom aus Erneuerbaren Energien selbst erzeugt werden kann, dann liegt der mögliche Preis bereits heute bei rund 2 Euro.

Wenn nun noch die Besteuerung dieser PtL-Treibstoffe entfallen würde, dann wäre eine rasche Verbreitung sehr schnell möglich. Genau das bringen nun Politiker ins Gespräch. Wir unterstützen diese Initiativen ausdrücklich und hoffen, dass auf diese guten Worte auch die entsprechenden Taten folgen.

Mehr dazu finden Sie in unserem aktuellen PtL-Newsletter, den Sie hier finden: https://iasaev.org/wordpress/de/archiv-ptl-newsletter/

Unterstützen Sie unsere Idee einer nachhaltigen Luftfahrt und die damit verbundenen Projekte der IASA. Mit dem Abonnement unseres PtL-Newsletters machen Sie einen ersten Schritt in dieser Richtung. Den Newsletter können Sie unter power-to-liquid.org beziehen.

 

Förderung strombasierter Kraftstoffe

strombasierte Kraftstoffe

Landesflughafen fördert neue Verbindungen und emissionsarmes Fliegen

Flughafen Stuttgart, 09.05.2019

Am Flughafen Stuttgart gelten ab dem 01. Juli 2019 neue Preise für Starts und Landungen. Damit soll der Ausbau des Streckennetzes und der Einsatz innovativer Techniken wie z.B. elektrische Antriebe oder strombasierte Kraftstoffe gezielt gefördert werden. Dazu wird transparent gemacht, welche Unterstützung Airlines für neue Ziele erwarten dürfen. Eine neue Entgeltordnung wurde dafür Ende Januar 2019 beim Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg eingereicht und von der Behörde nun genehmigt.

Nachhaltigkeit und Klimaschutz fördern

Verkehrsminister Winfried Hermann, Aufsichtsratsvorsitzender des Flughafen Stuttgart, lobte die neue Entgeltordnung als wichtigen Beitrag zu Transparenz und Diskriminierungsfreiheit. Er sagte: „Darüber hinaus wird eszukünftig noch mehr darum gehen, Nachhaltigkeit und Klimaschutz durch entsprechende Entgeltanreize zufördern.“

Walter Schoefer, Sprecher der Geschäftsführung der Flughafen Stuttgart GmbH (FSG), begrüßte die Neufassung: „Wir haben gemeinsam mit unseren Airlinepartnern über viele Jahre hinweg unsere Konnektivität im Interesse der Menschen und des Wirtschaftsstandorts ausgebaut. Damit die Region auch zukünftig wettbewerbsfähig bleibt, müssen wir weiter an unserem Mobilitätsangebot arbeiten. Gleichzeitig muss das Fliegen so schnell wie möglich klimafreundlicher werden. Die neue Entgeltordnung ist einer der Bausteine dazu, mit de- nen wir als Infrastrukturanbieter dafür Anreize setzen können.“

Dr. Arina Freitag, Geschäftsführerin der Flughafen Stuttgart GmbH sagte: „Mit der neuen Entgeltordnung sind wir deutschlandweit der erste Airport, der mit diesem Instrument den Einsatz von alternativem Kerosin und elektrisches Fliegen fördert. Gleichzeitig belohnen wir die Aufnahme neuer Strecken und gut ausgelastete Maschinen. Nachhaltigkeit heißt für uns auch, dass wir langfristig denken und uns an den Bedürfnissen aller Stakeholder orientieren. Für unsere Fluggäste wollen wir unser Streckennetz nachhaltig weiterentwickeln, für unsere Nachbarn fördern wir möglichst leises Fluggerät. “

strombasierte Kraftstoffe

In der neuen Entgeltordnung für die Airlines werden für leisere Flugzeugtypen günstigere Gebühren fällig, während für lautere Flugzeuge deutlich höhere Preise gelten. Flugbewegungen in den Tagesrandzeiten, also nach 22 Uhr, werden mindestens doppelt so teuer als bisher. Flugzeuge mit elektrischen Antrieben werden zukünftig ein Jahr lang gratis in Stuttgart landen dürfen. Darüber hinaus wird der Einsatz von alternativen Treibstoffen gefördert. Ziel der strategischen Anpassung ist es, den Airlines langfristige Anreize für die An- schaffung besonders leiser und klimafreundlicher Flugzeuge zu setzen. Mit den Entgelten finanziert der Flughafen seine Infrastruktur wie Flugbetriebsflächen und Terminals.

Power to Liquid Anlage im industriellen Maßstab geplant

Industriekonsortium auf dem Weg zu grünem Kerosin

15.04.2019

Ein Förderantrag zum Bau einer industriellen Demonstrationsanlage und gemeinsame Forschung – darauf haben sich heute namhafte Partner im Rahmen einer Absichtserklärung unter dem Titel GreenPower2Jet (GP2J) verständigt. Ziel des Projektes ist es, nach einem erfolgreichen Pre-Engineering, eine industrielle Power to Liquid-Anlage (PtL) zu bauen, die vor allem nachhaltige synthetische Kohlenwasserstoffe liefert, um grüne, klimaneutrale Flugkraftstoffe zu produzieren. Die Technische Universität Hamburg (TUHH), Airbus, BP mit BP Lingen und Air BP, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Dow und Hoyer Logistik beteiligen sich damit an dem vom Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) ausgeschriebenen „Ideenwettbewerb Reallabore der Energiewende“.

Der Verkehrssektor steht vor der großen Aufgabe, die Treibhausgasemissionen in den kommenden Jahren deutlich zu reduzieren, um so die Pariser Klimaziele zu erreichen. Hierzu muss die Energie-Effizienz weiter erhöht werden, um zu einem geringeren Energieverbrauch für den Transportsektor zu gelangen. Ein Schlüssel zum Erfolg der Mobilität von morgen können unter anderem elektrische Antriebsformen im Straßenverkehr wie beispielsweise Elektroautos oder E-Scooter sein, sofern diese mit erneuerbarer Energie betrieben werden. Im Flugverkehr lassen sich Triebwerke und Kerosin jedoch nicht so einfach durch Elektromotoren und Batterien ersetzen.

„Das liegt daran, weil alternative Antriebe fehlen und die Energiedichte von Batterien weit von der des Kerosins entfernt ist“, sagt Siegfried Knecht, Vorstandsvorsitzender der Luftfahrtinitiative aireg. Daher sind die Fluggesellschaften auf Erdöl-basierten Flugtreibstoff angewiesen mit dem Nachteil der damit verbundenen Treibhausgasemissionen. Doch gerade der Flugverkehr wird künftig weiter deutlich wachsen, laut der Prognose des Branchenverbandes IATA mit ca. 3,5 Prozent pro Jahr weltweit für die nächsten Jahrzehnte.

Deshalb steht die Produktion von nachhaltigen Flugtreibstoffen im Fokus des aktuellen Engagements des GP2J-Konsortiums. Damit die Treibhausgasemissionen in der Luftfahrt nachhaltig und massiv reduziert werden können – trotz des vorhersehbaren Wachstums – muss es Projekte wie GP2J geben, um Kerosin auf Basis der PtL-Technik breit in den Markt einzuführen. Dabei beschreibt PtL (Power-to-Liquid) unterschiedliche technische Prozesse, die die nachhaltige Herstellung flüssiger Kraftstoffezum Ziel haben. Das geschieht durch den Einsatz von „grüner“ elektrischer Energie, die wesentlich zur Senkung von Treibhausgasemissionen beiträgt, da sie aus der Nutzung regenerativer Energiequellen stammt. Im Idealfall kann so klimaneutrales Kerosin produziert werden.

Daher ist Know-how aus unterschiedlichen Bereichen gefragt. Zum Konsortium gehören deshalb neben der TUHH als Projektkoordinator auch Airbus, BP, Air BP, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Dow und Hoyer Logistik sowie als potenzielle Abnehmer für den produzierten Kraftstoff DHL, easyJet, unterstützt durch den Flughafen Hamburg, GDH Transport und Containerlogistik und die Flotte Hamburg. Geplant ist, die Projektidee über eine Förderdauer von fünf Jahren zu verwirklichen.

In einem ersten Schritt und nach einer 6-monatigen Pre-Engineering-Phase kann im Einvernehmen der Partner bis ca. 2021/22 eine industrielle PtL-Anlage auf Basis der sogenannten Fischer-Tropsch Synthese beim Material-Science-Unternehmen Dow in Stade entstehen. Die dort produzierten synthetischen Kohlenwasserstoffe sollen als Grundlage für die weitere Produktion an die BP Raffinerie Lingen geliefert, die eine Aufbereitung durchführt und daraus grünen, klimaneutralen Flugkraftstoff produziert. Geplant ist, diesen Treibstoff am Hamburger Flughafen auf regelmäßig geflogenen Strecken und für die Erstbetankung von Airbus-Flugzeugen in Hamburg-Finkenwerder zu nutzen. Zusätzlich wird aus den verbleibenden Nebenprodukten „grüner“ Diesel erzeugt, der dann im schweren Güterfernverkehr und auf Schiffen des Hamburger Hafens eingesetzt wird. Nach heutigen Maßstäben ist keines der Produkte aus dem so erzeugten Portfolio wirtschaftlich herstellbar und daher sind regulatorische Anreize und Fördermittel notwendig, damit diese für die Erreichung anspruchsvoller THG-Minderungsziele wichtige Technologie weiterentwickelt wird.

Ulf Neuling von der TUHH, der den Projektantrag koordiniert: „Durch dieses Vorhaben kann erstmals eine signifikante Menge an PtL-Produkten in Deutschland erzeugt und verkehrsträgerübergreifend – im Luftverkehr, auf dem Wasser und im schweren Straßengüterverkehr – genutzt werden.“

Foto: BP Europa SE

Die Experten möchten im Rahmen des Reallabors in Erfahrung bringen, inwieweit sich der Einsatz der PtL-Technik wirtschaftlich und ökologisch optimieren lässt bzw. wie die energiewirtschaftlichen Bedingungen sein müssten, damit derartige Konzepte tragfähig werden.

Auch wenn die finalen Investitionsentscheidungen noch nicht getroffen sind, betreten die Beteiligten mit der Herstellung von PtL-Kraftstoffen kostenintensives und technisch äußerst anspruchsvolles Neuland, das zukunftsweisende Innovationen nach Norddeutschland und die Umwelt einen großen Schritt nach vorne bringt.

Quelle: TUHH

Lindbergh Innovation Forum

Nachhaltige Luftfahrt

Friedrichshafen, 12. April 2019

Elektromobilität in der (Allgemeinen) Luftfahrt

Im Rahmen der Luftfahrtmesse AERO fand am 11. April das Lindbergh Innovation Forum statt, das sich dem Thema Elektromobilität und Innovation in der Luftfahrt widmete. Die Veranstaltung wurde von Erik Lindbergh, Enkel des berühmten Luftfahrtpioniers Charles Lindbergh, moderiert.

Erik Lindbergh, der 2002 zum 75. Jahrestags des Erstfluges über den Atlantik durch seinen Großvater diesen Flug mit einem einmotorigen Flugzeug wiederholte, gab sich zuversichtlich, dass elektrisch betriebene Flugzeuge bereits in kurzer Zeit selbstverständlich sein werden. Er lud die Teilnehmer ein, sich bereits jetzt mit dem Jubiläumstermin anlässlich des hundertsten Jahrestags des Erstflugs vorzubereiten, der am 20./21. Mai 2027 gefeiert werden wird. Ideen dazu nimmt Erik gerne unter info@lindberghfoundation.org an.

Die zahlreichen Vorträge im Forum gingen von neuen Technologien, elektrische und hybrid-elektrische Antriebe für Flugzeuge über künstliche Intelligenz in der Luftfahrt bis zu aktuellen VTOL-Entwürfen (VTOL = Vertical Take-Off and Landing = Senkrechtstarter).

Nachhaltige Luftfahrt

Erik Lindbergh, Enkel des großen Luftfahrtpioniers

Zulassung offen

Thema der Veranstaltung war auch, wie autonome, elektrisch betriebene VTOLs genehmigungsrechtlich behandelt werden sollen und wie weit bereits der Zertifizierungsprozess hier gediehen ist. Zu letzterem Punkt gab es leider keine konkreten Aussagen, möglicherweise wird bei der Zertifizierung von autonomen Fluggerät Europa leider mal wieder abgehängt werden.

Dennoch war auch im Lindbergh Innovation Forum die Aufbruchstimmung zu spüren, die in der Luftfahrtbranche derzeit herrscht. Es ist keine Frage, dass elektrisch betriebene und insbesondere autonome Fluggeräte in naher Zukunft ganz selbstverständlicher Bestandteil unserer Mobilität sein werden.

Autor: Michael Wühle (IASA e.V)


 

HiFly führt den ersten plastikfreien Flug durch

nachhaltige Luftfahrt

26. Dezember 2018

Als weltweit erste Fluggesellschaft und als wichtiges Element für mehr Nachhaltigkeit in der Luftfahrt führte der Wet-Lease-Carrier HiFly den ersten Passagierflug ohne einen Einwegartikel aus Kunststoff an Bord durch.

nachhaltige Luftfahrt

Der erste “kunststofffreie” Versuch mit einem von HiFlys Airbus A340 wurde am 26. Dezember von Lissabon auf dem Weg nach Natal in Brasilien durchgeführt.

HiFly-Präsident Paulo Mirpuri sagte vor dem Start: „Dieser historische Hi-Fly-Flug ohne Einwegartikel aus Kunststoff an Bord unterstreicht unser Engagement, Hi Fly innerhalb von 12 Jahren zur ersten” kunststofffreien “Fluggesellschaft der Welt zu machen.

“Wir nehmen diese Verpflichtung sehr ernst. Unser Unternehmen beruht auf Nachhaltigkeit. Wir arbeiten eng mit der Mirpuri Foundation zusammen, um sicherzustellen, dass unsere Unternehmenspraktiken unserer Verantwortung gegenüber unserem Planeten entsprechen.”

„Bei jedem dieser Testflüge verhindern wir, dass rund 350 kg nahezu unzerstörbare Kunststoffe unsere Umwelt vergiften.”

„Weltweit starten täglich über 100.000 Flüge, und im letzten Jahr beförderten Verkehrsflugzeuge fast vier Milliarden Passagiere. Diese Zahl wird sich in weniger als 20 Jahren voraussichtlich wieder verdoppeln. Das Potenzial, hier etwas zu bewegen, ist also enorm groß.”

„Wir wissen, dass wir möglicherweise anfangs Kinderkrankheiten zu überwinden haben, aber wir sind zuversichtlich, diese Probleme in den kommenden Monaten zu lösen.”

“Aus den Rückmeldungen, die wir bisher von unseren Kunden und Passagieren erhalten haben wissen wir, dass diese Maßnahme für unsere Fluggesellschaft das Richtige ist.”

Pedro Ramos, Generaldirektor des Reiseveranstalters Alto Astral, der die Flüge zwischen Lissabon und Brasilien gechartert hat, sprach über die Begeisterung seines Unternehmens, an diesem wichtigen Branchenereignis teilzunehmen.

Zu den Einwegartikeln aus Kunststoff, die ersetzt wurden, gehören: Becher, Löffel, Salz- und Pfefferstreuer, Verpackungen für Bettwäsche, Geschirr, Getränkeflaschen und Zahnbürsten.

Zu den vielen Innovationen, die die Passagiere während des Fluges von den HiFly-Umweltexperten präsentiert werden, gehören ein Bambusbesteck, sowie eine Reihe von Papierverpackungen und Behälter, die nach ihrer Verwendung problemlos kompostiert werden können.

Quelle: HiFly


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