Lufthansa Group stellt neuen Treibstoffeffizienzrekord auf

nachhaltige Luftfahrt
Spezifische Treibstoffverbrauch sinkt um 4,5 Prozent
Frankfurt, 6. Juni 2018: Die Lufthansa Group hat einen neuen Treibstoffeffizienzrekord aufgestellt: Die Flugzeuge der Passagierflotten benötigten 2017 durchschnittlich nur 3,68 Liter Kerosin, um einen Fluggast 100 Kilometer weit zu befördern (2016: 3,85 l/100pkm). Dies entspricht einer Verbesserung von 4,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Lufthansa Group hat damit das Airline-Branchenziel der jährlichen Effizienzsteigerung um 1,5 Prozent mehr als erfüllt. Dazu haben alle Fluggesellschaften des Konzerns beigetragen.
„Das ist das erfreuliche Resultat unserer kontinuierlichen Flottenmodernisierung und Effizienzprogramme. Um unseren Flugbetrieb so umweltverträglich wie möglich zu gestalten, werden wir auch weiterhin in wirtschaftliche, sparsame und leise Flugzeuge investieren. Wir wollen auch beim wichtigen Aspekt der Nachhaltigkeit eine führende Rolle in unserer Industrie einnehmen.“, so Carsten Spohr, Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Lufthansa AG, im Vorwort des heute veröffentlichten Nachhaltigkeitsberichts „Balance“.
Die Lufthansa Group arbeitet kontinuierlich und systematisch daran, die Umweltverträglichkeit ihrer international angebotenen Dienstleistungen weiter zu verbessern. 2017 hat der Aviation-Konzern 29 neue Flugzeuge in Dienst gestellt, darunter weitere äußerst effiziente Modelle der Typen A350-900, A320neo und Bombardier C Series. Insgesamt stehen bei der Lufthansa Group aktuell rund 190 Flugzeuge auf der Bestellliste mit Auslieferung bis 2025.
Darüber hinaus setzten die Treibstoffeffizienz-Experten der Lufthansa Group 2017 insgesamt 34 Projekte zur Treibstoffeinsparung um, die die CO2-Emissionen um rund 64.400 Tonnen nachhaltig reduzierten. Die eingesparte Menge Kerosin betrug 25,5 Millionen Liter – dies entspricht dem Verbrauch von circa 250 Hin- und Rückflügen auf der Strecke München-New York mit dem Airbus A350-900. Der positive finanzielle Effekt dieser Maßnahmen betrug 7,7 Millionen Euro.
Umfangreiche Informationen, Kennzahlen und Interviews zu diesen und weiteren Themen der unternehmerischen Verantwortung liefert der heute veröffentlichte 24. Nachhaltigkeitsbericht „Balance“ der Lufthansa Group. Die Berichterstattung erfolgt in Übereinstimmung mit den international anerkannten GRI Standards der Global Reporting Initiative.
nachhaltige Luftfahrt
Quelle: Lufthansa

DLR und TU Braunschweig vereinbaren Zusammenarbeit bei der Batterieforschung

 

Dienstag, 24. April 2018

  • DLR und TU BS unterzeichnen Absichtserklärung für die Zusammenarbeit im Bereich der Batterieforschung.
  • Neuer Zweig am DLR-Standort Braunschweig soll die bisherige DLR-Batterieforschung an den Standorten Oldenburg, Ulm, Stuttgart und Köln ergänzen.
  • Schwerpunkt(e): Energie, Batterieforschung

DLR und TU Braunschweig vereinbaren Zusammenarbeit bei der Batterieforschung

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die Technische Universität Braunschweig (TU BS) haben am 24. April 2018 auf der Hannover Messe eine Absichtserklärung für gemeinsame Arbeiten im Bereich der Batterieforschung unterzeichnet. Das DLR und die TU BS wollen zukünftig bei der Entwicklung neuer Batteriesysteme eng zusammenarbeiten, um die Kette von Forschung über Entwicklung bis hin zur Fertigung vollständig abzubilden.

Prof. Dr. Karsten Lemmer, DLR-Vorstandsmitglied für Energie und Verkehr sagte: “Leistungsstarke Batterien sind essentiell für eine nachhaltige Energieversorgung und insbesondere auch für den Ausbau der Elektromobilität. Das DLR hat in der Grundlagenforschung und in der anwendungsbezogenen Forschung ein breites Kompetenzspektrum an seinen Standorten Ulm, Stuttgart, Köln und Oldenburg aufgebaut. Ich freue mich, dass wir die Batterieforschung mit unserem langjährigen Partner, der TU Braunschweig, weiter ausbauen.”

Am Forschungsflughafen Braunschweig arbeiten das Niedersächsische Forschungszentrum für Fahrzeugtechnik (NFF) der TU Braunschweig und das DLR traditionell eng zusammen. “Die neue Kooperation verstärkt die Batterieforschung am Standort Braunschweig. Sie ergänzt das Gesamtkonzept, das unsere Spitzenforscher hier mit der Battery Lab Factory der TU Braunschweig entwickelt haben und das sich mit dem geplanten ‘Fraunhofer Center für Smarte Energiespeicher und Systeme’ in den kommenden Jahren noch weiterentwickeln wird”, erklärte Prof. Dr. Anke Kaysser-Pyzalla, Präsidentin der TU Braunschweig. “Wir wollen gemeinsam erforschen, welche Energiespeicher gerade für die Mobilität der Zukunft notwendig sind. Die nachhaltige und energieeffiziente Fortbewegung ist ein Schwerpunktthema der TU Braunschweig. Daher ist das DLR ein ausgezeichneter Partner für uns.”

Diagnoseverfahren und Einsatz neuartiger Materialien

Neben den DLR-Standorten Oldenburg, Ulm, Stuttgart und Köln, die bereits seit vielen Jahren im Bereich der Batterieforschung arbeiten, entsteht im Rahmen der Absichtserklärung ein neuer Zweig am DLR-Standort Braunschweig, der die bisherigen Aktivitäten in idealer Weise ergänzt. Die Forschungsarbeiten in den Materialwissenschaften, der Modellierung von Zellen und neuen Batteriekonzepten führen zu neuen Schwerpunkten bei technischen Materialsyntheseverfahren und deren Skalierung. So wird eine Verbindung zur Battery Lab Factory mit einer prototypischen Produktion neuartiger Batterietypen und zur Pilotfertigung neuer Materialien geschaffen. Ein weiterer gemeinsamer Forschungsschwerpunkt in Braunschweig soll die Entwicklung, Simulation und Diagnose von Batterien unter Einsatz neuartiger Materialien und Zellaufbauten für den stationären und mobilen Einsatz einschließlich der Strukturintegration werden. 

DLR und TU BS unterzeichnen Absichtserklärung für die Zusammenarbeit im Bereich der Batterieforschung. (v.l.n.r.) Prof. Dr.-Ing. Ulrike Klewer, Institutsleiterin der TU Braunschweig, Prof. Dr. Anke Kaysser-Pyzalla, Präsidentin der TU Braunschweig, Prof. Dr. Karsten Lemmer, DLR-Vorstandsmitglied für Energie und Verkehr sowie Bernhard Milow, Programmdirektor Energie.


 

Nachhaltigkeitsstudie zu deutschen Flughäfen

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

Nachhaltigkeitsstudie der Hochschule Fresenius zeigt: Frankfurt und Stuttgart sind Vorzeigeflughäfen

Köln, 8. November 2017

Nachhaltigkeitsstudie

In einer qualitativen Studie der Hochschule Fresenius, Fachbereich Wirtschaft & Medien in Köln, wurde untersucht, wie nachhaltig deutsche Flughäfen sind. Hierfür hat Benjamin Schwalm im Rahmen seiner Masterarbeit alle internationalen Verkehrsflughäfen in Deutschland befragt, von denen 80 Prozent antworteten. Das Ergebnis: Die großen Airports engagieren sich aktiv für Nachhaltigkeit, bei kleineren besteht allerdings noch Nachholbedarf.

Fluglärm, Luftschadstoffemissionen, Vergütung der Mitarbeiter oder der Schutz der biologischen Vielfalt: An einem Flughafen gibt es zahlreiche Bereiche, die mit dem Thema Nachhaltigkeit in Verbindung stehen. Der Frage, wie nachhaltig deutsche Flughafenbetreiber tatsächlich handeln, sind Benjamin Schwalm und die beiden Hochschulbetreuer Prof. Dr. Heinz Walterscheid und Prof. Dr. Frank Lasogga in ihrer Studie nachgegangen. Dazu wurden insgesamt 15 internationale deutsche Verkehrsflughäfen von Benjamin Schwalm mittels eines Onlinefragebogens befragt. Ergänzend führte Schwalm Experteninterviews mit ausgewählten Flughafenbetreibern durch. Dabei wurde untersucht, wie nachhaltig die Flughäfen in den Bereichen Ökologie, Soziales und Ökonomie agieren.

Flughafen Stuttgart ist besonders nachhaltig

Das Ergebnis: Den ökologischen Maßnahmen kommt an Flughäfen eine besonders hohe Bedeutung zu. So setzen bereits 55 Prozent der befragten Flughafen-Vertreter einen starken Fokus auf erneuerbare Energien. Besonders hervorzuheben ist hier der Flughafen Stuttgart: Durch den Bezug von erneuerbaren Energien ist es den Schwaben bereits heute gelungen, beim eigenen Energiebedarf kohlendioxidfrei zu operieren. Weiter zeigt die Studie, dass auch die soziale Nachhaltigkeit starke Beachtung findet. Geringe Personalfluktuation, übertarifliche Zusatzleistungen und positive Rückkehrraten nach der Elternzeit sind hierfür beispielhafte Indikatoren.

Im Vergleich zu den großen Airports weisen Flughäfen mit unter zehn Millionen Passagieren pro Jahr allerd ings deutlich weniger Konzepte, Standards und Zertifikate der Nachhaltigkeit auf. „Die kleineren Flughäfen müssen hier noch aufholen“, so Prof. Dr. Heinz Walterscheid, Studiendekan „Logistik & Handel“. So empfiehlt er auch, die drei Nachhaltigkeitsbereiche Ökologie, Soziales und Ökonomie miteinander zu verzahnen. Es sei absehbar, dass im Verdrängungswettbewerb nur diejenigen Flughäfen eine Chance hätten, die sich den Herausforderungen des nachhaltigen Handelns aktiv stellten. „Denn Nachhaltigkeit ist mittlerweile mehr Pflicht als Kür“, fasst Walterscheid die Bedeutung der Studie zusammen.

Quelle: Fresenius https://www.hs-fresenius.de


 

Greener Skies Ahead 2017

Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

Internationale Konferenz zum Thema „Klimaziele und die Zukunft der Luftfahrt“

Erik Lindbergh

 

Der Luftfahrtverband IASA e.V. veranstaltet im Umfeld des Climate Summit COP23 in Bonn die

Internationale Konferenz

“Greener Skies Ahead 2017”

 

zum Thema „Klimaziele und die Zukunft der Luftfahrt“ 

Damit soll

  • einerseits ein Schlaglicht auf die aktuellen Klima-Bemühungen der Luftfahrt und deren systembedingte Grenzen geworfen und
  • andererseits die reale Perspektive aufgezeigt werden, in Zukunft mit einem nahezu CO2-neutralen, rein synthetischen Treibstoff (PtL) einen deutlichen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele im Verkehrsbereich zu leisten.

Das Motto der Veranstaltung lautet „Mit den Mitteln der Gegenwart den Weg zu einer klimaschonenden Luftfahrt gestalten“.

Die Veranstaltung soll Lösungen und Wege aufzeigen, die Klimaziele zuverlässig und mit entsprechendem volkswirtschaftlichen Nutzen zu erreichen. Sie richtet sich damit nicht nur an Entscheider, Delegationen und die Branche selbst, sondern insbesondere auch an Medien und Multiplikatoren. Ziel der Veranstaltung ist es, ein

‘Bonner Signal’

zu setzen, dass in Zukunft ein weitgehend klimaneutraler Luftverkehr durchaus möglich ist, wenn die Weichen entsprechend gestellt werden. Das Thema bietet zudem die Möglichkeit, die diesbezüglichen technologischen und wissenschaftlichen Fähigkeiten Deutschlands lösungsorientiert herauszustellen.

sustainable aviation

In einer Abschlusserklärung (Resolution) wird im Hinblick auf Weltklimagipfel 2017 (Conference of the Parties, COP23, Bonn, 6. bis 17. November 2017) die Aufforderung formuliert, neben den einschlägigen luftfahrttechnischen und kompensatorischen Maßnahmen vor allem die Entwicklung und den Einsatz synthetischer, CO2-armer bzw. im Idealfall CO2-neutraler Treibstoffe (PtL) voranzutreiben.

Der medialen Begleitung der Konferenz wird im Vorfeld von COP23 besondere Bedeutung beigemessen.

Das Programm können Sie hier ansehen: GSA2017-Programm

Ticket sichern unter:
www.xing.com/events/greener-skies-ahead

 

alternativ können Sie sich auch mit diesem Faxformular anmelden.

 

Konferenzsprache: Englisch, Deutsch


 

Greener Skies Ahead 2017

Greener Skies Ahead

SAVE THE DATE – INVITATION – SAVE THE DATE – INVITATION – SAVE THE DATE

Please join us on October 26, 2017 for 

Sending a Message to the
UN Climate Change Conference, Bonn, Germany 2017

 

GREENER SKIES AHEAD 2017

International Conference on
Sustainable Solutions for a Sustainable Future of Aviation 

09:00 – 17:00
Deutsche Welle, Großer Sende- und Gremiensaal

Kurt-Schumacher-Str. 3
53113 Bonn, Germany

Ticket sichern unter: www.xing.com/events/greener-skies-ahead

Greener Skies Ahead 

IASA International Association for Sustainable Aviation e. V.

Godesberger Allee 70

53175 Bonn, Germany

www.iasaev.org

 

Nachhaltigkeit in der Luftfahrt - Sustainable Aviation

Eearth Overshoot Day: Leben auf ökologischem Pump

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

Unionspolitiker Lenz fordert mehr Anstrengung für Nachhaltigkeit

Baden-Baden, 01.08.2017: Deutschland hat beim nachhaltigen Umgang mit Ressourcen noch Hausaufgaben zu machen. Das sagte der Unionspolitiker Andreas Lenz (CSU) im Interview mit dem Südwestrundfunk (SWR) anlässlich des morgigen „Earth Overshoot Day“. An diesem Tag hat die Menschheit rein rechnerisch die zur Verfügung stehende Jahresmenge an Ressourcen verbraucht. Lenz, der dem Parlamentarischen Beirat für Nachhaltige Entwicklung angehört, verwies im SWR2-Tagesgespräch auf den Nationalen Klimaschutzplan und die darin enthaltenen klaren Vorgaben für CO2-Einsparungen. Insofern sei Deutschland Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit. Zugleich verlangte er, die formulierten Ziele auch ernst zu nehmen. Es könne nicht sein, dass man bei Verfehlen einer Zielvorgabe diese für die Zukunft „einfach nach oben schraube“, so Lenz wörtlich.

Zusätzliche Anstrengungen

Der Unionspolitiker räumte ein, dass Deutschlands aktuelle Anstrengungen nicht ausreichten. Die Bundesrepublik verbrauche pro Jahr an fossilen Brennstoffen so viel, „wie erdgeschichtlich in 500.000 Jahren angewachsen sind“ – da könne man nicht von einem „globalen Wirtschaften sprechen“. Hier sei der Gesetzgeber gefordert. Zugleich seien im Kampf gegen CO2- Emissionen europäische und globale Konzepte gefragt. Lenz verwies auf den Handel mit CO2- Emissions-Zertifikaten. Aus seiner Sicht wirke am schnellsten und wirkungsvollsten, CO2- Emissionen „mit einem angemessenen Preis zu versehen“.

Das „SWR2 Tagesgespräch“ führte Pascal Fournier.

Wortlaut des Live-Gesprächs:

Fournier: Für dieses Jahr lebt die Menschheit nur noch heute im ökologisch grünen Bereich, so haben es kalifornische Wissenschaftler berechnet. Wie wichtig ist ein solches symbolische Datum?

Lenz: Sie haben es ja schon gesagt, es ist ein symbolisches Datum, aber ich halte es trotzdem für wichtig. Gerade, wenn es um den Bereich der Nachhaltigkeit geht, dann geht es ja darum, dass wir nicht zu Lasten zukünftiger Generationen wirtschaften. Und natürlich machen wir das durch die Art und Weise, wie wir wirtschaften, im Moment schon, dass wir eben zu Lasten der zukünftigen Generationen momentan Ressourcen verbrauchen.

Fournier: Dieser Weltüberlastungstag oder Earth Overshoot Day wird seit Mitte der 80er Jahre berechnet. Damals lag er noch Mitte Dezember, und seither ist er jedes Jahr weiter nach vorne gerückt, das heißt, der Raubbau nimmt eher zu statt ab. Woran liegt das?

Lenz: Ja, jetzt kann man natürlich zunächst mal auch die Berechnungsgrundlage durchaus in Frage stellen. Da hat sich ja auch – gerade, wenn es um die Berechnung geht – einiges verändert, aber es ist natürlich auch so, dass letztlich global gesehen, wir ja nicht weniger an Ressourcen verbrauchen, sondern sogar mehr an Ressourcen verbrauchen. Da ist es zwar so, dass wir durchaus beispielsweise in Deutschland oder auch in anderen Ländern Anstrengungen unternehmen, aber natürlich auch die Entwicklungsländer ein Mehr an Ressourcen-Verbrauch verzeichnen, aber auch ein Mehr an Energiehunger natürlich zu Tage legen. Daher kommt es natürlich, dass wir letztlich mehr Ressourcen, auch immer noch zunehmend mehr Ressourcen verbrauchen, als eigentlich zur Verfügung stehen würden.

Fournier: Deutschland ist im weltweiten Verbrauch ein Großverbraucher, etwa wenn es um Flächen geht oder um den CO2-Ausstoß. Wo sehen Sie denn deutsche Anstrengungen, den Ressourcen-Verbrauch deutlich zurückzuschrauben?

Lenz: Wir haben natürlich eigene Klimakonzepte, wir haben Einsparprogramme, wir binden uns natürlich auch an die Vereinbarungen der Pariser Verträge. Aber trotzdem hat natürlich auch Deutschland Hausaufgaben zu machen. Auch wenn wir oft natürlich Vorreiter sind oder uns auch als Vorreiter bezeichnen, gibt es auch in Deutschland durchaus Hausaufgaben noch zu machen. Wir brauchen natürlich gerade für die Zukunft noch verstärkte Anstrengungen, dass wir eben auch bei der Einsparung, gerade wenn es um CO2 geht, voran schreiten.

Fournier: Was für Maßgaben?

Lenz: Natürlich ist der Gesetzgeber gefordert. Wir haben in der letzten Legislatur einen Klimaschutzplan auch umgesetzt, der die einzelnen Sektoren auch mit einzelnen Maßnahmen versieht. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber es darf natürlich nicht so sein, dass letztlich je weiter wir in der Zeit voran schreiten, dass da umso ambitionierter die Ziele werden, also das heißt, wenn ein Ziel nicht erreicht wird, dann wird es einfach für die Zukunft nach oben geschraubt. Das kann natürlich nicht sein. Wir müssen unsere Ziele ernst nehmen und dann natürlich auch ein Bewusstsein schaffen, dass jeder letztlich auch verantwortlich ist, diese Ziele zu erreichen.

Fournier: Sind die Ziele denn ambitioniert genug, denn national heruntergebrochen hat Deutschland seinen jährlichen Ressourcen-Anteil eigentlich sogar schon Ende April aufgebraucht? Also bräuchten wir nicht sehr viel radikalere Vorgaben?

Lenz: Wenn die Ziele tatsächlich umgesetzt werden, dann ist Deutschland durchaus ambitioniert, durchaus Vorreiter. Wir haben, gerade wenn es um die CO2-Einsparung geht, bis 2020 ein Ziel von 40 Prozent, bis 2050 von über 80 Prozent Einsparungen. Das zu erreichen, das ist an sich schon eine sehr, sehr große Herausforderung, aber es ist natürlich so, dass gerade die westlichen Industrienationen auch, wenn man es global betrachtet, ja mehr Ressourcen beanspruchen als die sich entwickelnden Länder.

Fournier: Ich muss nochmal nachfragen, Herr Lenz: Was sind aus Ihrer Sicht die Stellschrauben, mit denen sich am schnellsten und am wirkungsvollsten gegensteuern ließe?

Lenz: Am schnellsten ging es meiner Meinung nach, gerade wenn man auch das klimaschädliche CO2 auch mit einem angemessenen Preis versehen würde. Da sind wir natürlich auf nationaler Ebene gefragt. Wir brauchen aber auch europäische Konzepte, wir brauchen auch globale Konzepte. Deutschland ist in dem Zusammenhang keine Insel. Wenn es um den Ressourcen-Verbrauch geht, dann ist Deutschland meiner Meinung nach gut aufgestellt. Wir haben eine funktionierende Kreislaufwirtschaft. Aber alleine nochmal auf das CO2 zurückzukommen: Wir haben mittlerweile den höchsten gemessenen Wert seit 650 Jahren. Wir haben erdgeschichtlich die Situation, dass wir in einem Jahr so viele fossile Brennstoffe verbrauchen, wie erdgeschichtlich innerhalb von 500-tausend Jahren angewachsen sind, und da kann man natürlich insgesamt nicht von einem globalen Wirtschaften sprechen. Deswegen ist es umso wichtiger, dass die Maßnahmen auch umgesetzt werden.

Fournier: Sie sind Mitglied im Parlamentarischen Beirat für nachhaltige Entwicklung. Finden Sie denn bei den politischen Entscheidungsträgern ausreichend Gehör?

Lenz: Also ich denke schon, dass das Thema Klimaschutz in Deutschland, aber auch global, zur Chefsache gemacht wurde. Wenn wir an die G7-Konferenz in Elmau denken, wo ja das Jahrhundert der Dekarbonisierung ausgerufen wurde, wenn wir auch an das Pariser Klimaschutzabkommen denken oder jetzt auch an G20, dann hat das Thema schon einen hohen Stellenwert. Aber Sie haben natürlich Recht, das ist ein Dauerthema, und häufig könnte man schon denken, auch anhand der kurzfristigen Entscheidungsprozesse, denen die Politik unterliegt, dass es häufig natürlich von tagesaktuellen Themen überschattet wird. Aber es ist ein Dauerthema und deswegen umso wichtiger, dass wir die Ziele ernst nehmen, aber dass wir auch das Bewusstsein bei jedem einzelnen eben stärken.

– Ende Wortlaut –

Deutsche Flughäfen sind Branchenführer beim Klima- und Umweltschutz

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

Tag der Umwelt – Deutsche Flughäfen sind Branchenführer beim Klima- und Umweltschutz

 

  • Deutsche Flughäfen vermelden starke Fortschritte beim Klimaschutz.
  • Seit 2010 haben die deutschen Airports ihre CO2-Emissionen absolut um fünfzehn Prozent gesenkt.Und das, obwohl die Passagierzahlen im gleichen Zeitraum um knapp achtzehn Prozent gestiegen sind.

 

Hierzu erklärt ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel: „Die deutschen Flughäfen nehmen beim Umwelt- und Klimaschutz eine Spitzenposition ein und gehören zu den Vorreitern einer ganzen Branche in Europa. Die freiwilligen Reduktionsziele der ADV-Flughäfen tragen einen wichtigen Teil dazu bei, die nationalen Vorgaben umzusetzen. Auch außerhalb ihres direkten Einflussbereiches engagieren sich die Flughäfen für den Klimaschutz: Über emissionsabhängige Start- und Landeentgelte setzen sie den Airlines Anreize für den Einsatz der saubersten Flugzeuge“.

Der Tag der Umwelt an diesem Pfingstmontag steht unter dem Motto „Umwelt macht natürlich glücklich”. Der Verlust der biologischen Vielfalt zählt neben dem Klimawandel zu den größten Herausforderungen unserer Zeit. Der Erhalt und die Förderung von Biodiversität ist längst zu einem gesellschaftspolitischen und wirtschaftlichen Thema von internationaler Bedeutung geworden. Die ADV-Flughäfen realisieren, unterstützen und fördern seit Jahren zahlreiche naturschutzfachliche Maßnahmen in der Umgebung und an den Flughäfen.

Wie vielfältig der Lebensraum Flughafen ist und was die Flughäfen dafür tun, zeigt die ADV-Broschüre „Naturschutz im Blick“: http://www.adv.aero/fachbereiche/umwelt/naturschutz/

Seit 2016 unterstützen die ADV-Flughäfen die Dialogplattform Unternehmen Biologische Vielfalt 2020 des Bundesumweltministeriums. Im Rahmen von Unternehmen Biologische Vielfalt 2020 engagieren sich das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) mit dem Bundesamt für Naturschutz (BfN), Wirtschaftsverbänden und Naturschutzorganisationen für eine Trendwende beim Verlust der biologischen Vielfalt.

Quelle: Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV)


 

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