Greener Skies Ahead 2019

sustainable aviation

SAVE THE DATE

 

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitglieder, Freunde und Partner der IASA,

 

synthetische, mittels ‘grünem Strom’ gewonnene Treibstoffe (PtL) wie auch neue Elektro- und Hybrid-Technologien eröffnen erstmals die Möglichkeit, den Luftverkehr der Zukunft CO2-arm, im Idealfall sogar weitestgehend klimaneutral zu gestalten!

Um über aktuelle Perspektiven für eine ökologisch wie ökonomisch nachhaltige Zukunft der Luftfahrt zu informieren und neue Lösungsansätze zu diskutieren, laden wir Sie hiermit freundlichst zur Konferenz

 

GREENER SKIES AHEAD GSA2019

Solutions for Sustainable Aviation

10th International Conference on Sustainable Aviation and the Future of Air Transport

November 19, 2019, 10:00 – 17:30

Wissenschaftszentrum Bonn

Konferenzraum K1/K2

Ahrstr. 45, 53113 Bonn, Germany

 

ein. Im Fokus der vom Bundesministerium für Umwelt und dem Umweltbundesamt (UBA) geförderten Konferenz stehen innovative Konzepte zur realen, möglichst ganzheitlichen Verbesserung des Klimaschutzes in der Luftfahrt.

Die GSA2019 richtet sich an alle, die in der Luftfahrt Verantwortung tragen. Sie ist damit ein Appell an Entscheidungsträger in Politik, Gremien und Wirtschaft zu zeitnahem Handeln.

Mit ihren vielfältigen Informations- und Kontaktangeboten bietet die GSA2019 zudem beste Möglichkeiten zum professionellen Networking.

Save the date! Jetzt anmelden und Teilnahme sichern!

 

CO2-neutraler Treibstoff aus Luft und Sonnenlicht

Beitrag zum Klimaschutz

13.06.2019 | Medienmitteilung

Forschende der ETH Zürich haben die Technologie entwickelt, die aus Sonnenlicht und Luft flüssige Treibstoffe herstellt. Zum ersten Mal weltweit demonstrieren sie die gesamte thermochemische Prozesskette unter realen Bedingungen. Die neue solare Mini-Raffinerie steht auf dem Dach des Maschinenlaboratoriums der ETH Zürich.

CO2-neutrale Treibstoffe sind für eine nachhaltigere Luft- und Schifffahrt von zentraler Bedeutung. ETH-Forschende haben eine solare Anlage gebaut, mit der sich synthetische flüssige Treibstoffe herstellen lassen, die bei der Verbrennung nur so viel CO2 freisetzen, wie zuvor der Luft entnommen wurde. CO2 und Wasser werden direkt aus der Umgebungsluft abgeschieden und mit Solarenergie aufgespalten. Das Produkt ist Syngas, eine Mischung aus Wasserstoff und Kohlenmonoxid, welches anschliessend zu Kerosin, Methanol oder anderen Kohlenwasserstoffen verarbeitet wird. Diese können direkt in der bestehenden globalen Transportinfrastruktur verwendet werden.

«Mit dieser Anlage beweisen wir, dass die Herstellung von nachhaltigem Treibstoff aus Sonnenlicht und Luft auch unter realen Bedingungen funktioniert», erklärt Aldo Steinfeld, Professor für Erneuerbare Energieträger an der ETH Zürich, der die Technologie mit seiner Forschungsgruppe entwickelt hat, und betont die Besonderheit der Anlage: «Das thermochemische Verfahren nutzt das gesamte Sonnenspektrum und läuft bei hohen Temperaturen ab. Dies ermöglicht schnelle Reaktionsgeschwindigkeiten und einen hohen Wirkungsgrad.» Die Forschungsanlage steht mitten in Zürich und dient der ETH Zürich dazu, die Forschung an nachhaltigen Treibstoffen vor Ort voranzutreiben.

Kleine Demonstrationsanlage – grosses Potential

Die solare Mini-Raffinerie auf dem Dach der ETH beweist die Umsetzbarkeit der Technologie – selbst unter den klimatischen Verhältnissen in Zürich – und produziert rund einen Deziliter Treibstoff pro Tag. Steinfeld und seine Gruppe sind bereits daran, den Solarreaktor im grossen Massstab im Rahmen des EU-Projekts sun-to-liquid in der Nähe von Madrid zu testen. Zeitgleich mit der Zürcher Mini-Raffinerie wird die Madrider Solarturm-Anlage heute der Öffentlichkeit präsentiert.

Solare Mini-Raffinerie
Die Forschungsanlage steht auf dem Dach des ETH-Gebäudes an der Sonneggstrasse. (Bild: ETH Zürich / Alessandro Della Bella)

Das nächste Ziel ist, die Technologie auf industrielle Grösse zu skalieren und Wettbewerbsfähigkeit zu erreichen. «Eine Solaranlage von einem Quadratkilometer Fläche könnte pro Tag 20‘000 Liter Kerosin produzieren. Theoretisch kann man mit einer Anlage auf der Fläche der Schweiz oder eines Drittels der Mojave-Wüste in Kalifornien den Kerosin-Bedarf der gesamten Luftfahrt decken. «Ziel ist, dass wir in Zukunft mit unserer Technologie effizient nachhaltige Treibstoffe produzieren und so zur Verringerung des weltweiten CO2-Ausstosses beitragen», sagt Philipp Furler, Direktor (CTO) von Synhelion und ehemaliger Doktorand in Steinfelds Gruppe.

ETH Gas to Liquid Versuchsreaktor am Dienstag, 6.5.2019 in Zuerich. (ETH/Alessandro Della Bella)

Bereits zwei Spin-offs

Aus der Forschungsgruppe von Aldo Steinfeld sind zwei Spin-offs hervorgegangen: Synhelion entstand 2016 und arbeitet daran, die Technologie zur Herstellung von Solartreibstoffen auf den Markt zu bringen. Climeworks wurde bereits 2010 gegründet und kommerzialisiert die Technologie zur Abscheidung von CO2 direkt aus der Luft.

Quelle: ETH-Zürich

Demnächst Steuerfreiheit für synthetische Kraftstoffe?

Power to Liquid

Die Herstellung von synthetischen, CO2-neutralen Kraftstoffen ist derzeit noch teurer als die entsprechenden fossilen Kraftstoffe. Die oft gehörten Aussagen, dass PtL-Kraftstoffe völlig unerschwinglich sind, da sie zwischen 5 und 10 Euro pro Liter kosten würden, sind so jedoch nicht richtig. Wenn die Rahmenbedingungen stimmen und wenn vor allem der benötigte Strom aus Erneuerbaren Energien selbst erzeugt werden kann, dann liegt der mögliche Preis bereits heute bei rund 2 Euro.

Wenn nun noch die Besteuerung dieser PtL-Treibstoffe entfallen würde, dann wäre eine rasche Verbreitung sehr schnell möglich. Genau das bringen nun Politiker ins Gespräch. Wir unterstützen diese Initiativen ausdrücklich und hoffen, dass auf diese guten Worte auch die entsprechenden Taten folgen.

Mehr dazu finden Sie in unserem aktuellen PtL-Newsletter, den Sie hier finden: https://iasaev.org/wordpress/de/archiv-ptl-newsletter/

Unterstützen Sie unsere Idee einer nachhaltigen Luftfahrt und die damit verbundenen Projekte der IASA. Mit dem Abonnement unseres PtL-Newsletters machen Sie einen ersten Schritt in dieser Richtung. Den Newsletter können Sie unter power-to-liquid.org beziehen.

 

Jetzt Produktion klimafreundliche Flugtreibstoffe fördern

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

IASA will Power-to-Liquid-Projekte (PtL) beschleunigen

Seit nunmehr fünf Jahren wirbt IASA für die Einführung klimafreundlicher, im Idealfall sogar CO2-neutraler Flugtreibstoffe auf sogenannter PtL-Basis. Die Aussicht auf eine mögliche Befreiung von der Energiesteuer ist geeignet, so IASA, die kommerzielle Realisierung von Power-to-Liquid-Projekten (PtL) erheblich zu beschleunigen. Mittels der sogenannten „Fischer-Tropsch-Synthese“ gewonnenes Kerosin ist schon heute nach der internationalen Normierungsbehörde ASTM für eine bis zu 50-prozentige Beimischung zu fossilem Kerosin (blend) in der Luftfahrt zugelassen. Der Kraftstoff ist „drop-in-fähig“, erfordert also keinerlei Modifikationen an Triebwerken oder Fluggerät. Die Technologie zur Herstellung dieser innovativen Kraftstoffe ist in Deutschland vorhanden und weitestgehend marktreif.

Die Kosten für synthetisches Kerosin liegen jedoch derzeit noch – teils auch aufgrund der Energiesteuer – deutlich über denen des fossilen Kerosins Jet A1. Ein Fortfall der Besteuerung würde die Einführung klimaschonender Kraftstoffe in den von der Steuer betroffenen Segmenten erleichtern und damit helfen, derartige Kraftstoffe auf breiter Basis einzuführen.

Die IASA unterstützt derzeit mehrere Demonstrationsprojekte in Deutschland zur Erzeugung von synthetischem, klimaneutralen Flugtreibstoff. Da in der Öffentlichkeit dieses klimaschonende und nachhaltige Verfahren noch weitgehend unbekannt ist, benötigen „PtL-Leuchtturmprojekte“ noch eine breite Unterstützung, insbesondere durch die Nutzer der Luftfahrt, die Passagiere. IASA appelliert  daher an alle Interessenten einer nachhaltigen Luftfahrt, entsprechende PtL-Initiativen und Projekte zu unterstützen. Für weitergehende Informationen siehe  https://iasaev.org oder www.power-to-liquid.org

Das Interview mit dem bayerischen Ministerpräsidenten, Dr. Markus Söder ist unter folgendem Link abrufbar: Mediathek des Bayerischen Fernsehens (BR)

Söder: Umstieg auf synthetische Kraftstoffe belohnen

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

Bayerischer Ministerpräsident will Energiewende im Verkehr beschleunigen

München, 30. Mai 2019: Der bayerische Ministerpräsident will die Energiewende im Verkehr beschleunigen. In der ‘Münchner Runde’ des Bayerischen Fernsehens sprach sich Dr. Markus Söder am 30. Mai für eine Steuerbefreiung EE-strombasierter synthetischer Kraftstoffe aus.

Schwerpunkt der Diskussion mit dem bayerischen Landesvater war das Ergebnis der Europawahl. Die Wahl, so Söder, habe verdeutlicht, dass die Mehrzahl der Wähler in Deutschland mehr Klimaschutz wolle. In diesem Kontext verwies Söder auch auf die Wirkungslosigkeit einer sogenannten Ökosteuer und die Tatsache, dass Steuern dieser Art nur dem Staat Einnahmen verschaffen, in Punkto CO2-Reduzierung aber wirkungslos bleiben.

Statt Verkehrsteilnehmer zu bestrafen will der bayerische Ministerpräsident Anreize für mehr Klimaschutz schaffen und klimafreundliches Verhalten belohnen. Man müsse dem Verkehrsteilnehmer klimafreundlichere Alternativen anbieten, wenn man eine schnelle Energiewende im Verkehr wünsche. In diesem Zusammenhang plädierte Söder für mehr Innovation im Verkehrssektor und vor allem für intelligente Anreizsysteme, die eine möglichst große Breitenwirkung erzielen. Söder: „Das Konzept zu glauben, mit Strafe etwas zu erreichen, halte ich für falsch! Wir müssen ein intelligentes Angebot der Anreize setzen!“  Dies gelte auch für den Umstieg auf synthetische, klimaneutrale Kraftstoffe, für die er sich – so Söder – am Ende eine komplette Steuerfreiheit vorstellen könne.

IASA begrüßt Söder Vorstoß

Als Verband zur Förderung der Nachhaltigkeit in der Luftfahrt begrüßt die IASA ausdrücklich den Vorstoß des bayerischen Ministerpräsidenten, klimafreundliche Kraftstoffe steuerlich zu begünstigen bzw. von der Energiesteuer freizustellen! Ein klares politisches Bekenntnis zu verantwortungsbewusster Mobilität sei aus Sicht der IASA heute wichtiger denn je. Wenn man Wettbewerbsfähigkeit, Wirtschaft und Wohlstand in unserem Land nicht gefährden wolle, führe der Weg zu mehr Klimaschutz vor allem über mehr Innovation und nicht über Verbote. Dies gelte insbesondere für den Luftverkehr, der noch auf lange Sicht auf Kraftstoffe hoher Energiedichte angewiesen sei – ein Problem, das sich derzeit nur über EE-strombasierte, CO2-arme bzw. CO2-neutrale Kraftstoffe aus Erneuerbaren Energien lösen lasse.

Förderung strombasierter Kraftstoffe

strombasierte Kraftstoffe

Landesflughafen fördert neue Verbindungen und emissionsarmes Fliegen

Flughafen Stuttgart, 09.05.2019

Am Flughafen Stuttgart gelten ab dem 01. Juli 2019 neue Preise für Starts und Landungen. Damit soll der Ausbau des Streckennetzes und der Einsatz innovativer Techniken wie z.B. elektrische Antriebe oder strombasierte Kraftstoffe gezielt gefördert werden. Dazu wird transparent gemacht, welche Unterstützung Airlines für neue Ziele erwarten dürfen. Eine neue Entgeltordnung wurde dafür Ende Januar 2019 beim Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg eingereicht und von der Behörde nun genehmigt.

Nachhaltigkeit und Klimaschutz fördern

Verkehrsminister Winfried Hermann, Aufsichtsratsvorsitzender des Flughafen Stuttgart, lobte die neue Entgeltordnung als wichtigen Beitrag zu Transparenz und Diskriminierungsfreiheit. Er sagte: „Darüber hinaus wird eszukünftig noch mehr darum gehen, Nachhaltigkeit und Klimaschutz durch entsprechende Entgeltanreize zufördern.“

Walter Schoefer, Sprecher der Geschäftsführung der Flughafen Stuttgart GmbH (FSG), begrüßte die Neufassung: „Wir haben gemeinsam mit unseren Airlinepartnern über viele Jahre hinweg unsere Konnektivität im Interesse der Menschen und des Wirtschaftsstandorts ausgebaut. Damit die Region auch zukünftig wettbewerbsfähig bleibt, müssen wir weiter an unserem Mobilitätsangebot arbeiten. Gleichzeitig muss das Fliegen so schnell wie möglich klimafreundlicher werden. Die neue Entgeltordnung ist einer der Bausteine dazu, mit de- nen wir als Infrastrukturanbieter dafür Anreize setzen können.“

Dr. Arina Freitag, Geschäftsführerin der Flughafen Stuttgart GmbH sagte: „Mit der neuen Entgeltordnung sind wir deutschlandweit der erste Airport, der mit diesem Instrument den Einsatz von alternativem Kerosin und elektrisches Fliegen fördert. Gleichzeitig belohnen wir die Aufnahme neuer Strecken und gut ausgelastete Maschinen. Nachhaltigkeit heißt für uns auch, dass wir langfristig denken und uns an den Bedürfnissen aller Stakeholder orientieren. Für unsere Fluggäste wollen wir unser Streckennetz nachhaltig weiterentwickeln, für unsere Nachbarn fördern wir möglichst leises Fluggerät. “

strombasierte Kraftstoffe

In der neuen Entgeltordnung für die Airlines werden für leisere Flugzeugtypen günstigere Gebühren fällig, während für lautere Flugzeuge deutlich höhere Preise gelten. Flugbewegungen in den Tagesrandzeiten, also nach 22 Uhr, werden mindestens doppelt so teuer als bisher. Flugzeuge mit elektrischen Antrieben werden zukünftig ein Jahr lang gratis in Stuttgart landen dürfen. Darüber hinaus wird der Einsatz von alternativen Treibstoffen gefördert. Ziel der strategischen Anpassung ist es, den Airlines langfristige Anreize für die An- schaffung besonders leiser und klimafreundlicher Flugzeuge zu setzen. Mit den Entgelten finanziert der Flughafen seine Infrastruktur wie Flugbetriebsflächen und Terminals.

Treibstoff für klimaneutrales Fliegen

nachhaltige Luftfahrt

Verbundprojekt „PowerFuel“ bereitet am KIT Markteinführung von synthetischem Kerosin aus erneuerbarem Strom und Kohlendioxid aus der Luft vor

19.12.2018

Fliegen ist energieintensiv, gleichzeitig nimmt der Luftverkehr stetig zu – mit negativen Folgen für das Weltklima. Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und die Firma Ineratec, ein Spin-Off des KIT, erproben jetzt gemeinsam mit weiteren Partnern aus Wirtschaft und Forschung die Herstellung von synthetischen klimaneutralen Kraftstoffen für den Luft-, Schwerlast- und Schiffsverkehr.

„Wir brauchen dringend CO2-freie Mobilität“, sagt Professor Roland Dittmeyer, Leiter des Instituts für Mikroverfahrenstechnik (IMVT) des KIT. In Deutschland stammt rund ein Fünftel der klimaschädlichen Emissionen aus dem Verkehr. Abhilfe schaffen könnten Elektroan- triebe – sofern sie mit CO2-freiem Strom gespeist würden. Das Problem: In der Luftfahrt oder im Seeverkehr ist Elektromobilität nur bedingt tauglich. Die Lösung: Synthetische Kraftstoffe aus dem Treibhausgas CO2 und erneuerbarem Strom. Geplant ist die Gewinnung von CO2 aus der Umgebungsluft mit einer Direct-Air-Capture-Anlage der Firma Climeworks. Die Elektrolyse-Technologie, mit der durch Strom aus Wasser der benötigte Wasserstoff erzeugt wird, stammt von Siemens.

Im Projekt PowerFuel wird am KIT in einer von Ineratec entwickelten Pilotanlage CO2 mit Wasserstoff schließlich in Synthesegas umgewandelt. „Aus letzterem wird im Reaktor flüssiger Kraftstoff erzeugt“, sagt Ineratec-Geschäftsführer Tim Böltken. Durch dieses Power-to- Liquid-Verfahren lässt sich nahezu klimaneutraler Treibstoff wirtschaftlich herstellen. Die Energieversorgung aus erneuerbaren Quellen unterliegt naturbedingten Schwankungen. Durch den Einsatz der kompakten chemischen Reaktoren von Ineratec direkt vor Ort soll auf diese Schwankungen optimal reagiert werden und Strom, der bisher ungenutzt blieb in flüssigen Krafstoffen gespeichert werden. „Zudem haben unsere synthetischen Kraftstoffe im Vergleich zu konventionellem Benzin, Diesel oder Kerosin sogar bessere Verbrennungseigenschaften“, sagt Böltken. Die Qualität der synthetischen Treibstoffe sowie der Einsatz in verschiedenen Verkehrssektoren werden vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Firma Aviation Fuel Projects Consulting untersucht und beurteilt. In der Pilotphase soll die Anlage 200 bis 300 Liter Kraftstoff am Tag produzieren.

nachhaltige Luftfahrt

Kompakte Anlagen, mit denen sich überall klimaneutraler Treibstoff herstellen lässt, könnten die Verkehrswende beschleunigen. (Foto: KIT, PPQ)

Parallel zum Betrieb des Anlagenverbunds führen Siemens, Bauhaus Luftfahrt und die TU Hamburg Energiesystemanalysen des gesamten Anlagenverbunds durch, welche durch Simulationen basierend auf Strommarktmodellen unterstützt werden. Zusätzlich soll analysiert werden, wie der synthetisch erzeugte Kraftstoff in Verkehr gebracht werden kann.

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.

Details zum KIT-Zentrum Energie: http://www.energie.kit.edu

Quelle: KIT


 

ELEMENT EINS

Power to Liquid

Gasunie, TenneT und Thyssengas steigen in konkrete Planung für grüne Sektorkopplung mit Power-to-Gas ein

  • Strom- und Gasnetzbetreiber planen Bau einer 100 MW Power-to-Gas-Anlage in Niedersachsen
  • Anlage soll Sektoren Energie, Verkehr und Industrie koppeln
  • Power-to-Gas kann helfen das Stromnetz zu stabilisieren, die Abregelung von Windenergie zu begrenzen und künftigen Netzausbaubedarf zu begrenzen

 

Bayreuth, Dortmund, Hannover, 16. Oktober 2018.

„Nägel mit Köpfen“ wollen der Übertragungsnetzbetreiber TenneT und die Fernleitungsnetzbetreiber Gasunie Deutschland und Thyssengas bei der Kopplung von Strom- und Gasnetzen für die Energiewende machen. Die drei Netzbetreiber planen in Niedersachsen den Bau einer mit 100 Megawatt bis dato größten deutschen Power-to-Gas-Pilotanlage. In Betracht kommen Standorte im Bereich der TenneT-Umspannwerke Diele und Conneforde, in denen vor allem Offshore-Windstrom aus der Nordsee gesammelt und weiterverteilt wird.

Mit dem Pilotprojekt „ELEMENT EINS“ wollen die beteiligten Unternehmen erste Erfahrungen mit Power-to-Gas-Anlagen im industriellen Maßstab sammeln. Die Pilotanlage soll schrittweise ab 2022 ans Netz gehen und grünen Strom in Gas umwandeln, um so neue Speicherpotenziale für erneuerbaren Strom zu erschließen. Den Partnern geht es dabei um die umfassende Kopplung der Sektoren Energie, Verkehr und Industrie. So kann der in Gas umgewandelte Grünstrom nicht nur über bestehende Gasleitungen von der Nordsee ins Ruhrgebiet transportiert, sondern unter anderem auch über Wasserstoff-Tankstellen für Mobilität und über die Speicherung in Kavernen für die Industrie zur Verfügung stehen.

Der niedersächsische Umwelt- und Energieminister Olaf Lies sagte zu dem Projekt: „Das ist ein ganz wichtiges Signal für das Energieland Niedersachsen. Der Ausbau von Windenergie an Land und auf See schreitet voran. Allerdings dürfen wir die Energiewende nicht ausschließlich als Stromwende betrachten. Gerade der Sektorkopplung kommt eine herausragende Bedeutung zu. Ich begrüße es sehr, dass wichtige Player der Energiewende jetzt dabei aktiv werden. Das ist das richtige Signal. Einzelne Industrieunternehmen sind bereits am Thema Power-to-Gas dran. Wichtig ist es jetzt, dass wir industriepolitische Maßstäbe der Anlagen realisieren. Das ist hierbei der Fall. Gerade die Verbindung von Strom- und Gasnetz bietet große Entwicklungspotenziale. Aber auch die Nutzung des grünen Wasserstoffs für Mobilität, Wärme und Industrie bietet enorme Chancen. Wie dürfen nicht zu einseitig nur den Strombereich betrachten. Nur so erhalten wir eine Technikvielfalt und sind auch bei den engagierten Unternehmen breit aufgestellt.“

Die Partner haben das Projekt „ELEMENT EINS“ bereits dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Thomas Bareiß (MdB), vorgestellt. Dieser zeigte sich hochinteressiert an dem Projekt: „Ich bin überzeugt, dass die Nutzung von erneuerbarer Energie als Wasserstoff eine wichtige Antwort auf noch offene Fragen der Energiewende sein wird“, so Bareiß. Er unterstütze daher die Initiative der drei Unternehmen ausdrücklich.

Für TenneT hat Power-to-Gas großes Potenzial, da so dem Stromnetz dringend benötigte Flexibilität zur Verfügung stehen kann. „Wir brauchen leistungsfähige Speichertechnologien, um das ambitionierte Ausbauziel für erneuerbare Energien 2030 zu realisieren. Wenn wir große Mengen an erneuerbarem Strom speichern können, entlasten wir das Stromnetz. Das hilft uns, die teure Abregelung von Windanlagen zu begrenzen und macht die Stromversorgung sicherer“, sagte Lex Hartman, Geschäftsführer von TenneT, und fügte hinzu: „Mehr Speicherung von grünem Strom bedeutet für die Zeit nach 2030 auch weniger zusätzlichen Netzausbau.“ Das innovative Projekt gehört zum umfangreichen Innovationsprogramm des Übertragungsnetzbetreibers, mit dem er Möglichkeiten untersucht, um mehr Flexibilität für den sicheren Netzbetrieb verfügbar zu machen.

„Wir müssen jetzt ‘Power-to-Gas geben‘, um unsere Klimaschutzziele in 2030 und 2050 tatsächlich auch erreichen zu können“, sagte Jens Schumann, Geschäftsführer der Gasunie Deutschland. „Gerade das Thema Sektorkopplung, mit dem eine intelligente Verbindung der Gas-, Strom-, Wärme- und Mobilitätsinfrastrukturen volkswirtschaftlich sinnvoll weiterentwickelt werden kann, bietet in diesem Zusammenhang ein großes, bislang noch nicht umgesetztes Potenzial. Der Power-to-Gas-Technologie kommt hier eine große Bedeutung zu, denn diese ermöglicht eine praktische Lösung für die Verbindung bislang getrennter Infrastrukturen.“

„Mit dem Bau einer Power-to-Gas-Großanlage ist auch klar, dass die Energiewende eine Ingenieursaufgabe werden muss, soll sie denn gelingen. Technische Innovationen und die sektorübergreifende Suche nach tragfähigen Engineering-Lösungen sind die entscheidenden Erfolgsfaktoren für die Energiewende. Wenn wir den Mut haben, unsere technischen Stärken hier zielgerichtet zusammenzuführen, dann werden wir am Ende auch erfolgreich sein. Für die profitable Entfaltung technischen Know-hows brauchen wir jetzt den nötigen Rahmen“, so Dr. Thomas Gößmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Thyssengas GmbH.

Power to Liquid

Hintergrund
Erneuerbare Energien speisen wetterabhängig ein und sind damit nicht immer verfügbar. Bis heute gibt es keine technisch und wirtschaftlich überzeugende Lösung zur Speicherung großer Mengen elektrischer Energie. Power-to-Gas kann hier einen Beitrag leisten, da entsprechende Anlagen regenerativen Strom in Gas (grüner Wasserstoff oder Methan) umwandeln, das über die Gasnetze transportiert oder gespeichert werden kann. Der in Gas umgewandelte regenerative Strom kann so in anderen Sektoren eingesetzt werden und damit dazu beitragen, die Energiewende zu beschleunigen.

Quelle: TenneT

VMK will synthetische, strombasierte Kraftstoffe auf EU- Flottenverbrauchswerte anrechnen lassen

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

Althusmann: Niedersachsen wird von steigender Nachfrage innovativer Treibstoffe profitieren

19.10.2018

Niedersachsens Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann begrüßt einen Beschluss der Verkehrsministerkonferenz (VMK), der fordert, dass es den Automobilherstellern künftig erlaubt sein soll, sich auch durch synthetische, strombasierte Kraftstoffe erzielte CO2- Einsparungen auf ihre Flottenverbrauchswerte anrechnen zu lassen.

Althusmann: „Die Anrechnungsmöglichkeit synthetischer, aus erneuerbaren Energien hergestellter Kraftstoffe wie etwa Wasserstoff auf die CO2-Emissionen würde der Produktion und Weiterentwicklung innovativer Treibstoffe in einem Energieland wie Niedersachsen einen großen Schub verleihen. Eine steigende Nachfrage nach strombasierten Kraftstoffen ist gleichzeitig die Voraussetzung, um die zukunftsweisenden Power-to-X-Technologien auch in Niedersachsen in industriellem wie auch mittelständischem Rahmen aufzubauen.“

Bislang zielen die Flotten-Emissionsvorgaben der EU vor allem auf verstärkte Anstrengungen der Automobilhersteller bei der E-Mobilität ab: So gelten E-Fahrzeuge innerhalb der Berechnung grundsätzlich als emissionsfrei, auf wenn der eingesetzte Strom zum Teil fossil erzeugt wird.

Minister Althusmann: „Der Absatz von Elektrofahrzeugen verläuft trotz verschiedener Prämienanreize bislang schleppend. Den Automobilherstellern in Deutschland drohen massive Strafzahlungen, wenn sie die Emissionsziele nicht einhalten. Der Einsatz synthetischer, strombasierter Kraftstoffe kann dazu beitragen, Treibhausgase zu reduzieren und die Automobilindustrie mit etwa 1 Million Arbeitsplätzen – davon rund 200.000 allein in Niedersachsen – vor erheblichen wirtschaftlichen Nachteilen zu bewahren.“

Der VMK-Beschluss wird der EU über die Bundesregierung übermittelt.

Quelle: Niedersächsisches Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung

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