VoltAero takes e-aviation to new heights

IASA e.V. - sustainable Aviation

Cassio aircraft flight testing is underway with Safran’s ENGINeUS™ electric motors

March 10, 2020

Médis, France – VoltAero has marked a significant milestone in developing its all-new family of Cassio e-aircraft with initiation of flight testing using Safran Electrical & Power’s ENGINeUS™ smart electric motors.

This testing is a major step toward validating the electric and hybrid-electric powertrains for Cassio aircraft. It keeps the company on track in evolving a family of airplanes with four to nine seats, tailored for operation by private owners, air taxi/charter companies, in commercial flights for point-to-point regional travel, and in various utility-category applications.

“I am very pleased with the testing as we accumulate time aloft and open up the aircraft’s flight envelope,” said Jean Botti, VoltAero’s CEO and Chief Technical Officer. “The current test phase is with the powertrain for our six-seat Cassio version, to be followed by validation of the final aerodynamic and powertrain configurations on both the four- and nine-seat Cassio versions.”

The current flight evaluations utilize VoltAero’s Cassio 1 testbed aircraft, with the two ENGINeUS™ 45 electric motors installed in forward-facing positions on the wings. Cassio 1 is piloted by Technical Director Didier Esteyne, operating from VoltAero’s headquarters facility at the Royan-Médis Aérodrome in France.

“Flying on the power of Safran’s ENGINeUS™ motors is truly remarkable, with no vibration and extremely low noise levels,” Esteyne explained. “It confirms that our Cassio aircraft will bring an entirely new experience to aviation.”

In its full-up nine-seat version, the Cassio aircraft will utilize electric motors along with VoltAero’s proprietary aft-facing hybrid power module, which brings together an internal combustion engine and three electric motors. The prototype VoltAero hybrid power module continues its validation on a ground-based rig, preparing for a subsequent integration on the Cassio 1 testbed aircraft.

“Safran is proud to be powering the Cassio 1 aircraft as VoltAero brings a new dimension to electric aviation,” said Hervé Blanc, Executive Vice President & General Manager of the Electrical Systems and Motors Division at Safran Electrical & Power. “We are fully committed to supporting VoltAero throughout the flight test phase and look forward to the company’s future production of Cassio aircraft.”

Source: VOLTAERO

1st European Summit on CO2-based Aviation Fuels

International Association for Sustainable Aviation e.V.

Flugzeugtreibstoff aus CO2 – auf dem Weg in einen emissionsarmen Luftverkehr

Pressemitteilung

IASA e.V. (https://www.iasaev.org/)

Bonn, den 4. Februar 2020

Auf dem ‘1st European Summit on CO2-based Aviation Fuels’ am 23. März 2020 in Köln geht es um nachhaltige Strategien und zukunftsfähige Lösungen für einen klimafreundlichen Luftverkehr.

Die entscheidende Frage für die Zukunft des Flugverkehrs lautet: Wie gehen wir mit den Treibhausgasemissionen des Luftverkehrs und ihren schwerwiegenden Auswirkungen auf das Klima um? Die technischen Möglichkeiten sind begrenzt. Die elektrisch betriebene Luftfahrt ist in den nächsten Jahrzehnten nur für Kurzstreckenflüge geeignet. Die Verwendung von bio-basiertem Kerosin wird von NGOs stark kritisiert, da sie angeblich inakzeptablen Druck auf natürliche Ressourcen, wie z.B. Land und Biodiversität, ausübt. Hinzu kommen Probleme mit Qualität und Normung je nach Art der Biomasse und Umwandlungsprozess.

Erste Ökobilanzen zeigen, dass die Footprints von E-Kraftstoffen insbesondere für Land und Wasser im Vergleich zu bio-basierten Flugkraftstoffen deutlich geringer sind, zumal der enorme Bedarf nicht durch biogene Seitenströme oder Bioabfälle gedeckt werden kann. Das Potenzial für Kraftstoffe auf Basis von Energie aus Sonnen-, Wind- und Wasserkraft sowie CO2 ist bei weitem größer als das von Biokraftstoffen.

Rudolf Dörpinghaus, Vorstandsvorsitzender der IASA:Eine klimafreundliche, ja sogar eine klimaneutrale Luftfahrt ist möglich! Es ist machbar. Es muss getan werden. Und die notwendige Transformation ist dringend und muss sofort beginnen!“

Dennoch gibt es viele Fragen zu beantworten. Welche Technologie ist die beste? Wie kann man kostengünstig erneuerbare Energien, Wasserstoff und CO2, bereitstellen? Wo sind die besten Standorte für die Produktion? Welche möglichen Geschäftspartner sind bereit, jetzt in eine PtL-Produktionsanlage zu investieren? Welche Strategien sind für die Umsetzung von CO2-basierten Flugkraftstoffen die besten? Was ist mit dem Kohlenstoffausgleichs- und Reduktionsschema (CORSIA) und dem Europäischen Emissionshandelssystem (ETS)? Wie kann sichergestellt werden, dass die Luftfahrtnormen eingehalten werden? Welche Fluggesellschaften sind bereit, nachhaltige Flugtreibstoffe (SAFs) zu verwenden, auch wenn sie zunächst teurer sind als fossile Treibstoffe? Was ist politisch notwendig in Bezug auf Vorschriften und internationale Unterstützung?

Michael Carus, Geschäftsführer des nova-Instituts: „Der Traum, umweltfreundliche Kraftstoffe für Flugzeuge mit Sonne, Wind und CO2 zu produzieren, ist in Reichweite. Wenn Politik, Gesellschaft und Wirtschaft dies wollen, kann es schnell umgesetzt werden. Ein erster Schritt wäre eine obligatorische Mischquote von z.B. 5 %. Das würde direkt große Investitionen auslösen.

Der “1st European Summit on CO2-based Aviation Fuels”, am 23. März 2020 in Köln, richtet sich an Entscheidungsträger aus Politik, Organisationen, Fluggesellschaften und der jeweiligen Industriezweige. Die International Association for Sustainable Aviation (IASA) und das nova-Institut laden Sie herzlich ein, an diesem wichtigen Event teilzunehmen.

Informieren Sie sich über das Programm mit eingeladenen Rednern aus den Bereichen Politik, Luftfahrtindustrie, Umweltschutz und Technologieentwicklung: www.co2-chemistry.eu/aviationfuels.

Hinweis: Der Aviation Summit findet einen Tag vor der “Conference on Carbon Dioxide as Feedstock for Fuels, Chemistry and Polymers”, vom 24–25 März, 2020, in Köln, Deutschland, statt (www.co2-chemistry.eu). Kombi-Tickets sind unter www.co2-chemistry.eu/registration erhältlich.

 


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Über uns / About IASA:

Die IASA e.V. wurde 2013 als unabhängiger Verband zur Förderung der Nachhaltigkeit in der Luftfahrt (Sustainable Aviation) mit Sitz in Bonn, Germany, gegründet. Die IASA ist international tätig. Sie versteht sich als ideelle Institution, Plattform und Experten-Netzwerk für alle, die an einer wirtschaftlich prosperierenden, ökologisch verträglichen, gesellschaftlich akzeptierten wie nutzbringenden Luftfahrt interessiert sind.

Die gleichgewichtete Anwendung aller drei Dimensionen der Nachhaltigkeit, der Ökonomie, der Ökologie und dem sozial / gesellschaftliches Verhalten ist der Garant für eine positive Entwicklung der Luftfahrt auch in der Zukunft.

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Verantwortlich im Sinne des deutschen Presserechts (V.i.S.d.P.):

Rudolf (Rolf) Dörpinghaus (Vorstandsvorsitzender)
IASA e.V., Godesberger Allee 70, Haus der Luft- und Raumfahrt, 53175 Bonn
Internet: https://www.iasaev.org/
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FLUGHAFEN MEMMINGEN SETZT AUF ELEKTROMOBILITÄT

IASA e.V. - nachhaltige Luftfahrt

ALLGÄU AIRPORT MEMMINGEN NIMMT EMISSIONSFREIEN FLUGZEUG-SCHLEPPER IN BETRIEB

Auf dem Vorfeld des Flughafen Memmingen sorgt ab sofort der komplett elektrisch betriebene Flugzeugschlepper F110e aus dem Hause Goldhofer für die schnelle, leise und emissionsfreie Beförderung der Maschinen an ihre Start- und Parkpositionen. Lothar Holder, Sprecher des Vorstands der Goldhofer AG und Leiter des Geschäftsbereichs Airport Technology, übergab am 17. Dezember das nachhaltige Fahrzeug in die Hände von Ralf Schmid, Geschäftsführer der Flughafen Memmingen GmbH. Bedeutend sparsamer und effizienter aber genauso leistungsstark wie ein dieselbetriebener Schlepper, kann dieses emissionsfreie Modell Flugzeuge bis zu 120 Tonnen Abfluggewicht zu ihren Positionen manövrieren.

Die Bodenabfertigung auf dem Vorfeld des Memminger Flughafens kann jetzt noch leiser, umweltfreundlicher und vor allem wirtschaftlicher umgesetzt werden. Einer der Gründe hierfür ist ein Flugzeugschlepper von Goldhofer, vom Typ F110e. Der elektrisch angetriebene Leistungs-Champion, dessen dieselbetriebene Pendants auf vielen Flughäfen der Welt im Einsatz sind, beschert dem Allgäu Airport Memmingen nicht nur weniger Abgas- und Geräuschemissionen, sondern lässt sich auch weitaus wirtschaftlicher betreiben als Schlepper mit herkömmlichem Antrieb. „Um unser Ziel der Klimaneutralität zu erreichen, bedarf es vieler Anstrengungen. Dazu gehört neben einem Blockheizkraftwerk und einer Erdgastankstelle auch die Elektromobilität. Mit der Inbetriebnahme eines E-Flugzeugschleppers haben wir jetzt einen weiteren Schritt in diese Richtung unternommen“, so Ralf Schmid. „Wir freuen uns sehr, dass der Memminger Flughafen zusammen mit uns sein Nachhaltigkeitsprogramm weiter vorantreibt. Wir sind uns sicher: Der Betrieb elektrischer Fahrzeuge auf dem Flughafen Memmingen wird nicht nur die Emissionen und Energieaufwände enorm reduzieren, sondern auch bedeutend wirtschaftlicher sein, als der von konventionell angetriebenen“, so Lothar Holder.

F110e aus dem Hause Goldhofer – Rund um die Welt universell im Einsatz

Als meistverkaufter konventioneller Flugzeugschlepper der Welt ist der F110 auch mit reinem Elektroantrieb erhältlich. Dank seiner robusten Bauweise und hohen Leistungsdaten kann er als Eins-zu-Eins-Ersatz eines Diesel-Flugzeugschleppers eingesetzt werden. Schließlich bewegt er auch Flugzeuge mit einem Höchstabfluggewicht von bis zu 120 Tonnen, zum Beispiel einen Airbus A321. Neben den ökologischen Vorteilen profitieren Flughafenbetreiber ebenso von seinen minimalen Instandhaltungsanforderungen, lediglich das Batteriewasser muss nachgefüllt werden. Kostenintensive Wartungen von Diesel-Motor und Getriebe fallen daher nicht an.

IASA e.V. - nachhaltige Luftfahrt

Ab heute rollt ein vollständig elektrisch betriebener Flugzeugschlepper auf dem Memminger Rollfeld. Lothar Holder und Ralf Schmid (v.l.n.r.) bei der Übergabe. (Foto: Goldhofer)

Flughafen Memmingen

Zusammen mit ihrer Tochtergesellschaft ALLgate GmbH betreibt die Flughafen Memmingen GmbH den Allgäu Airport Memmingen, Bayerns drittgrößten Verkehrsflughafen. Seit der Eröffnung 2007 hat sich der Flughafen Memmingen stetig weiterentwickelt und verzeichnete im Jahr 2018 knapp 1,5 Millionen Passagiere. In Folge des anhaltenden Wachstums begannen 2018 umfangreiche Ausbauarbeiten. Bisher wurde die Start- und Landebahn von 30 auf 45 Meter verbreitert und eine neue Flughafenbefeuerung in Betrieb genommen. Zu den nächsten Baumaßnahmen zählen die Erweiterung der Gepäckhalle sowie die Installation des neuen Instrumentenlandesytems für die Anflugrichtung 06 an.

Quelle: Goldhofer


 

Lithium-Schwefel-Batterien für die Luftfahrt

IASA e.V. - nachhaltige Luftfahrt

LiMeS-Konsortium entwickelt Produktionsprozess für Hauptkomponente verschiedener Batterietypen

Batteriesysteme gewinnen auch in der Luftfahrt immer mehr an Bedeutung – nicht in erster Linie für die Energieversorgung des Antriebs, sondern als Energielieferant für Hilfssysteme. Denn ebenso wie die Flotten der Automobil- hersteller müssen auch die Flugzeuge zukünftig weniger CO2-Ausstoß bei glei- cher Leistung bieten. In einem neuen Projekt werden Komponenten für leichte Hochleistungsbatterien auf Li-Schwefel-Basis entwickelt.

Auch vor dem Fliegen macht die Elektrifizierung nicht halt. Kleine und große Flugzeuge werden mit elektrischen Antrieben entwickelt. Das können voll-elektrische oder hybrid- elektrische Antriebssysteme sein. Diese machen dann Sinn, wenn sie lokal Emissionen vermeiden, Energie in Flugphasen mit Bedarfsspitzen zur Verfügung stellen oder wenn sie Nebenaggregate genau dann mit Strom versorgen, wenn dieser benötigt wird. Dafür sind leichte und möglichst leistungsfähige Batterien notwendig. Für die Luftfahrt gelten nicht die starken Kostenbeschränkungen wie in der Automobilindustrie.

Geringes Gewicht bei hoher Energiedichte

Lithium-Schwefel-(Li-S-)Batterien besitzen das Potenzial für den Bau von Batteriesyste- men mit hoher Energiedichte und gleichzeitig geringem Gewicht. In ihnen sind keine schweren Metalle in der Kathode enthalten wie bei Lithium-Ionen-(Li-Ionen-)Batterien. Allerdings sind Li-S-Batterien heute noch nicht so ausgereift wie Li-Ionen-Batterien, insbesondere hinsichtlich der Zyklenfestigkeit.

Ein Konsortium unter Leitung von Airbus nimmt sich nun den Herausfor- derungen der Weiterentwicklung und Optimierung von Li-S-Batterien fürdie Luftfahrt an. Auf Basis von Anforderungen und Lastprofilen, wie sie bei Airbus auch für andere Entwicklungen genutzt werden, wollen die Forscher den Entwicklungsstand der Li-S-Batterietechnologie vorantreiben.

Neben der Verbesserung der Kathode aus Schwefel und Kohlenstoff mit Hilfe neuer Verarbeitungsverfahren und der Erprobung von Hybridsystemenfür den Elektrolyt – also der Mischung von Flüssig- und Fest-Elektrolyt – ist die Herstellung der Lithium-Metall-Anode durch einen neuen, elektro- chemischen Prozess eines der Kernthemen des Projekts.

Optimierte Lithiumbeschichtung durch elektrochemischen Prozess

Bisher werden Li-Metall-Anoden, die außer in Li-S-Batterien auch in einigen Typen von Li-Ionen-Batterien sowie in Festkörperbatterien eingesetzt werden, mit Hilfe von ge- walzten Li-Folien hergestellt. Diese können heute jedoch nicht viel dünner als 30 Mikro- meter hergestellt werden, denn Lithiummetall neigt dazu, an anderen Oberflächen zu kleben. Deswegen muss eine gewisse Dicke für eine minimale mechanische Stabilität gegeben sein. Weil 30 Mikrometer jedoch oft mehr sind, als die Zelle elektrochemisch benötigt, schleppen diese Zellen unnötiges Gewicht und unnötige Kosten mit.

Um dies zu ändern, arbeitet die Abteilung Galvanotechnik des Fraunhofer IPA an einem elektrochemischen Prozess, mit dem beliebig starke Lithiumschichten in einem Schritt auf Metallfolien aufgebracht werden können. Ein solcher Prozess bietet die Möglich- keit, genau die Menge an Lithium auf die Elektrode zu bringen, die technisch benötigt wird. Außerdem können nicht nur glatte, sondern auch strukturierte Elektrodenfolienbeschichtet werden.

IASA e.V. - nachhaltige Luftfahrt

Neue elektrochemische Prozesse zur Abscheidung von Lithiummetall für Batterieanoden in Schutzatmosphäre. Quelle: Fraunhofer IPA, Foto: Rainer Bez

Mit dieser Entwicklung erweitert das Fraunhofer IPA die Palette an Produktionsprozes- sen für eine Hauptkomponente von verschiedenen Batterietypen und hilft, zukünftig Kosten und Ressourcen bei der Batteriezellfertigung einzusparen. Elektrochemisch basierte Abscheide- oder Applikationsprozesse haben das Potenzial, bei Umgebungs- bedingungen technologisch wichtige Metallschichten zu erzeugen, die sonst nur durch sehr aufwendige Verfahren herstellbar sind.

Quelle: Fraunhofer IPA

Flugscham? Fliegen ist in!

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

Alle reden vom Klima. Und fliegen weiter. Bis 2040 wird sich die Zahl der Flugpassagiere mehr als verdoppeln. Die neue Herausforderung heißt: Schadensbegrenzung.

Klimawandel. CO2-Einsparung. Greta im Zug. Und dann das: In den nächsten 20 Jahren wird sich die Zahl der Flugzeugpassagiere mehr als verdoppeln, von rund vier Milliarden im Jahr 2016 auf über 9,4 Milliarden 2040. Gleichsam wird die Zahl der Flüge von 35,5 auf etwa 53 Millionen ansteigen. Das zumindest prognostiziert das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in einem weltweit erstmaligen globalen Prognosemodell.

Für das Modell haben die Forscher die Entwicklung von Passagierzahlen, Flotten und Flugbewegungen analysiert sowie Prognosen zum Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum herangezogen. Das Neue an ihrem Ansatz: “Wir berücksichtigen die verfügbaren Flughafenkapazitäten, wie sie heute sind und sich möglicherweise in Zukunft entwickeln.”, so Hauptautor Marc Gelhausen. “Das hat Rückwirkungen auf die Passagiernachfrage, auf die Flotten- und Flugbewegungsentwicklung.”

Infografik weltweites Passagieraufkommen

Sechs der zehn am stärksten betroffenen Flughäfen in Asien

Treffen ihre Vorhersagen zu, wird es aufgrund der erhöhten Nachfrage an Flughäfen bald zu massiven Kapazitätsengpässen kommen. Einerseits in europäischen und amerikanischen Hubs wie London Heathrow und Atlanta, aufgrund steigender Wirtschaftskraft und Bevölkerungszahlen maßgeblich aber auch in asiatischen Ballungszonen China, Indonesien und Indien. Das steigende Passagiervolumen könne in Zukunft nur durch eine Anpassung der Flugzeuggröße bewältigt werden. Für 2040 prognostizieren die Autoren eine Kapazitätserhöhung von 111 auf 179 Passagieren pro Maschine.

Was bedeutet das in Zeiten der sogenannten Flugscham? “Wenn mehr Menschen in ein- und demselben Flugzeug sitzen, ist das grundsätzlich erst mal effizienter bezüglich der Pro-Kopf-Emissionen”, sagt Ralf Berghof, stellvertretender Institutsleiter und Abteilungsleiter Luftverkehr, “aber es erhöht sich auf der anderen Seite auch das Gewicht des Flugzeugs und damit auch der Verbrauch.” Dem Optimum zwischen Auslastung und CO2-Ausstoß wollen die Forscher in einer nun initiierten weiteren Studie auf den Grund gehen.

Immanentes Wachstum

“Es ist nicht Neues, dass der Luftverkehr wächst.”, meint Rudolf Dörpinghaus, Präsident der International Asscociation for sustainable Aviation (IASA). “Der Luftverkehr ist eigentlich seit der Entwicklung des kommerziellen Luftverkehrs eine Wachstumsindustrie gewesen. Wachstum ist ein Kernelement des modernen Luftverkehrs.” Die neue Herausforderung bestünde vielmehr darin, den Luftverkehr klimafreundlich beziehungsweise perspektivisch klimaneutral zu gestalten.

Handlungsbedarf und -möglichkeiten gäbe es entlang der gesamten Transportkette, also während des Fluges, aber auch davor und danach auf dem Boden. An erster Stelle komme es darauf an, dem Luftverkehr die Möglichkeit zu geben, in neue Technologie zu investieren: “Mit jeder Flugzeug-Generation, die wir haben, sinkt der Kraftstoffverbrauch in der Größenordnung zehn bis fünfzehn Prozent pro Passagier-Kilometer.” Viele Airlines seien jedoch nicht in der Lage, immer wieder das neueste Fluggerät zu besitzen.

Synthetisches Kerosin als Hoffnungsträger

Enormes Potential sieht Dörpinghaus in der Substitution des fossilen Kerosins durch synthetische Kraftstoffe: “Die Technik ist da, man muss sie wirklich nur umsetzen.” Gemeint ist Power-to-Liquid (PtL), die Herstellung von Kerosin aus erneuerbarem Strom und CO2. Dies allerdings erfordere eine globale Zusammenarbeit, da fossiles Kerosin derzeit viel preiswerter sei als PtL-Sprit, ein Todesurteil im weltweiten Wettbewerb. Gäbe man dem Verfahren eine Chance und führte beispielsweise eine verbindliche Quote ein, wäre PtL in fünf bis zehn Jahren marktfähig, so Dörpinghaus’ Prognose.

Notwendig, da sind sich die Akteure einig, ist eine internationale Gesetzgebung. Eine solche versucht die UN-Luftfahrtsorganisation ICAO mit ihrem Konzept “CORSIA” (“Carbon Offsetting and Reduction Scheme for International Aviation”). In diesem haben sich Fluggesellschaften, Flughäfen, Hersteller und Flugsicherungen darauf geeinigt, dass das Wachstum der internationalen Luftfahrt ab 2020 CO2-neutral erfolgen soll. Erreicht werden soll dies durch Investitionen in CO2-senkende Klimaschutzprojekte. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die Bundesvereinigung gegen Fluglärm (BVF), der ökologische Verkehrsclub (VCD), Germanwatch, der Naturschutzbund Nabu und der Dachverband Deutscher Naturschutzring (DNR) kritisieren “Corsia” jedoch als “reine Augenwischerei und völlig unzureichend.”

Quelle: Deutsche Welle, Autorin: Anna Carthaus

Schulze: “Wir brauchen eine globale Strategie für grünen Wasserstoff”

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation

Weltklimakonferenz: BMU gründet internationale Wissens- und Vernetzungsplattform für synthetische Energieträger aus Ökostrom

Das Bundesumweltministerium will die internationale Zusammenarbeit zu nachhaltigen synthetischen Brenn-, Kraft- und Grundstoffen aus Ökostrom (Power-to-X) ausbauen. Bundesumweltministerin Svenja Schulze kündigte dazu heute auf der Weltklimakonferenz in Madrid den Aufbau eines Power-to-X-Sekretariats an, das künftig die Plattform für ein internationales Power-to-X-Netzwerk bilden soll. Das Sekretariat wird seinen Sitz in Berlin haben. Mit dem Begriff Power-to-X werden Technologien zur Herstellung synthetischer Brenn-, Kraft- und Grundstoffe aus elektrischer Energie zusammengefasst.

Für tatsächlich nachhaltige Energieträger ist es entscheidend, dass als Ausgangsprodukt zunächst “grüner” Wasserstoff aus Wind- und Sonnenenergie hergestellt wird. Ziel der Initiative des Bundesumweltministeriums ist es unter anderem, den weltweiten Wissensaustausch zu verbessern, Klimaschutzpotentiale dieser Produkte besser zu bestimmen und gemeinsam die Nachhaltigkeitskriterien für deren Einsatz zu entwickeln.

Svenja Schulze: “Wir brauchen eine weltweite Strategie für die Herstellung synthetischer Brenn-, Kraft- und Grundstoffe aus Ökostrom. Diese können perspektivisch national wie international einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und für den Aufbau einer klimaneutralen Wirtschaft leisten. Wir müssen jetzt die Kriterien setzen, mit denen wir einen umwelt- und klimafreundlichen Einsatz sichern – und zwar global. Wir dürfen nicht die Fehler wiederholen, die einst bei den Biokraftstoffen gemacht wurden. Damit das gelingt, müssen wir weltweit zusammenarbeiten. Darum wollen wir eine Plattform schaffen und ein internationales Netzwerk aufbauen. Das Power-to-X-Sekretariat ist hierfür der Ausgangspunkt.”

Damit Energieträger aus Strom einen echten Beitrag zum Klimaschutz leisten, muss die Produktion und die Anwendung von Anfang an bestimmte Nachhaltigkeitskriterien erfüllen. Das wichtigste Kriterium dafür: Sie sollten ausschließlich aus erneuerbarer Energien produziert werden. Weiterhin ist nicht jedes Anwendungsgebiet sinnvoll, nicht nur aus Sicht des Klima- und Umweltschutzes, sondern auch aus Kosten- und Effizienzgründen. Bei strombasierten Energieträgern wie grünem Wasserstoff oder entsprechenden Kraftstoffen sind Umwandlungsverluste unvermeidlich. Derzeit fallen diese sehr hoch aus. Am Beispiel Auto kann man das sehen: Der Strombedarf bei der Nutzung synthetisch hergestellter Kraftstoffe für PKW ist zwischen zwei- und fast siebenmal höher als die direkte Stromnutzung eines Elektroautos. Deshalb ist es wichtig, nachhaltig produzierte Power-to-X-Produkte gezielt dort einzusetzen, wo eine direkte Elektrifizierung nicht möglich ist, also etwa im Luftverkehr oder in der Stahlindustrie.

Die Produktion von Energieträgern aus Ökostrom wie grünem Wasserstoff wird global erfolgen, vor allem in Ländern, die besonders viel Sonnen- und Windstrompotential haben. Für das Schaffen eines tragfähigen globalen Marktes für nachhaltige synthetische Brenn-, Kraft- und Grundstoffe aus Ökostrom ist es wichtig, alle relevanten Akteure national und weltweit in einen Dialog einzubinden, um die Chancen der Technologie zu nutzen und die Umweltauswirkungen so gering wie möglich zu halten.

Um die weltweite Vernetzung zu stärken, die Klimaschutzpotentiale synthetischer Brenn-, Kraft- und Grundstoffe aus Ökostrom darzustellen und international eine Diskussion über Nachhaltigkeitsstandards zu führen, hat das Bundesumweltministerium die GIZ damit beauftragt, die internationalen Power-to-X-Aktivitäten unter einem Dach zu verzahnen und auszubauen. Konkreter Arbeitsauftrag ist überdies, einen Beitrag zur Klärung zentraler Fragen rund um die Themen Energieeffizienz und Ressourcen, Potentiale und Machbarkeit, Zeitrahmen zur Herstellung marktreifer Produkte, Aufbau von lokalen Wertschöpfungsketten sowie Finanzierungskonzepte zu leisten. Dazu soll das Power-to-X-Sekretariat in Deutschland und weltweit mit Kooperationspartnern zusammenarbeiten, aufbauend auf bereits bestehenden Projekten und Kooperationen des Bundesumweltministeriums unter anderem mit Institutionen aus Marokko, Südafrika und Chile.

Quelle: BMU 10.12.2019 | Pressemitteilung Nr. 236/19 | COP 25

Brandenburgs Energieminister sieht Wasserstoff als Schlüsselelement der Energiewende

Power to Liquid

Steinbach: Wasserstoff kann Schlüsselelement der Energiewende sein

Energieminister sieht Projekt „H2Rail.Prignitz“ als weiteren Schritt zur H2-Vorreiterregion

Potsdam, 6. Dezember 2019.  „Wasserstoff kann das Schlüsselelement für das Gelingen der Energiewende und zum Erreichen der Klimaziele sein. Denn Wasserstoff ermöglicht die Kopplung der Sektoren Strom, Wärme, Verkehr und Industrie und bietet das größte Potenzial für eine weitgehende Dekarbonisierung unser Industrieprozesse. Die Anwendung innovativer H2-Technologien birgt große industriepolitische Chancen für Brandenburg, verbunden mit zusätzlicher regionaler Wertschöpfung und Beschäftigung.“ Das erklärte Energieminister Jörg Steinbach heute in Potsdam, wo er gemeinsam mit der Deutschen Eisenbahn Service AG (DESAG) über das Projekt „H2Rail.Prignitz“ informierte.

Kern des Pilotprojektes ist es, den emissionsfreien Speicherantrieb mit grünem Wasserstoff aus regional erzeugtem erneuerbaren Strom zu erproben. Damit soll gezeigt werden, wie ein CO2-freier Bahnbetrieb im oberleitungsfreien ländlichen Raum funktionieren kann. „Zudem bietet H2Rail neue Chancen für den Fahrzeug- und Anlagenbau. Deshalb freut es mich besonders, dass mit der DESAG ein erfolgreiches mittelständisches Unternehmen aus Brandenburg die Federführung übernimmt“, sagte Steinbach. Erfreulich sei zudem, dass der Bund das Projekt finanziell absichern wolle. H2Rail sei ein „weiterer Schritt auf Brandenburgs Weg zur H2-Vorreiterregion“.

Einmal mehr appellierte der Minister an den Bund, dass „aus der bisher als Stromwende betriebenen Energiewende endlich eine energieträger- und sektorenübergreifende Energiewende werden muss“. Vom Energiebedarf in Deutschland würden nur 20 Prozent auf den Stromsektor entfallen, weitere 30 Prozent auf die Mobilität und 50 Prozent auf den Wärmesektor. „Was bisher unter dem Begriff Energiewende lief, war fast nur auf den Stromsektor fokussiert. Wir müssen aber perspektivisch auch den Energiebedarf bei Mobilität und im Wärmesektor ,grün‘ bekommen“, sagte Steinbach. Eine besondere Rolle komme dabei Power-to-X-Technologien und Wasserstoff zu. Die Anwendungsmöglichkeiten für grünen Wasserstoff seien vielfältig. Beispielhaft verwies er auf die Stahlindustrie in Eisenhüttenstadt und die Chemieindustrie in Schwarzheide.

Die für Ende dieses Monats angekündigte Nationale Wasserstoffstrategie dürfe „kein wolkiges Ankündigungspapier“ werden, sondern müsse konkrete und kurzfristig umzusetzende Punkte enthalten, forderte Steinbach. „Neben der weiteren Verstärkung der Forschungsaktivitäten brauchen wir schnell einen Markt für erneuerbaren Wasserstoff. Nur so werden die Investitionen ausgelöst, die wir für den Hochlauf einer Wasserstoffproduktion jetzt brauchen“, sagte der Minister.

Deshalb müsse sich der Bund mit der Nationalen Wasserstoffstrategie zu einer ambitionierten Umsetzung der Erneuerbaren Energien Richtlinie (Renewable Energy Directive, RED II) in nationales Recht verpflichten. Brandenburg hatte für seine darauf abzielende Initiative am 11. Oktober eine breite Mehrheit im Bundesrat bekommen. „Jetzt ist der Bund in der Pflicht. Mit einer entsprechenden Umsetzung der RED II wird eine Nachfrage nach erneuerbarem Wasserstoff aus den Raffinerien ermöglicht. Das kann und muss die Initialzündung für das Thema werden“, sagte Steinbach.

Zudem müsse sich der Bund bei der für 2022/2023 geplanten Überarbeitung der EU-Flottenemissionsverordnungen dafür einsetzen, dass synthetische Kraftstoffe (E-Fuels) auf die von der EU festgelegten Emissionswerte von Fahrzeugflotten angerechnet würden. „Dies würde eine Nachfrage nach E-Fuels bei den Fahrzeugherstellern auslösen, was ein weiterer Impuls wäre“, sagte Steinbach. „Auch dieses Thema muss sich in der Nationalen Wasserstoffstrategie wiederfinden – sie ist der Lackmustest, ob es die Bundesregierung tatsächlich ernst meint mit dem Thema oder weiter nur Kulissen schiebt.“

Quelle: Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Energie (MWAE)

Greener Skies Ahead 2019

Kopernikus P2X

Bonn, 20. November 2019

Der Luftfahrtverband IASA e.V. veranstaltete auch in diesem Jahr eine Konferenz aus der Reihe “GREENER SKIES AHEAD 2019” zum Themenbereich Nachhaltige Luftfahrt.

Die Veranstaltung fand diesmal im Wissenschaftszentrum Bonn statt und war mit circa achtzig Teilnehmern gut besucht. Nach Grußworten des Bonner Oberbürgermeisters Ashok Sridharan und des Köln/Bonner Flughafenchefs Johan Vanneste, die beide die Wichtigkeit einer nachhaltigen und damit klimafreundlichen Luftfahrt unterstrichen, startete der fachliche Teil der Konferenz.

Greener Skies Ahead 2019

Konferenz GREENER SKIES AHEAD 2019 im Wissenschaftszentrum Bonn

Der Vorstandsvorsitzende der IASA e.V., Rudolf Dörpinghaus, eröffnete dann die Konferenz und verwies auf das 10. Jubiläum der Konferenzreihe GREENER SKIES AHEAD und das 5-jährige Jubiläum der IASA in ihrem Bemühen, das Thema Power-to-Liquid nach vorne zu bringen.

War das Kürzel PtL im Jahr 2014 noch ein “Geheimcode”, den nur sehr wenige Menschen entschlüsseln konnten, so ist PtL heute in aller Munde so Dörpinghaus. Daran hat auch die IASA mit ihren Konferenzen, Artikeln und Projekten einen erheblichen Anteil wie der Redner betonte.

Als weitere erfreuliche Entwicklung nannte Rudolf Dörpinghaus den Aufbau der eigenen Nachwuchsorganisation IASA-Graduate, deren Mitglieder die Idee einer nachhaltigen Luftfahrt im Kreis akademischer Nachwuchskräfte verbreiten und verstärken.

GREENER SKIES AHEAD 2019

Rudolf (Rolf) Dörpinghaus, President IASA e.V.

Die komplette Rede von Rudolf Dörpinghaus, “Sustainable Aviation – The Urgent Need for Transformation“, kann über die Homepage des Luftfahrtverbands heruntergeladen werden.

Transformation der Luftfahrt

Die Fachvorträge spannten den Bogen über die gegenwärtig drängendsten Probleme und Herausforderungen der Luftfahrt bei der Erfüllung der Klimaschutzziele der Branche und einer erfolgreichen Energiewende. Es gab Beiträge zu folgenden Themenblöcken:

  • PtL-Solutions / The State of the Art
  • Tackling CO2 in Air Transport
  • Sustainable Airports – Infrastructure and Services
  • Electro Hybrid Aircraft Solutions

Die Reihe der Fachvorträge wurde durch zwei Diskussionsrunden aufgelockert. Dabei ging es zum einen um die Frage wie PtL-Treibstoffe schnell und erfolgreich in den Markt gebracht werden können. Die andere Runde beschäftigte sich mit der Zukunft von elektro-hybriden Antrieben, die in der Luftfahrt zumindest eine Brückentechnologie darstellen werden.

Die Notwendigkeit zur Transformation der Luftfahrt in Richtung Nachhaltigkeit war das Leitthema der Konferenz. Die Fachvorträge und Diskussionen drehten sich dabei schwerpunktmäßig um die Frage, wie die Luftfahrt ihre Ziele zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen am schnellsten erreichen könne. Synthetische Treibstoffe aus Erneuerbaren Energien wie PtL-Kerosin, elektrische und hybride Antriebe für Flugzeuge als Alternative zu Verbrennungsmotoren und die Nutzung von CO2 als Rohstoff waren die Schwerpunkte.

Obwohl die Probleme und Herausforderungen nicht beschönigt wurden, zog sich doch als rote Linie die Erkenntnis durch die Veranstaltung, dass die technischen Probleme doch weitgehend gelöst sind und es “nur” darum gehe, nun endlich in die Praxis zu kommen.

Kopernikus P2X

Als Highlight des Vormittags wurde die Zusammenarbeit zwischen IASA e.V. und dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) im Projekt Kopernikus P2X bekanntgegeben. Professor Dittmeyer, Leiter des Instituts für Mikroverfahrenstechnik (KIT) erläuterte zunächst das Projekt und die bisherigen Ergebnisse aus der ersten und nun abgeschlossenen Projektphase.

Kopernikus P2X

Partner im Projekt Kopernikus P2X
v.l.n.r. Rudolf Dörpinghaus, Michael Wühle (IASA), Roland Dittmeyer (KIT)

 

In den nun folgenden Phasen wird IASA als assoziierter Projektpartner das KIT dabei unterstützen, geeignete Standorte für PtL-Produktionsanlagen in Deutschland zu finden. Weiterhin besteht die Rolle der IASA auch darin, geeignete Industriepartner und Abnehmer des dann produzierten PtL-Kerosins an Bord zu holen. Die Zusammenarbeit besiegelten die Partner mit einem Letter-of-Intent (siehe Foto).

Nachhaltigkeit messbar machen

Der Veranstalter stellte in einem weiteren Vortrag auch das selbstentwickelte ICS-System zur Transformation von Unternehmen der Luftfahrt in Richtung Nachhaltigkeit vor. Das System IASA Certified Sustainability® macht den Grad der Nachhaltigkeit von Organisationen jeder Art sichtbar und vergleichbar.

Das mit dem System verbundene Gütesiegel bestätigt der jeweiligen Organisation, Nachhaltigkeitskriterien eingeführt zu haben und diese auch tatsächlich zu leben. Das zugrundeliegende Zertifizierungssystem orientiert sich an der DIN ISO 26000 „Leitfaden zur gesellschaftlichen Verantwortung“ und übernimmt daraus Empfehlungen, die für das Gütesiegel und seinem Ziel einer nachhaltigen Entwicklung von Organisationen angepasst wurden.

Alle Vorträge der Konferenz stehen auf der Event-Seite der GSA19 zum Download zur Verfügung.

Quelle: IASA e.V.


 

Sustainable Aviation – The Urgent Need for Transformation

IASA: Nachhaltige Luftfahrt - Sustainable Aviation
Rede zur Eröffnung der internationalen Fachkonferenz
GREENER SKIES AHEAD 2019

von Rudolf (Rolf) Doerpinghaus, Vorstandsvorsitzender IASA e.V.
Bonn, 19. November 2019

Es gilt das gesprochene Wort.

Greener Skies Ahead 2019

Rudolf (Rolf) Dörpinghaus, President IASA e.V.


Dear Mayor Limbach,
Dear Mr. Vanneste,
Most Distinguished Guests,
Ladies and Gentlemen,
Dear Friends and Members of IASA,

Welcome to the 10th GREENER SKIES AHEAD!

Thank you for joining us today!

It is an honor as well as a special pleasure to share this conference and the idea of sustainable aviation with you.

As a symposium for sustainability in aviation, GREENER SKIES AHEAD is already the conference with the longest tradition.

That’s why we are a little bit proud today!

As we have German and English speaking guests, I will use both languages.

Meine Damen und Herren,

es gibt noch ein zweites Jubiläum: Seit nunmehr fünf Jahren steht die GSA ganz im Zeichen erneuerbarer, klimafreundlicher bzw. vollsynthetischer Treibstoffe für die Luftfahrt, nachhaltig, umweltschonend, naturschützend und industriell hergestellt aus
 grünem Strom,
 Wasser und
 und dem Wertstoff CO2.

Dieses Power-to-Liquid – kurz PtL – genannte Verfahren wird von Beginn an dazu beitragen, den Luftverkehr klimafreundlicher zu machen und im Idealfall sogar einen quasi klimaneutralen Luftverkehr ermöglichen, nicht CO2-bedingte Klimaeffekte weitgehend eingeschlossen.

Als IASA sind wir stolz darauf, dazu beigetragen zu haben, das Interesse an PtL in der Luftverkehrswirtschaft ebenso wie in der Politik zu wecken.

Dies belegt auch die PtL-Zielvereinbarung im Koalitionsvertrag dieser Bundesregierung, über die wir uns besonders gefreut haben.

Mit dem Aufbau unseres Chapters ‘IASA Graduate’ ist es uns zudem gelungen, die Idee eines nachhaltigen Luftverkehrs verstärkt im Kreis akademischer Nachwuchskräfte zu verankern. Auch darüber freuen wir uns sehr!

Meine Damen und Herren,

an dieser Stelle eine grundlegende Bemerkung zur Arbeit der IASA:

Als IASA betrachten wir die Luftfahrt stets als Ganzes.

Unser Thema ist das weltweite System Luftverkehr und nicht etwa ‘nur’ ‘klimafeundliche Treibstoffe’, so wichtig dies Thema auch ist!

Die GREENER SKIES AHEAD ist dabei die einzige Veranstaltung dieser Art, die das Thema Nachhaltigkeit im Luftverkehr ganzheitlich und im Sinne der drei Säulen der Nachhaltigkeit thematisiert.

Die GSA adressiert beispielsweise
 Airlines, Flugzeughalter und Flughäfen ebenso wie den
 Flugzeug- und Triebwerksbau, den
 Boden- und Flugbetrieb oder die
 Reise bzw. den Transport von und zum Flughafen.

Ziel ist die Förderung des fachlichen Dialogs wie auch die Information der interessierten Öffentlichkeit.

Vor dem Hintergrund des drohenden Klimawandels und der erforderlichen Nachhaltigkeit adressiert die IASA aktuell vor allem
 synthetische, PtL-basierte Treibstoffe,
 innovative Antriebe und die
 Verwendung erneuerbarer Energien.

Deshalb empfehle ich Ihnen auch ganz besonders den zweiten Teil dieser Konferenz, der sich mit
 neuen Flugzeugkonzepten sowie
 elektrischen bzw. elektrohybriden Antrieben befasst.

Ladies and Gentlemen,

Here and now, we do not need to talk about Climate Change!
 You know that 2016 was the warmest year for more than a century.
 You know that this year has brought again new warming records – including October 2019.
 You know that according to WMO, global warming is happening faster than predicted.
 You are aware of evermore record-setting high temperatures.
 You know the main reason for global warming is not CO2 itself, but the increasing concentration of CO2 in the atmosphere.

Likewise important:

Here and now, we also do not need to talk about the importance and the multiple benefits of aviation,
 from its significant contribution to the global GDP to its
 unique function as the one and only worldwide web that brings people around the globe face-to-face together.

According to the latest ICAO long-term forecast,
 the number of 4.1 billion airline passengers counted in 2017
 will grow to about 10 billion in 2040!

People fly, simply and mostly because they need to fly.

Because aviation
 offers the highest level of connectivity,
 is safe and reliable,
 supports all kinds of business,
 helps to increase wealth and prosperity globally,
 creates jobs and
 makes the world a better place.

But, aviation also contributes to climate change!

Today aviation is accounted for up 3 % of global CO2 emissions.

Even though this number seems small, the impact on climate change is taken very seriously!!

In addition, there are also significant non-CO2-related effects contributing to global warming, which are still subject to further research.

The good news: for nearly all of these climate damaging effects are technical solution availbable or at least in sight!

Ladies and Gentlemen,

This conference has a simple message: Climate-friendly, even climate neutral aviation is achievable!
 It cane be done!
 It has to be done!
 And the necessary transformation is urgent and
 has to be started immediatley!

Climate change is real. Also real are potential solutions, helping aviation to meet the requirements of the Paris Climate Agreement.

And these solutions are
 already availabe or
 at least within reach in a timely manner!

To be not misunderstood: The transformation of aviation is and it will be a long and challenging road! But for most climate-related problems, technical solutions are identified!

Meine Damen und Herren,

Im Klartext: Klimafreundlicher, im Idealfall sogar klimaneutraler Luftverkehr, ist weitestgehend möglich!
Das belegen gerade auch zahlreiche Beiträge zur heutigen Konferenz.

Klimafreundliche Lösungen in der Luftfahrt entstehen
 durch neues Denken,
 durch technische Innovation,
 durch entschlossenes Handeln,
 durch den Willen aller Beteiligten, verfügbare Technologien zu realisieren und beispielsweise PtL-Fuels bzw. sogenannte E-Fuels auch zeitnah am Markt einzuführen sowie insbesondere
 durch eine verbindliche Beimischungs-Quote von PtL-Fuels.

Klimafreundliche Lösungen in der Luftfahrt entstehen jedoch
nicht durch
 einseitige Verbote,
 willkürliche Beschränkungen,
 zusätzliche Steuern oder
 sonstige Gebühren, die den unterschiedlichsten Zwecken, selten jedoch dem direkten Klimaschutz in der Luftfahrt zu Gute kommen.

Ebenso klar ist:
 Die Zeit drängt!
 Wir haben keine (!) Zeit zu verlieren!

Das heißt aber auch:
 Es genügt nicht, den drohenden Klimawandel zu beklagen.
 Es hilft nicht, etwa die Luftverkehrssteuer zu erhöhen, wenn die Einnahmen nicht auch tatsächlich zur Verminderung der CO2-Emissionen des Luftverkehrs genutzt werden.
 Es hilft auch nicht, wenn Airlines und die Betreiber von Infrastruktur – wie etwa die Flughäfen und Flugplätze – durch immer neue Belastungen wirtschaftlich und im Wettbewerb geschwächt werden.
 Es hilft auch nicht, wenn ganze Regionen vom Luftverkehr quasi abgekoppelt und damit in ihrer Entwicklung benachteiligt werden.

Meine Damen und Herren,

wir brauchen einen kostruktiven Klimaschutz!
 Nur ein wirtschaftlich starkes, international konkurrenzfähiges Luftverkehrssystem kann die erheblichen Aufgaben und Investitionen schultern, die für die schnelle Transformation der Luftfahrt in eine klimafreundliche, post-fossile Zukunft erforderlich sind.
 Nur ein wirtschaftlich starkes, international konkurrenzfähiges Luftverkehrssystem kann Vorbild und Vorreiter eines weltweit klimafreundlichen Luftverkehrs werden!
 Nur ein wirtschaftlich starkes, international konkurrenzfähiges Luftverkehrssystem kann in Verbindung mit PtL zu neuen, insbesondere auch regionalen Wertschöpfungsketten führen und damit Arbeitsplätze schaffen, wo heute aus anderen Gründen Arbeitsplätze verloren gehen.

Meine Damen und Herren,

Alle reden vom Klima.

PtL ist kein Produkt des aktuellen Klima-Hypes.

Die chemische Basis für PtL, die Fischer-Tropsch-Synthese,
 wurde vor rund 100 Jahren entdeckt,
 bereits in früheren Jahrzehnten intensiv genutzt und
 in jüngster Zeit verfahrenstechnisch immer mehr verfeinert.

Aus heutiger Sicht ist PtL die ideale Vernüpfung
 des Notwendigen, nämlich Klimaschutz,
 mit dem technolgisch Machbaren, nämlich PtL,
 und den Erfordernissen des Marktes, nämlich einer prosperierenden, der Allgemeinheit und der Nachfrage dienenden Entwicklung des Luftverkehrs.

Wenn wir die Pariser Klimaziele erreichen wollen, dann müssen wir den Luftverkehr vor allem zielführend transformieren!

Dazu brauchen wir
 neue, PtL-basierte Treibstoffe – insbesondere für die weltweiten Bestandsflotten – und
 neue Antriebstechnologien, wo immer sie sich sinnvoll einsetzen lassen.

Den Luftverkehr national zu bekämpfen, ist keine Lösung.

Ideologie hilft nicht weiter.

Es gibt keine guten oder schlechten Verkehrsträger, sondern nur im jeweiligen Bedarfsfall geeignete oder weniger geeignete Verkehrsmittel!

Meine Damen und Herren,

Steuern und Gebühren zählen zu den wirkungsvollsten Lenkungsmaßnahmen eines Staates. Um so wichtiger ist es, dass diese Instrumente klug, umsichtig, verantwortungsvoll und vor allem zielführend eingesetzt werden.

Das gilt gerade auch für den Klimaschutz.

Blinder Aktivismus kann leicht zusätzlichen Schaden anrichten.

Die Wissenschaft belegt, dass die Erderwärmung in direktem Zusammenhang mit dem CO2-Anteil in der Atmosphäre steht.

Wenn das so ist, und daran besteht kein Zweifel,
 dann muss der besteuert werden, der den CO2-Anteil in der Atmosphäre durch die Zufuhr aus fossilen Energieträgern erhöht
 und nicht der, der mit Einführung eines PtL-gestützten CO2-Kreislaufs aktiven Klimaschutz betreibt!

PtL ist der Schlüssel für einen industriellen CO2-Kreislauf auf dem Treibstoffsektor.

Eine CO2-Besteuerung, die nicht an der Quelle des zusätzlich in die Atmosphäre eingebrachten Kohlenstoffs ansetzt, ist der falsche Weg.

CORSIA und das europäische ETS können daher nur erste Zwischenschritte sein.

Meine Damen und Herren,

Hysterie ist kein guter Ratgeber. Schon gar nicht, wenn man es mit hoch komplexen Systemen wie beim Klima oder auch beim Luftverkehr zu tun hat.

Warten, bis andere handeln, ist auch keine Lösung.

Es ist geradezu staatsbürgerliche Pflicht,
 die Gesellschaft von aktivistischen Schnellschüssen abzuhalten und
 zeitnah zu zielführendem, insbesondere nachhaltigem Handeln zu motivieren!

Ladies and Gentlemen,
 Don’t think small!
 Think sustainable!

Look always for the best possible solution –
 for the protection of the climate and the environment
and
 for the future of aviation!

Enjoy the conference!

Thank you!

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